Grundsteinlegung von Logistikcenter

Thyssenkrupp kommt nach Rotenburg: Fahrerlose Shuttles geplant

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Prost! Allen Grund zum Anstoßen haben Vertreter von Thyssenkrupp Schulte, die gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Weber im Gewerbegebiet Hohenesch den Grundstein für das künftige Logistikcenter legen.

In Rotenburg soll das Logistikcenter der Zukunft entstehen. Der Konzern Thyssenkrupp Schulte will dort eine riesige Niederlassung errichten – mit fahrerlosen Transportshuttles und einem Lager für 20.000 Tonnen Material.

Rotenburg – Es ist ein unbeständiger Tag. Das Wetter kann sich nicht entscheiden und wechselt zwischen Regenschauern, Hagel und Sonnenschein hin und her. Umso beständiger soll der neue Standort von Thyssenkrupp Materials Services sein, zu dessen Grundsteinlegung das Unternehmen am Dienstagnachmittag ins Gewerbegebiet Hohenesch lädt.

Die blauen und weißen Sicherheitshelme und Spaten, schön drapiert neben dem Grundstein, fallen im Wind immer wieder um. Die Wetterkapriolen stören im Zelt auf dem künftigen Betriebsgelände an diesem Nachmittag allerdings niemanden – dort herrscht Freude vor, dass es endlich losgehen kann.

Thyssenkrupp-Sprecher in Wildeshausen: „Wichtiger Meilenstein“

Aktuell benötige man noch ein wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie es auf dem Gelände im kommenden Jahr aussehen werde, begrüßt Martin Stillger, Sprecher des Vorstands von Materials Services, die anwesenden Gäste aus Vertretern von Thyssenkrupp, Rotenburgs Politik, der Feuerwehr und des ausführenden Bauunternehmens Willy Johannes Bau.

„Es ist ein wichtiger Meilenstein in der strategischen Entwicklung unserer Business-Area“, benennt es Stillger in seiner Rede. Der Standort setze dabei auf zwei Säulen: Auf der einen Seite den Werkstoffhandel, auf der anderen Seite das Servicegeschäft. Mit dem neuen Standort in Rotenburg werde die Leistungsfähigkeit noch weiter erhöht, dazu sei ein entsprechendes Logistik-Netzwerk wichtig.

Wildeshausen: Thyssenkrupp braucht große Fläche

Die Wahl auf Rotenburg ist vor etwa zweieinhalb Jahren gefallen. Bis zur Grundsteinlegung am Dienstag mussten aber noch einige Hürden genommen werden.

Zum einen war eine Fläche in der gewünschten Größe von mindestens 75.000 Quadratmetern für die Thyssenkrupp-Niederlassung nicht vorhanden, erklärt Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in seinen Begrüßungsworten. Diese mussten erst angekauft werden, bei mitunter „schwieriger Überzeugungsarbeit“.

Außerdem mussten ein Bahnanschluss- sowie die Baugenehmigung und der entsprechende Bebauungs- sowie Flächennutzungsplan her, ebenso war die Nähe zum Flughafen ein Faktor für Thyssenkrupp, den es zu bedenken galt.

Thyssenkrupp will 20.000 Tonnen Material lagern

Letztendlich habe der Standort aber „eine große Bedeutung für Rotenburg“, so der Verwaltungschef. Zum einen sei es Werbung für die Kreisstadt, zum anderen investiert der Werkstoffhändler und -dienstleister rund 60 Millionen Euro in das Center. Dazu arbeitet er eng mit dem regionalen Bauunternehmen Willy Johannes Bau zusammen, das das Projekt plant, betreut und realisiert.

Auf dem Gelände selbst haben die ersten Arbeiten für das moderne, innovative Logistikcenter von Thyssenkrupp bereits begonnen: Mit schwerem Gerät wird dort schon Erde bewegt. Mitte 2021 soll das Logistikcenter in Rotenburg eröffnen, bis dahin ist noch einiges zu tun.

So entsteht auf dem insgesamt nun 100.000 Quadratmeter großen Grundstück eine Hallenfläche von 36.000 Quadratmetern. Dort werden dann etwa 20.000 Tonnen Material wie Aluminium, Edelstahl und Stahl gelagert.

Mitarbeiter ziehen von Hamburg und Bremen nach Rotenburg

Um die 70 Mitarbeiter sollen zunächst in Rotenburg beschäftigt werden. Einige von ihnen werden wahrscheinlich aus den bisherigen Standorten in Hamburg und Bremen nach Rotenburg wechseln, denn diese werden mit der Neueröffnung geschlossen.

Entsprechende Angebote habe Thyssenkrupp seinen Mitarbeitern bereits gemacht. „Die Standorte sind historisch gewachsen. Wir befinden uns heute in Gebieten, die als Wohngebiete sehr wertvoll geworden sind, wo Industrie stört“, erklärt Stillger. Da dort entsprechend auch die Entwicklung gehemmt ist, musste eine Alternative her.

Thyssenkrupp will fahrerlose Transportshuttles einsetzen

„Mit unserem Konzept betreten wir Neuland“, sagt Tobias Hegmanns, Chief Operating Officer bei Thyssenkrupp Schulte, der das Projekt seit Beginn an begleitet.

Neuland, auf das auch der ein oder andere Mitbewerber ein Auge werfen könnte. Denn erstmals soll in Rotenburg mit einem branchenweit neuen Logistikkonzept die Ware direkt zum Lkw geführt werden.

Dieser wird dann über Ladebuchten be- und entladen. „Bisher fahren die Lkw auf einer Mittelstraße durch das Lager“, erklärt Hegmanns – und das habe viele Nachteile, in unterschiedlichen Bereichen.

Fahrerlose Transportshuttles werden künftig auf dem Gelände in Rotenburg unterwegs sein, weitere Automatisierungen sollen die Arbeitsabläufe erleichtern. Das setze zugleich neue Standards für die Arbeitssicherheit, so Hegmanns. Außerdem erhoffe sich das Unternehmen eine Produktivitätssteigerung.

Rotenburg soll weltweite Vorreiterrolle spielen

„Der Standort ist ein wichtiger Mosaikstein im Logistikkonzept für Deutschland“, erklärt Hegmanns. Um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden, spiele auch die Digitalisierung eine große Rolle. Dazu ist eine eigens zugeschnittene Künstliche Intelligenz im Einsatz: „alfred“ sorge für die Koordinierung von Lieferströmen bei Thyssenkrupp. „Wir sind darauf angewiesen, solche Lösungen zu entwickeln“, erklärt Stillger. Denn täglich müssten enorme Datenmengen verarbeitet werden.

Rotenburg komme künftig eine Art Schlüsselrolle zu, denn der neue Standort ist eine „Blaupause für weitere Logistikstandorte in unserem Netzwerk“, so der Sprecher. Das Projekt liefere wertvolle Erkenntnisse, denn es sei eine Pilotlösung für andere Standorte, sowohl in Deutschland als auch weltweit.

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