Kein Titel als „Fahrradfreundliche Kommune“

Rotenburg zeigt besonderes Engagement

Im August war die Jury in der Kreisstadt unterwegs. - Foto: Krüger

Hannover/Rotenburg - Es hat nicht ganz gereicht, geehrt wurde die Kreisstadt am Montag in Hannover dennoch: Vier Kommunen hat Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) mit dem Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ ausgezeichnet. Der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt Oldenburg, die Landeshauptstadt Hannover und die Region Hannover dürfen diesen erstmals in dieser Form vom Land und der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK) vergebenen Titel nun fünf Jahre lang tragen.

Die Stadt Rotenburg ist noch nicht ganz so weit, wurde aber bei der Preisverleihung während der Fachtagung „Fahrradland Niedersachsen“ in der Akademie des Sports dennoch besonders gewürdigt. Rotenburg habe „besonderes Engagement“ im Wettbewerb gezeigt, hieß es von Lies. Die Jury wollte demnach ihr bestehendes Konzept würdigen und sie zur schnellen Umsetzung ermutigen. „Wir haben noch einige Vorhaben in der Pipeline. Deren Umsetzung wird bestimmt zwei bis drei Jahre dauern. Die Belobigung bestätigt unseren bisherigen Weg“, so Bürgermeister Andreas Weber. Er war mit dem zuständigen Amtsleiter Stephan Lohmann und dem Rotenburger ADFC-Vorsitzenden Manfred Petersen nach Hannover gereist.

Am 25. August war eine Jury mit Vertretern aus dem Verkehrsministerium, von kommunalen Spitzenverbänden, aus Politik und Verwaltung in Rotenburg mit Vertretern der Stadt und aus hiesigen Verbänden unterwegs gewesen, um sich das anzuschauen, was die Stadt bereits für Radler umgesetzt hat oder noch umsetzen will – das städtische Radwegeverkehrskonzept von 2012 bildet dafür die Grundlage. Das Zusammenspiel aus Ist-Zustand und Plänen schien damals gut angekommen zu sein. „Man sieht, dass der Fahrradverkehr vorangebracht werden soll“, sagte Axel Priebs, Vorsitzender der AGFK.

Rotenburg war die kleinste Kommune im Wettbewerb. Tatsächlich sind es jetzt die größeren Regionen, die ausgezeichnet wurden. Dennoch lasse sich Rotenburg nicht entmutigen. Im Gegenteil: „Wir haben in Rotenburg in den vergangenen Jahren eine positive Fahrradkultur geschaffen. Auch mit der Teilnahme am Stadtradeln“, so Weber. Und auch die sei mit dem guten Ergebnis besonders erwähnt worden. Die weiteren Vorhaben lässt er nicht unerwähnt: Mit der geplanten Komplett-Sanierung der Harburger Straße, dem Umbau der Gerberstraße zur Fahrradstraße und dem Ausbau der Radwege Sandhasenweg, Ebberskamp und Rönnebrocksweg sei man auf einem guten Weg. Sind die Vorhaben realisiert, werde sich Rotenburg erneut bewerben.

Minister Lies sagte abschließend: „Radfahren boomt. Mit einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtverkehr ist der Radverkehr in Niedersachsen bereits heute überdurchschnittlich groß.“ Das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ löst den Landespreis nach 14-jähriger Tradition ab. Land und AGFK versprechen sich von der neuen Zertifizierung eine gezieltere und nachhaltigere Radverkehrsförderung als bislang. 

mk/men

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