Ritter, Gaukler, Marktleute und Musiker auf dem Gelände des Heimathauses

Rotenburg trifft sich zu Pfingsten im Mittelalter

Mystische Atmosphäre herrscht, als sich Geschöpfe aus der Fabelwelt bei Dunkelheit zu zauberhaften Klängen bewegen. - Fotos: go

Rotenburg - Mystische Klänge, dazu Gestalten aus der Fabelwelt, die sich über das Gelände bewegen. Im bunten Lichterschein herrscht Gänsehaut-Atmosphäre am Samstagabend auf dem Gelände des Rotenburger Heimathauses. Die Fogelvreien sind wieder da. Trolle und Kobolde treiben ihren Schabernack mit den Besuchern und wunderschöne anmutige Feen scheinen über das Grün vor der Bühne zu schweben. Kinder und Erwachsene halten mit staunenden Auge inne. Es ist so, als ob jemand die Tür zu einer Anderswelt rund um die Mythen und Märchen des Mittelalters aufgemacht hat. Ein faszinierender Auftakt des mittelalterlichen Pfingstspektakels, das bereits zum zehnten Mal in der Kreisstadt über die Bühne geht.

Johannes Faget hat mit den Fogelvreien wieder tausende Menschen nach Rotenburg gelockt, um sie mit auf eine Zeitreise ins 12. bis 15. Jahrhundert zu nehmen. Drei Tage haben die teilweise zeitgenössisch gekleideten Besucher die Möglichkeit, an einem lebendigen Geschichtsunterricht rund um das Leben zur damaligen Zeit teilzunehmen – und das ist dem Tross mit den edlen Damen, Rittern, Marktleuten, Gauklern und Musikern trotz der manchmal abenteuerlichen Wetterkapriolen mit Regen, Hagel, Wind und Sonne dennoch vortrefflich gelungen.

„Im Vergleich zum Vorjahr sind weniger Besucher zu uns gekommen“, erklärte Faget am Rande der Veranstaltung. Dennoch sei er zufrieden, denn einmal mehr hätten die Rotenburger und Menschen der Region bewiesen, dass dieses Pfingstspektakel sich in ihren Herzen festgesetzt habe. „Man trifft sich in der Kreisstadt zu Pfingsten im Mittelalter“, sei ein bezeichnender Ausspruch eines Besuchers gewesen.

Einige Begeisterte seien zwischendurch nach Hause gegangen und als das Wetter gegen Abend besser wurde wiedergekommen. „Einige haben den Besuch sicherlich auf den Pfingstmontag verlegt – und mit viel Glück werden wir die Besucherzahlen nach oben hin korrigieren können“, dankt Faget für die Treue der Kreisstädter kurz vor dem Schließen der Stadttore.

Fogelvreie in Rotenburg - der Samstag

Begeistert sei er vom hiesigen Bürgermeister Andreas Weber, der als Magistrat verkleidet das Treiben in Rotenburg eröffnet hatte. „Er hat sich für’s erste Mal wacker geschlagen und sich der mittelalterlichen Sprache angenommen“, so das Kompliment des Veranstalters. Faget dankte Weber mit der Übergabe eines europäischen Gütesiegels.

Fogelvreie in Rotenburg - der Sonntag

Damit wird Rotenburg europaweit als Mitgliedsstadt der Arbeitsgemeinschaft Historica (ARGE Historica) geführt. Dieser Zusammenschluss der 1994 in Beauvais gegründeten ehemaligen FEFMH (Fédération Européenne des Fêtes et Manifestations historiques) ist ein europäisches Qualitätssiegel für historische Veranstaltungen. Dieses Siegel darf die Stadt fortan öffentlich aushängen. Das gab Faget bei der offiziellen Eröffnung bekannt. „Wir kommen im kommenden Jahr gerne wieder“, so Faget.

Fogelvreie in Rotenburg - der Montag

go

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