Freibadbereich im Erlebnisbad Ronolulu weiter geöffnet

Nichts für Frostköttel

Ein Blick vom Rutschenturm auf das Erlebnis- und Schwimmerbecken.
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Ein Blick vom Rutschenturm auf das Erlebnis- und Schwimmerbecken.

Aufziehende Nebelschwaden, leuchtend oranger Sonnenaufgang: Wer sich dieser Tage als Frühschwimmer ins Freibad des Ronolulu wagt, hat die Chance auf ein beeindruckendes Naturschauspiel. Bereits ab sechs Uhr morgens ziehen wochentags die Ersten ihre Bahnen, am Wochenende ab acht Uhr. Die Öffnung des Freibades bis mindestens Mitte November hängt mit der derzeit laufenden Sanierung des Hallenbades zusammen.

Rotenburg – Morgens halb sieben in Rotenburg: Es ist dunkel, die Straßen sind wegen der Herbstferien weitgehend leer und den Vögeln ist noch nicht nach Zwitschern zumute. Während sich die einen noch einmal im Bett umdrehen und die anderen ihren ersten Kaffee genießen, ziehen im Rotenburger Erlebnisbad Ronolulu bei nur zwei Grad Celsius Außentemperatur eine Handvoll Hartgesottene ihre Bahnen.

Inmitten der dichten Nebelschwaden, die über die beleuchteten und beheizten Becken ziehen, sind die Frühschwimmer erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Einzig eine Frau mit knallroter Badekappe sticht heraus – eine gute Wahl.

„Einige unserer Stammfrühschwimmer lassen sich durch die Temperaturen nicht abschrecken – wir würden uns aber noch mehr Besucher wünschen. Wir versuchen alles, um ihnen das Wasser so warm wie möglich zu machen“, verspricht Badleiterin Irena Carstens, die an diesem Morgen Dienst im Rettungsturm hat, von dem aus die Schwimmmeister sonst den kompletten Außenbereich überblicken können.

Weil das an diesem Morgen wegen des Nebels nicht so ist, dreht Irena Carstens häufiger als sonst Runden um das etwa 22 Grad Celsius kühle Schwimmerbecken und den immerhin um ein paar Grad wärmeren Erlebnisbereich.

Mehr ist an kalten Herbsttagen wie diesem nicht drin: „Unser Blockheizkraftwerk läuft auf voller Leistung – die Technik ist aber nicht für diese Witterung ausgelegt“, berichtet Carstens, die den Freibadbereich dennoch am liebsten so lange geöffnet lassen will, bis der Umbau des Hallenbades um Weihnachten herum abgeschlossen ist.

Der Rutschenturm schimmert in der Morgensonne.

Ganz so optimistisch ist Volker Meyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg, zwar nicht, aber auch er sagt: „Je nach Witterung werden wir bis mindestens Mitte November öffnen, vielleicht sogar bis Ende des Monats. Und wer weiß, wenn es dann tagsüber um die zehn Grad Celsius sind, sehen wir weiter. Es wird in jedem Fall nur einen kurzen Zeitraum geben, in dem wir komplett schließen werden – die Sauna bleibt davon natürlich unberührt“, erklärt Meyer, der klar macht: „Dass wir den Freibadbereich offenlassen, ist wirtschaftlich betrachtet nicht attraktiv. Wir wollen aber unseren Kunden und den Vereinen weiterhin die Möglichkeit geben, zu schwimmen. Wenn das Hallenbad geöffnet wäre, hätten wir zu dieser Zeit aber deutlich mehr Kunden.“

Diejenigen, die sich trotz der Temperaturen trauen, werden mit einer besonderen Atmosphäre belohnt und sind dankbar dafür, dass sie weiterhin ihrem Sport nachgehen können. So wie Brigitte Müller aus Unterstedt und Martina Henke aus Kirchwalsede, die sich zweimal die Woche frühmorgens ins Wasser wagen. „Eigentlich sind wir um diese Zeit im Schwimmerbecken, heute ist es uns dort aber tatsächlich etwas zu kalt – darum bleiben wir im Erlebnisbereich“, sagt Müller und lässt ihren Blick durch das Bad schweifen. Am Horizont geht langsam die Sonne auf. „Es ist einfach herrlich hier. Ich habe gerade schon zu meiner Freundin gesagt, dass es sich so anfühlt, als wären wir in einem Hotelpool.“

Martina Henke ergänzt: „Es ist sehr wichtig, dass das Ronolulu erhalten bleibt. Wie es ohne das Erlebnisbad wäre, hat der Lockdown gezeigt.“ Das Frühschwimmen sei nicht nur gut für ihre Gesundheit, sondern auch ein perfekter Wachmacher für den Tag. „Zum Aufwärmen trinken wir später gemeinsam einen Kaffee, ja?“, lädt Müller ihre Freundin ein.

Nebelschwaden ziehen über das beleuchtete Schwimmerbecken.

Vom Restaurant Aloha aus können die Gäste tagsüber die Arbeiten verfolgen, die im anliegenden Hallenbad laufen. „Die Handwerker geben Vollgas, damit wir bis Weihnachten fertig sind“, lobt Volker Meyer, der dennoch lieber Familien beim Planschen zuschauen würde. Doch bis dahin ist Geduld gefragt. Derzeit wird das Schwimmerbecken saniert, nebenbei werden Wände neu verfliest.

Im kommenden Jahr sollen das Dach und die Fassade erneuert werden. Insgesamt etwa 15 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in das Bad fließen.

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