Landkreis plant, 0,86 Prozent der Kreisfläche für Windkraftanlagen auszuweisen

Weniger Platz für Windenergie

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Windkraftanlagen machen einen wichtigen Teil der erneuerbaren Energiegewinnung aus. Auch im Landkreis Rotenburg stehen bereits einige, wie zum Beispiel in der Samtgemeinde Sottrum. Andere geplante Flächen für Windparks sollen nun wieder gestrichen werden.

Rotenburg - Von Farina Witte. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Planung des Landkreises Rotenburg geht es am Mittwoch um die zukünftige Entwicklung der Windenergie vor Ort. Landrat Hermann Luttmann (CDU) wird die Auswertung der Stellungnahmen zum Entwurf für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) 2017 vorstellen. Nach den eingegangenen Stellungnahmen sieht der Landkreis vor, 0,86 Prozent der Kreisfläche für Windkraftanlagen auszuweisen. Im Entwurf aus dem vergangenen Jahr waren noch 1,2 Prozent geplant.

Mit der Verringerung der ausgewiesenen Flächen liegt der Landkreis unter der Empfehlung des eigenen Klimaschutzkonzepts, das einen Prozent der Kreisflächen zur Gewinnung von Windenergie vorsieht. Das Land Niedersachsen hält im Landkreis Rotenburg gar eine Flächennutzung von 2,53 Prozent für möglich. „Die Spanne zur Empfehlung des Landes Niedersachsen ist insbesondere deshalb so hoch, weil der damalige Umweltminister einen Abstand von Windenergieanlagen zu Wohnhäusern von 400 Metern für ausreichend hält, während der Landkreis mit 1 000 Meter Abstand zu Wohnhäusern plant“, erklärt Rainer Meyer von der Kreisverwaltung. Zudem sei der Landkreis bestrebt, anders als der Erlass es empfiehlt, Landschaftsschutzgebiete von Windenergieanlagen freizuhalten.

Entsprechend der Stellungnahme des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, streicht die Kreisverwaltung die Flächen für Windparks in Groß Meckelsen, Fintel, Ahausen und Wittorf. Der Grund: Sie liegen in einem Tiefflugkorridor der Bundeswehr. Der Windpark in Weertzen/Langenfelde wird aus dem gleichen Grund auf 86 Hektar begrenzt. Der Landkreis plant hingegen, die Gebiete in Sandbostel/Bevern und in Kirchwalsede zu vergrößern.

Wie groß das Gebiet in Ostervesede werden kann, ist noch unklar. Dort befindet sich ein Brutplatz des Rotmilans. Dieser zähle zu den durch Windräder am stärksten gefährdeten Vogelarten. Der Landkreis hat daher vor, das Gebiet in Ostervesede deutlich zu reduzieren. Laut der Einschätzung des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege sei es aber grundsätzlich möglich, das Gebiet trotzdem für Windkraftanlagen auszuweisen. Es steht jedoch noch aus, wie viele Windräder Platz fänden.

Der Windenergie Landesverband Niedersachsen kritisiert an diesem Vorhaben vor allem die ersatzlose Streichung von vier geplanten Flächen für Windparks. Diese führt zu einer Verfehlung der Ausbauziele für erneuerbare Energie, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Landesverbands. Die Kreisverwaltung schlage keine Ersatzflächen vor, da alle potenziellen Flächen in den vergangenen Jahren umfassend geprüft wurden, so Meyer. Das bisherige RROP-Verfahren habe zudem gezeigt, dass in der Bevölkerung wenig Akzeptanz für große Windparks mit über 200 Meter hohen Anlagen vorhanden ist. Der Verband fordert in diesem Zusammenhang, dass die Einschränkungen durch die militärische Flugsicherung sehr kritisch hinterfragt werden. Windparks an Land seien aktuell die kostengünstigste Art der Energiegewinnung. Daher werde sie einen großen Anteil der durch die Bundesregierung vertraglich zugesagten CO2-Einsparung ausmachen, schreibt der Landesverband. Wichtig sei, dass alle Landkreise ihre Potenziale beim Windenergieausbau konsequent nutzen und Bedenken von öffentlichen und privaten Trägern konstruktiv hinterfragen.

Da die Flächen für die Windenergie im Vergleich zum RROP-Entwurf aus dem Jahr 2017 verringert wurden, muss der derzeitige Plan erneut ein Beteiligungsverfahren durchlaufen. Nun soll dem Ausschuss für Umwelt und Planung ein dritter Entwurf am 29. August vorgelegt werden. Danach startet die öffentliche Auslegung.

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