Rotenburger Kleingartenverein „Heimat“ feiert 65. Geburtstag

Seit 65 Jahren wird hier Gemüse gezogen

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Tatjana Voß (links) und Hannelore Kontag bergen für unsere Sonderseite im Journal die schönsten Fotos aus den Alben.

Rotenburg - Von Manfred Klein. Im Herbst 1950 haben engagierte Hobbygärtner in Andrés Domshof den Rotenburger Kleingartenverein „Heimat“ aus der Taufe gehoben. Für die Verantwortlichen des Vereins, an der Spitze Vorsitzende Hannelore Kontag, war das Gründungsdatum angenehmer Anlass, fröhlich 65. Geburtstag zu feiern.

Im und vor dem Vereinsheim auf dem Betriebsgelände am Weichelsee wurden leckere Schaschlik-Spieße auf den heißen Grillrost gelegt, selbst gemachte Salate, Kuchen und Torten ergänzten das kulinarische Programm. Es erklang für viele Stunden Akkordeonmusik, es wurde getanzt, geklönt, gelacht. Und auch für die Kinder war ein buntes Unterhaltungsprogramm aufgelegt mit Wasserspielen und verschiedenen Wettbewerben.

In den ersten Jahren des Bestehens der „Heimat“ wurde auf einem freien Feld nahe dem Diakoniekrankenhaus geackert, gesät, gezüchtet und gerntet. 1955 siedelten die Gartenfreunde an den heutigen Standort am Weichelsee um. Hannelore Kontag, Tochter Kerstin und Tatjana Voß, Schriftführerin des Vereins, blättern in bilderschweren Fotoalben und zeigen die schönsten Szenen der Gartenidyllen damals wie heute. „Die gepflegtesten Gärten haben, kein Zweifel, unsere Aussiedler vorzuweisen“, meint Kerstin Kontag, die für alle Fotos auf dieser Sonderseite mit ihrer Kamera verantwortlich zeichnet.

Die „Heimat“ hat 108 Parzellen und 93 Laubenpieper, wie sich die Gartenbetreiber selbst gerne nennen, berichtet Hannelore Kontag. Manche hätten eben gleich zwei Flächen in ihrer Betreuung und Bearbeitung, erklärt Tatjana Voß. Grundvoraussetzung, ein Stück Boden in der „Heimat“ zu betreiben, sei die Bedingung, dass ein Drittel des Landes als Gemüsegarten betrieben werde. Nur Freizeit und Erholung auf den Datschas zu genießen, das gehe nicht. Schließlich sei der Verein als gemeinnützig anerkannt, und da stehe in der Satzung, wie der Boden bewirtschaftet werden soll.

„Ganz früher“, erinnert sich Hannelore Kontag, „als die Fläche mit ihren Moorböden und Weiden zur Domäne Luhne gehörte, wurden hier auch Schafe, Hühner und Hasen gehalten.“ Aber wie alles im Leben sei auch der Gartenbaubetrieb über die Jahrzehnte stetem Wandel unterworfen. Was indes zu keiner Zeit zu kurz gekommen ist, das ist die Geselligkeit und die angenehme Kommunikationen unter den Laubenpiepern, freut es Kerstin Kontag.

Jeder Gartenpächter hat übers Jahr verteilt zehn freiwillige Arbeitsstunden zu leisten, die zum Erhalt oder zur Verschönerung der Wege und der Gesamtanlage genutzt werden. Die Anlage der Heimat wird hin und wieder gern von Schulen für Projekte genutzt. So betreute zuletzt die Theodor-Heuss-Schule, davor die Bernhard-Röper-Schule ein größeres Gartenstück für ihre floristischen Forschungen.

Gesellige gemeinsame Momente erleben die „Heimat“-Mitglieder immer dann, wenn es etwas zu feiern gibt – wie zuletzt den Geburtstag des Vereins. Nächster und voraussichtlich letzter „Feiertag“ in der Gartenkolonie ist das Abgrillen Ende Oktober.

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