Verband hat bereits Bürgermeisterkandidaten

Die Rotenburger CDU ist bereit für den Wahlkampf

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Eike Holsten sucht einen CDU-Kandidaten.

Rotenburg – Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hat nach dem negativen Votum zur IGS-Oberstufe am Donnerstagabend seinen Entschluss bekräftigt, vom Amt zurücktreten zu wollen. Die Kreisstadt wird damit aller Voraussicht nach im Sommer neu wählen.

Eine entscheidende Rolle bei der Suche nach einem Nachfolger von Weber wird Eike Holsten zukommen. Der 36-Jährige sitzt seit zwei Jahren für die CDU im Landtag, ist auch Mitglied im Stadtrat und Kreistag, aber gefordert ist er nun in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindeverbandes seiner Partei. Die CDU ist mit rund 230 Mitgliedern klar die größte Partei in der Kreisstadt. Zudem bildet die CDU-Fraktion mit 13 Vertretern die größte Gruppe im Stadtrat. Kurz gesagt: Die Partei ist gefordert, einen Kandidaten zu präsentieren.

Das sollte eigentlich für die Wahl im Jahr 2021 erst im kommenden Herbst geschehen. Nun aber müssen die bereits laufenden Gespräche mit Interessenten früher zum Ziel gebracht werden. Holsten sagt jedoch, er sei „tiefenentspannt“ in dieser Frage. „Wir können im Januar in den Wahlkampf ziehen.“ Genauso wie alle anderen habe ihn die Entscheidung von Bürgermeister Weber überrascht. Er könne absolut nachvollziehen, dass dieser eine „menschlich schwere Zeit“ durchmache und empfinde daher auch keinerlei Freude, einen Gegner in der Sache quasi „loszuwerden“. Häme sei absolut fehl am Platze.

Das hat er auch am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung untermauert. In der Aussprache zur IGS-Oberstufe äußerte sich Holsten nicht zur Sache, sondern zum Umgang miteinander in der Debatte. Er trage zwar „eine gewisse Wut“ in sich, weil Webers Gegenseite „bewusst missverstanden“ worden sei. Aber: Insgesamt sei auch ihm der Umgang miteinander zu weit gegangen. Sollte er dazu beigetragen habe, möchte er sich entschuldigen, sagte Holsten. Er kritisierte die „Brutalität“ der Ereignisse. Holsten forderte mehr Respekt füreinander und äußerte seine Hoffnung, dass der Rat bald wieder „zur ganz normalen Kommunalpolitik zurückkehren werde“.

Für die Rotenburger CDU, die auch immer mal wieder mit internen Querelen zu tun hat, gilt es nun, sich personell zu positionieren. Namen möglicher Bürgermeister-Kandidaten kommentiert Holsten offiziell noch nicht. Dabei werden schon seit einiger Zeit potenzielle Bewerber für das Bürgermeisteramt genannt. Philipp Lennartz gehört dazu. Er steht auf der CDU-Nachrückerliste für den Stadtrat auf Platz eins, wäre ein politischer Neuling, aber mit großem Erfahrungsschatz im Management. In Rotenburg war er einige Jahre lang als Direktor im Wachtelhof tätig, aktuell leitet er eine Klinik an der Ostsee – wohnt allerdings mit seiner Familie noch in der Kreisstadt. Auch Michael Niestädt taucht plötzlich in den Spekulationen auf. In Fintel war er Samtgemeindebürgermeister, ist dann im September für die SPD in den Stadtrat nachgerückt und im Oktober zur CDU-Fraktion gewechselt. Eine Option für einen überparteilichen Kompromiss mit einem parteilosen Kandidaten? Klaus Rinck jedenfalls wird seinen Hut nicht in den Ring werfen. Das hat der CDU-Stadtratsfraktionschef mehrfach betont. Dem Direktor des Verdener Arbeitsgerichts werden jedoch immer wieder Ambitionen nachgesagt, auch mal höhere politische Ämter bekleiden zu wollen.

Bislang hatte sich die CDU darauf eingestellt, einen Gegenkandidaten für Amtsinhaber Weber, der schließlich 2021 nochmal kandidieren wollte, stellen zu müssen. Nun ändert sich die Konstellation. Zuletzt hatte die CDU 2014 bei der Bürgermeisterwahl eine herbe Schlappe zu verkraften. Mit Amtsinhaber Detlef Eichinger war sie erneut in den Wahlkampf gegen Herausforderer Andreas Weber gezogen, doch das Ergebnis war letztlich überraschend deutlich: Der Sozialdemokrat Weber hatte am Wahlabend des 25. Mai mit 59,6 Prozent deutlich die Nase vorn. Eichinger erreichte 40,4 Prozent der Wählerstimmen. Der ehemalige Berufssoldat war zwar parteilos, aber für die CDU seit 2001 als erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt im Amt. Nach seiner Niederlage verabschiedete er sich komplett aus der Politik. In Eichingers Amtszeit fällt auch der Beschluss, die IGS überhaupt in der Kreisstadt einzurichten. Als Bürgermeister war er gegen Großteile seiner Partei stets ein Verfechter der Schule. Dass nun sein Nachfolger genau wegen dieses Projekts, das er stets als Herzensangelegenheit bezeichnet hat, seinen Hut nimmt, ist eine bemerkenswerte politische Randnotiz.

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