Kommentar zum Grünlandumbruch:

Die Lücke im System

Kommentar von Michael Krüger. Den Bauern den Schwarzen Peter zuzuschieben, greift in der momentanen Situation zu kurz.

Michael Krüger

Trotzdem wird die Debatte um den Grünlandumbruch in diesen Tagen aufgrund der De-Facto-Gesetzeslücke bis zum 1. Januar dazu führen, die verschiedenen Positionen zu verhärten. Das Landvolk ist bemüht, darauf hinzuweisen, dass sich die Bauern weiter an Vorschriften, Regeln und Naturschutzauflagen halten müssen, die fernab der Genehmigungspflicht bestehen. Die Intention ist klar: Der Freibrief zum Umpflügen soll keinesfalls einen fragwürdigen Ruf als Umweltfrevler zementieren. Und doch tut er es: Weil viel zu wenig offensiv öffentlich gemacht wurde, was nun auf den Feldern geschieht, welche Mitschuld das Landwirtschaftsministerium trägt und welche landwirtschaftlichen Gründe es gibt, rund um die Feiertage plötzlich die Wiesen zu bearbeiten. Stimmen aus der Bauernschaft, natürlich nicht die offiziellen, bestätigen ein gewisses Trotzverhalten: In diesen 13 Tagen könne man endlich Schalten und Walten, wie man wolle – selbst wenn in der Folge wegen zu vieler Pflügereien ein Rückzieher erzwungen wird. Dass bei diesen agrar- und gesellschaftspolitischen Spielchen im Zweifelsfall die Natur auf der Strecke bleibt, zeigt das Beispiel Stelle. Es ist eine Gemengelage aus Ignoranz, Wut und falschem Selbstverständnis, die einer kleinen Grille zum Verhängnis wird – und das Versäumnis des Gesetzgebers.

Bericht zum Grünlandumbruch

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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