Wie ein kleines Paradies

Rotenburger Jugendzentrum bietet Musikern alles, was das Herz begehrt

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Marcus Libbertz ist selbst ganz angetan von den Möglichkeiten, die sich den Musikern im Jugendzentrum bieten.

Rotenburg - Von Guido Menker. Mikrofone, Gitarren, Keyboards, Schlagzeug und Computer: Für jeden Jugendlichen, der Lust hat, selbst Musik zu machen, muss es wie ein kleines Paradies sein.

Marcus Libbertz, seit einem halben Jahr Mitarbeiter im Rotenburger Jugendzentrum, ist selbst ganz angetan von den Möglichkeiten, die sich in den Musikräumen dieser 40 Jahre alten städtischen Einrichtung bieten: „Wir können hier echt viel machen.“

Zum Abmischen stehen im Studio professionelle Geräte zur Verfügung. Hilfe gibt’s vom Fachmann.

Das Hip-Hop-Studio steht bei dem 37-Jährigen besonders hoch im Kurs. Er war selbst mehr als zehn Jahre lang in der Hamburger Hip-Hop-Szene unterwegs, weiß also ganz genau, wie nicht nur die Texte, sondern auch die Songs entstehen und wie sie am Ende auf einer CD verewigt werden können. Und genau das ist auch im Jugendzentrum an der Rotenburger Bergstraße möglich. Libbertz gibt Tipps und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Der Gesang lässt sich mit einem professionellen Kondensatormikrofon einfangen, die Beats mit Hilfe eines professionellen Midi-Keyboards produzieren. Auch ein PC mit den entsprechenden Programmen steht zur Verfügung.

Ein Blick in das Aufnahmestudio im Jugendzentrum.

Neben dem Studio hat das Jugendzentrum noch mehr zu bieten: Wer mag, kann dort ein Instrument erlernen, wer schon in einer Band spielt, kann mit seinen Kollegen den Probenraum und auch vorhandene Instrumente nutzen. Und wenn alles sitzt, ist auch ein Konzert auf der Bühne möglich. „Wir haben nicht nur eine Bühne, sondern auch das gesamte Equipment für einen Live Gig – und dazu auch noch einen hauseigenen Mischer, der alles aus den Stücken der Musiker herausholt“, sagt Libbertz. Auch Bands, die sonst keinen Draht zum Jugendzentrum haben, erhalten die Möglichkeit, dort zu spielen. Motto: „Es dürfen gerne wieder mehr Konzerte stattfinden.“

Wer einmal ganz allein die Felle tanzen lassen möchte – und das ohne, dass andere davon etwas mitbekommen –, setzt sich ans elektronische Schlagzeug und trommelt drauf los. Mit Kopfhörer.

Für Libbertz ist die Sache mit der Musik eine Herzensangelegenheit. Und: „Eine Methode“, wie er ergänzt. Er halte Musik für ähnlich wichtig wie Sport. Man könne sich mit anderen messen, aber eben auch etwas gemeinsam auf die Beine stellen. So ganz nebenbei helfe es auch vielen Jugendlichen, sich über diesen Weg zu öffnen. Libbertz: „Bei Musik geht es um Gefühle. Wir haben zwar Spaß zusammen, aber es kommen auch traurige Geschichten, Probleme und Erlebnisse zur Sprache, die sonst eher weniger angesprochen werden.“ Weil er selbst schon so lange Zeit mit Jugendlichen arbeitet und eben auch Musiker ist, falle es ihm leicht, einen Draht zu den jungen Leuten zu finden und sich mit ihnen auf Augenhöhe zu begeben. Er hilft ihnen beim Texten, beim Aufnehmen, beim Ausprobieren und beim Vorbereiten des Auftritts auf der großen Bühne.

Marcus Libbertz sitzt an den Reglern, im Raum davor ist Platz genug für ganze Bands, die etwas einspielen und aufnehmen möchten.

Die technischen Möglichkeiten sind aus einem weiteren Grund sehr hilfreich: „Sie verhelfen den Jugendlichen auf relativ einfache Art und Weise zu einem ersten Erfolgserlebnis“, weiß Libbertz. Das wiederum führt dazu, dass einige der Nachwuchsmusiker nicht mehr davon loskommen und selbst als junge Erwachsene – auch im Jugendzentrum – am Ball bleiben. Sie machen dann aber nicht nur ihr eigenes Ding, sondern helfen den Jüngeren. „Wir setzen auf ein niederschwelliges Angebot – keiner muss Noten lesen können und ein eigenes Instrument haben, um bei uns Musik zu machen.“ Zugleich setzt Libbertz auf Eigenverantwortlichkeit: Nach einer entsprechenden Einweisung können Einzelmusiker und Bands das Aufnahmestudio auch in Eigenregie in Beschlag nehmen.

Wer mehr über die Angebote und Möglichkeiten im Jugendzentrum wissen möchte, schaut einfach mal vorbei oder ruft an – unter der Nummer 04261 / 2276.

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