Rotenburger Grüne stellen sich neu auf / Ratsmandat noch vakant

Mit einer Doppelspitze in den Wahlkampf

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Elisabeth Dembowski und Thomas Lauber sind die neue Doppelspitze der Grünen-Stadtratsfraktion in Rotenburg.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Rotenburger Grünen stellen sich neu auf. Nachdem der bisherige Fraktionschef Manfred Radtke aus privaten Gründen seinen Rückzug aus der Politik erklärt hat, soll eine Doppelspitze die Arbeit in der Stadtratsfraktion fortführen: Elisabeth Dembowski und der Ortsverbandsvorsitzende Thomas Lauber teilen sich die Position.

Allerdings bleibt dies nur eine vorübergehende Lösung: Lauber tritt zur Kommunalwahl im September nicht mehr an. Nach 47 Jahren aktiver Politik sei für den gebürtigen Oberschwaben Schluss: „Ich habe meine Schuldigkeit getan.“ Das gelte sowohl für den Rotenburger Stadtrat als auch den Kreistag, wo er bis Sommer 2015 Fraktionschef war. Der 65-Jährige, einst Gründungsmitglied der Grünen, wolle sich mehr auf seine Arbeit im Naturschutz konzentrieren. Lauber ist Vorsitzender der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümmeniederung und Nebenflüsse (BSW) und begeisterter Vogelkundler. Das sei in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen. 1991 war der mittlerweile pensionierte Berufsschullehrer für Metallbau und Biologie erstmals in den Rotenburger Stadtrat eingezogen, 2001 in den Kreistag.

Bis zur Kommunalwahl wird er die Stadtratsfraktion der Grünen nun gemeinsam mit Elisabeth Dembowski führen. Die 56-jährige Physiotherapeutin war 2014 für Ute Pommerien in den Stadtrat nachgerückt. „In der Zusammenarbeit kann ich nun noch auf Thomas‘ Erfahrung und Vernetzung zurückgreifen“, lobt sie das Doppelspitzen-Modell, das bei den Grünen ja durchaus Tradition hat. In Rotenburg ist eine solche Konstellation neu, und auch eine Frau an der Spitze einer Fraktion gab es in der Kreisstadt noch nie. In die Fußstapfen des auf allen politischen Gebieten sehr umtriebigen Radtke hätte einer allein auch nicht treten können, so Dembowski: „Diesen Schuh wollte sich keiner anziehen, der ist noch zu groß.“

Das Ziel für die Kommunalwahl sei, die Mandatszahl von aktuell sechs wenigstens zu halten, betonen Lauber und Dembowski. Doch noch sei der Wahlkampf kein großes Thema, der Ortsverband mit seinen gut 30 Mitgliedern werde dafür in den kommenden Wochen aber die Weichen stellen. Bis zur Sommerpause müsse die Kandidatenliste aufgestellt sein.

Darauf soll dann möglichst auch der Name stehen, der in der Fraktion aktuell eine Lücke aufwirft. Denn nach dem Verzicht von Radtke bleibt der Platz im Stadtrat noch unbesetzt. Die ersten beiden Nachrücker auf der Liste der Grünen, Friedhelm Horn und Heiko Deinas, haben abgelehnt. Nächster Nachrücker wäre der ehemalige Leiter der Kreismusikschule, Peter Paulitsch. Doch eine Entscheidung sei noch offen, betont Lauber: „Es gibt ein Potenzial von acht bis zehn Leuten.“ Bis zum 3. März sollten sich die Grünen neu formiert haben und den Beschluss der Verwaltung mitgeteilt haben. Dann tritt der Stadtrat zur großen Ratssitzung zusammen, in der auch der Haushalt 2016 beschlossen werden soll.

Rauft sich die SPD im Vorfeld wie angekündigt bis dahin wieder zusammen und kehrt als geschlossene Koalition zurück, müssten daraufhin auch alle Ausschüsse des Stadtrates neu besetzt werden. Als Koalitionspartner kehren die Grünen aber auch dann nicht zurück, betont Lauber. Die offizielle Zusammenarbeit bleibt zumindest bis zur Kommunalwahl beendet. Klar sei aber auch: „Wir sind jederzeit inhaltlich gesprächsbereit.“

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