Ein Abschluss für das Beethoven-Jahr

Rotenburger Konzerte starten in die Kammermusik-Saison

Die Künstler beim Auftritt in der Aula der Realschule Rotenburg
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Bariton Dominik Königer (M.) überzeugte.

Die Kammermusik-Saison mit den Rotenburger Konzerten starten wieder, und den Auftakt macht ein Abend mit Werken von Ludwig van Beethoven.

Rotenburg – 2B statt 3G – zumindest am Donnerstag standen die Vorzeichen wie im ersten Stück (in B-Dur) für die Rotenburger Konzerte noch günstig. „Die Bedingungen hinsichtlich der Vorkehrungen sind besser als im vergangenen Jahr“, betonte der Vorsitzende Wilhelm Hahne bei seiner Begrüßung der rund 150 Besucher. Sie waren erstmals im Schachbrettmuster platziert und mit Absperrband auf Distanz gehalten.

Klagen gab es jedoch nicht, vielmehr war die Freude über die Wiederaufnahme der Kammermusik mit Beethoven-Kompositionen spürbar.

Einen großen Bogen zum letzten Konzert, ebenfalls eine Hommage an „Ludwig van“, spannte der Abend unter dem Motto „BTHVN2020“ – „fast wie bei einer Fußball-WM“, wie Pianist Daniel Heide launig in der Anmoderation bemerkte. Wieder einmal war es dem künstlerischen Leiter Niels Kruse gelungen, das Trio aus Streichern und Klavier sowie Bariton Dominik Königer in ganz unterschiedlichen Konstellationen zu präsentieren. Dem eingängigen „Gassenhauer“-Trio (im perfeken Einklang: Leonard Disselhorst am Cello und der für die erkrankte Franziska Hölscher eingesprungene Violinist Daniel Stoll, die auch im „vision string quartet“ gemeinsam agieren) folgte mit der Sonate A-Dur, der „heimlichen Königin“ unter Beethovens Duetten für Klavier und Cello, ein eindrücklicher Beweis der Kompositionskunst Beethovens, die mit mindestens ebenso viel Spielfreude umgesetzt wurde.

Ungewohnter Hall

Allein der ehrwürdige Lucia-Schäfer-Saal schien nach der Pause etwas außer Form. Die Sitze, hatten sie immer schon so geknarzt? Und auch die Akustik der sonst so dankbaren Realschulhalle strafte die coronabedingten Besetzungslücken im Saal mit ungewohntem Hall. Dem setzte Königer im Zyklus „An die ferne Geliebte“ seinen wunderbar weichen Bariton entgegen, um bei „Ha welch ein Augenblick“ des Don Pizarro aus der Oper Fidelio die Arie des Fieslings mit enormer Rachelust und Klangvolumen in Szene zu setzen. Diese eineinhalb Stunden, sie hätten allein schon einen würdigen Abschluss des Beethovenjahres bedeutet – zumal in der kurzen Pause vielen Zuhörern augenscheinlich die gewohnten Gespräche beim Schoppen im Foyer fehlten.

Nach der Pause: Kontrastprogramm. So charmant die „Zwölf aus 180“-Idee auch war, also zwölf der 180 von Beethoven vertonten irischen, walisischen und schottischen Volkslieder auf die Bühne zu bringen – der zweite Teil nahm sich deutlich weniger gehaltvoll aus. Zumindest musikalisch, inhaltlich geht es neben Herzschmerz und Sehnsucht mehr als einmal um Hochprozentiges. „Zu anspruchsvoll“: Die Kritik des damaligen Auftraggebers sorgt für Schmunzler. Die Zuhörer, schon trunken des musikalischen Glücks, feiern auch diese Facette von „BTHVN“, die den Musikern weniger Virtuosität, dafür mehr Emotionen abverlangt. Hoffentlich nicht als Intermezzo, sondern als Neustart der Kammermusik.

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