So schön wie damals 

Rotenburger „DemenzNetz“ lädt wieder ins Tanzcafé ein

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Hoffen auf ein volles Haus am 18. März: Heike Schwabe und Thomas Lichte vom Rotenburger „DemenzNetz“.

Rotenburg - Von Michael Schwekendiek. Damals stand noch der „Lüneburger Hof“ an der Rotenburger Goethestraße - in etwa dort, wo heute das „Hotel am Pferdemarkt“ ist. Damals war der Tanzkurs nach der Konfirmation so selbstverständlich wie die Segenshandlung selbst. Damals gab es im Hotel-Saal auch den berühmten „Tanztee“ am Sonntagnachmittag und schick in Schale ging es zu manchem Ball. Lange her.

In den 1970er Jahren endete die Geschichte des Hauses. Getanzt wurde nun an anderen Orten. Aber Tanztees und Bälle wurden im Laufe der Jahre immer weniger. Nur die Melodien von damals klingen vielen, die dabei waren, noch im Ohr. Und auch wenn das menschliche Gehirn seitdem viel aufnehmen musste, Gerhard Wendlands „Tanze mit mir in den Morgen“ sitzt immer noch. Alle wissen, dass Gitte „‘nen Cowboy als Mann“ wollte und Elvis nicht nur Rock ‘n‘ Roll konnte, sondern selbst vor deutschen Volksliedern nicht halt machte („Muss i denn…“).

Das Rotenburger „DemenzNetz“ möchte die Erinnerungen an diese Zeiten noch einmal beleben. Erinnerungen im Leben älter werdender Menschen sind wichtig, „Musik von früher macht Spaß, ist gesellig und tanzen ist genau die richtige Bewegung“, so Heike Schwabe und Thomas Lichte, die möglichst viele Menschen zum Tanzcafé am Sonntag, 17. März, ins „Aira“ am Rotenburger Mutterhaus einladen. Die Begeisterung nach der ersten entsprechenden Veranstaltung im vergangenen Frühjahr ist beiden deutlich anzumerken: „Da herrschte eine tolle Stimmung! Mal wieder so richtig fröhlich sein - und sich zu erinnern, wie das damals war beim Tanzen.“ Eingeladen sind alle, die tanzen möchten. Ansprechen möchte man auch gerade diejenigen, die mit einem Partner mit demenzieller Erkrankung zu Hause leben. „Die haben oft keinen Ort mehr, wo sie hingehen können und fühlen sich nicht selten sozial isoliert“, so Heike Schwabe, ausgebildete Pflegefachkraft und Gerontotherapeutin, die außerdem für zwei Tagespflegeeinrichtungen in Fintel und Lauenbrück verantwortlich ist. „Aber“, fügt Thomas Lichte hinzu, Allgemeinarzt aus Lauenbrück, „man muss keine demenzielle Erkrankung haben, um zu unserem Tanzcafé zu kommen.“ Mal raus kommen von Zuhause, mal wieder etwas gemeinsam unternehmen, das sei für älter gewordene Paare sehr wichtig. „Und die sind uns deshalb alle auch besonders willkommen.“ Beim letzten Mal fand sich übrigens ein zufällig am „Aira“ vorbeikommendes Paar, das zur Freude aller einen Tango nahezu in Vollendung tanzte.

Nicht zuletzt soll es beim Tanzcafé auch darum gehen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter des „DemenzNetz“ und die Möglichkeiten, die dieser Verbund bietet, kennenzulernen. Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei. Für die Verpflegung ist mit Kuchen, Kaffee und Tee gesorgt. Los geht es um 15 Uhr. Die letzten Tonträger wird der eigens engagierte Discjockey dann gegen 17 Uhr auflegen.

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