Ralf Borngräbers Rückkehr in den Landtag steht in Aussicht

Der Rotenburger Kandidat

Die Wahl am 20. Januar 2013 brachte Ralf Borngräber nicht den erhofften Erfolg. Er rutschte aus dem Landtag. Der Sozialdemokrat hatte nur den Listenplatz 33 – der nun allerdings ausreichen könnte, um nachzurücken. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. Als die SPD am 20. Januar als Sieger aus der Landtagswahl ging, um künftig gemeinsam mit den Grünen die politischen Geschicke Niedersachsens zu lenken, hatte Ralf Borngräber verloren. Im Kampf um das Direktmandat nach Hannover hatte der Lehrer aus Visselhövede gegen Mechthild Ross-Luttmann (CDU) keine Chance, auf der SPD-Landesliste stand er zu weit hinten.

Doch genau dieser Listenplatz 33 könnte nun reichen, um im Herbst in den Landtag nachzurücken – wenn ein Genosse Landrat in Wittmund wird. „Ich weiß um diese Möglichkeit seit rund drei Wochen“, bestätigte Borngräber am Montag. Am Gründonnerstag hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Heymann offiziell verkündet, der nächste Wittmunder Landrat werden zu wollen. Sein Landtagsmandat würde er dafür abgeben, hieß es. Heymann hofft auf eine überparteiliche Kandidatur und sucht derzeit die Rückendeckung der anderen Wittmunder Kreistagsfraktionen. Schon der scheidende Landrat Mattias Köring war als parteiloser Kandidat von einem breiten Parteienbündnis aus SPD, CDU und FDP getragen worden, will aber nun vorzeitig in die freie Wirtschaft wechseln. Die Landratswahl soll zeitgleich mit der Kommunalwahl am 11. September stattfinden.

Legt Heymann sein Landtagsmandat dann nieder, steht Borngräber nun ganz oben auf der SPD-Nachrückerliste. Zwei Kandidaten sind in dieser Legislaturperiode in der 49-köpfigen Fraktion der Sozialdemokraten bereits vor ihm nachgerückt: Luzia Moldenhauer aus Bassum für Claus-Peter Poppe, der Bürgermeister in Quakenbrück geworden ist, und Karin Logemann aus Berne für Jürgen Krogmann, der zum Oberbürgermeister in Oldenburg gewählt wurde. Heymann müsste den Verzicht nach der Landratswahl erklären, der Landeswahlleiter dies notieren. Der Landtag stellt dann den Verlust des Mandates fest. Der Nachrücker tritt schließlich in der nachfolgenden Plenarsitzung in den Landtag ein.

Borngräber saß für die SPD von 2008 bis 2013 im Landtag von Hannover. Von 1991 bis 2001 und von 2004 bis 2013 war er Mitglied des Rotenburger Stadtrats, von 2011 bis 2013 war er Ratsvorsitzender. Mitglied des Kreistags ist er seit 2006. Ob er den Gang nach Hannover wieder antreten würde, will er aktuell aber noch nicht sagen: „Erstmal muss Holger Heymann im Landkreis Wittmund zum Landrat gewählt werden. Dann muss er das Mandat auch annehmen. Und erst dann unterhalte ich mich gerne über daraus entstehende Optionen zum Wohle der Bürger im Landkreis Rotenburg.“ Natürlich beschäftige er sich grundsätzlich mit dem Gedanken. Nur: „Ich fühle mich in meiner derzeitigen Verwendung sehr wohl, und die Arbeit macht mir eine Menge Spaß.“ Borngräber ist aktuell als Referent im Referat 25 (Migration, Kultur, Sprachbildung, Schulpsychologie, Schulsozialarbeit) des Niedersächsischen Kulturministeriums tätig. Wer ihn kenne, wisse aber, dass „ich an verschiedenen Stellen in die Bresche gesprungen bin“. Mit Politik, auch der in Hannover, habe er nicht abgeschlossen – die Sozialdemokraten könnten sich auf ihn verlassen.

Frank Jungbluth, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sagt, dass es zum Thema Nachrücker noch keine Gespräche mit Borngräber gegeben habe: „Diese würde unsere Fraktionsvorsitzende Johanne Modder zu gegebener Zeit führen, nämlich, wenn es konkreter wird. Bisher hat Holger Heymann erklärt, dass er kandidieren will.“ Einen Beschluss dafür gebe es durch die SPD noch nicht – der müsste erst zum Beispiel bei einer Delegiertenkonferenz getroffen werden.

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