Rotenburger Jurist sieht in seinem Wechsel eine neue Herausforderung

Rinck jetzt am Landesarbeitsgericht

Klaus Rinck ist jetzt als Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht in Hannover beschäftigt.
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Klaus Rinck ist jetzt als Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht in Hannover beschäftigt.

Rotenburg – Der 53-jährige Rotenburger Jurist Dr. Klaus Rinck wechselt als Richter an das Landesarbeitsgericht in Hannover. Das bestätigt der Mann, der seit 2014 für die CDU im Rotenburger Stadtrat sitzt, auf Anfrage unserer Redaktion. Zuletzt war Klaus Rinck lange Zeit als Richter und Direktor am Arbeitsgericht in Verden tätig.

„Die Aufgabe am Landesarbeitsgericht ist noch anspruchsvoller und interessanter – man entscheidet schließlich in der Regel letztverbindlich“, so Rinck, der einst in Passau Jura studiert und nach dem ersten Staatsexamen sein Referendariat in Würzburg absolviert hat. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeitete er vier Jahre lang zunächst als Rechtsanwalt, ehe er sechs von 15 Arbeitsgerichten in Niedersachsen kennenlernte. „Die Erfahrung als Rechtsanwalt hilft mir in meinem Beruf als Richter im Umgang mit ihnen“, erklärt der Jurist, warum er diese Erfahrung nicht missen möchte.

Die Akten allein sind deutlich umfangreicher.

Dr. Klaus Rinck

Finanziell mache sich sein jetziger Wechsel ans Landesarbeitsgericht zwar bemerkbar, das sei aber nicht der Grund für die Bewerbung gewesen. Der 53-Jährige sieht in der neuen Aufgabe viel mehr eine neue Herausforderung. Und die wird auch auf seinem Schreibtisch sichtbar: „Die Akten allein sind deutlich umfangreicher.“

Viel Lesearbeit sei zu bewältigen – ein bis zwei Tage in der Woche bleibt Klaus Rinck dafür am heimischen Schreibtisch. „Das kann ich dort in aller Ruhe machen.“ Drei bis vier Tage pro Woche pendelt er nun mit dem Zug in die Landeshauptstadt, wo ganz in der Nähe des Bahnhofes sein dienstlicher Schreibtisch zu finden ist. Arbeitsrecht sei für ihn schon immer ein spannendes, ein interessantes Thema gewesen, sagt der Jurist in einem Gespräch mit der Kreiszeitung. In der Regel haben er und seine Kollegen es mit Kündigungsschutz- oder mit Zahlungsklagen zu tun. Es kann allerdings auch um Arbeitszeugnisse oder um Abmahnungen gehen, die am Ende vor Gericht landen. Darüber hinaus haben sich die Arbeitsgerichte immer wieder auch mit Fragen des Gleichbehandlungsgesetzes zu beschäftigen. Ein Beispiel dafür ist nicht selten die Frage, ob für einen Arbeitsvertrag im kirchlichen oder diakonischen Bereich eine Kirchenzugehörigkeit vorausgesetzt werden darf. Zu bewerten sei dabei, inwieweit es sich um einen „verkündigungsnahen“ Arbeitsplatz handelt. „Das ist dann die Gretchenfrage“, so Rinck. Da prallten mitunter Denkmodelle und Werthaltungen aufeinander, „das macht es so interessant“.

Die Zahl der Fälle, die bei den Arbeitsgerichten landen, sei sehr stark konjunkturabhängig. Jetzt in der Pandemie beispielsweise habe das Kurzarbeitergeld viel abgefedert, erklärt der 53-Jährige. Und der demografische Wandel sei allein schon darin zu spüren, dass Kündigungen weniger leichtfertig ausgesprochen würden. Zentrale Aufgabe der Arbeitsrichter sei es, „Urteile mit einer sauberen Begründung“ zu fällen. Gefragt sei zugleich die Fähigkeit, die beteiligten Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen, so Rinck. Das erfordere Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft.

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