Stadtwerke Rotenburg: Stromtarife bleiben bis Ende 2022 stabil

Gaspreis steigt im nächsten Jahr deutlich

Uwe Schmidt (l.) und Volker Meyer berichten über die Preisentwicklung bei den Stadtwerken Rotenburg.
+
Uwe Schmidt (l.) und Volker Meyer berichten über die Preisentwicklung bei den Stadtwerken Rotenburg.

Genaue Zahlen stehen noch nicht fest, aber so viel ist schon jetzt klar: Die Stadtwerke Rotenburg (SR) werden zu Beginn des neuen Jahres die Gaspreise erheblich anheben. Das teilt der SR-Geschäftsführer Volker Meyer auf Anfrage der Kreiszeitung mit. Bis Ende der Woche soll feststehen, wie tief die rund 7 700 Gaskunden in Rotenburg sowie in Visselhövede künftig für eine warme Wohnung in die Tasche greifen müssen.

Rotenburg – „Es wird ein ganzer Schwung draufkommen“, prognostiziert Meyer. Um bis zu 50 Prozent könne der Preis steigen, sagt er. Die meisten Privatkunden gehörten zurzeit der Tarifstufe 2 an und zahlten brutto 5,78 Cent pro Kilowattstunde. „Wir analysieren in diesen Tagen die aktuellen Daten und bewerten die Preise“, erklärt Uwe Schmidt, Leiter Vertrieb und Marketing. Grund für die Anpassung seien die deutlich gestiegenen Einkaufspreise. Im Januar 2020 hätten die Stadtwerke das Gas für rund 18 Euro pro Megawattstunde eingekauft, zu Beginn dieses Jahres für etwa 17 Euro. „Heute“, sagt Schmidt, „müssen wir 50 bis 55 Euro bezahlen.“

Eine ähnliche Marktpreisentwicklung sei auch beim Strom festzustellen. In diesem Fall allerdings ist der Preis bei den Stadtwerken erst zum 1. Juli dieses Jahres angehoben worden – bis Ende 2022 soll dieser auf jeden Fall stabil bleiben. „Wir haben gut eingekauft“, freut sich Meyer. Im November 2020 seien im Einkauf für eine Megawattstunde 48 Euro fällig geworden, heute liege der Preis bei 125 Euro. Etwas mehr als 29 Cent pro Kilowattstunde zahlt der Durchschnittkunde zurzeit – und zwar seit Beginn dieses Monats für Ökostrom. 11 800 Anschlüsse sind es in Rotenburg, die die Stadtwerke bedienen, dazu kommen etwa 3 000 Anschlüsse in Visselhövede. Doch es werden in diesen Zeiten mehr.

„Viele Menschen machen sich Gedanken und kommen zu uns oder rufen an“, berichtet Schmidt. Dabei gehe es aber nicht nur um Haushalte, die sich zuletzt für einen anderen Versorger entschieden hatten. Auch eigene Kunden sorgten für viel Arbeit im Kundencenter. „Das Ganze ist sehr stark von Unsicherheit geprägt“, schildert Schmidt seine Eindrücke.

Es wendeten sich beispielsweise Menschen an die Stadtwerke, die von ihren Anbietern eine Kündigung erhalten haben oder schon jetzt deutlich mehr zahlen sollen für den Strom – und daher einen Anbieterwechsel ins Auge fassen. Vor diesem Hintergrund haben die Stadtwerke gerade erst eine Aktion gestartet, um für sich mit den aktuellen Preisen zu werben.

Darüber hinaus erreichten die Mitarbeiter im Kundencenter Anfragen von eigenen Kunden, die mit Blick auf die aktuell viel diskutierten Preisexplosionen auf dem Energiemarkt ihre monatlichen Vorauszahlungen anpassen möchten. Das geht problemlos in beide Richtungen, versichert Schmidt. Die einen wollen vermeiden, am Ende des Abrechnungsjahres zu viel auf einmal nachzahlen zu müssen, die anderen haben finanzielle Engpässe und bitten um eine Reduzierung der Abschläge. Dass es auch Kunden gibt, die gar nicht zahlen können, ist kein Geheimnis. Den Hahn drehen die Stadtwerke dann aber nicht gleich ab – „wir suchen in solchen Fällen mit den Kunden zusammen nach Lösungen“, so Schmidt.

In diesem Zusammenhang machen der Leiter Vertrieb und Marketing sowie der Geschäftsführer klar: „Sowohl beim Strom- als auch beim Gaspreis sind erhebliche Teile von gesetzlichen Abgaben und Steuern abhängig. Im Fall des Stroms sogar mehr als 50 Prozent.“ Da stellt sich die Frage, wie es die Stadtwerke schaffen, den Strompreis noch so lange stabil halten können. Meyer: „Mit der angekündigten Senkung der EEG-Umlage ist es möglich, die Erhöhung wieder auszugleichen.“ Diese Senkung war bereits angekündigt, falle nun aber noch deutlicher aus, als es zunächst zu erwarten war, ergänzt er.

Die Stadtwerke Rotenburg bauen ein neues Kundencenter. Mitte 2022 wird es fertig sein.

Tief in die Tasche greifen auch die Stadtwerke selbst in diesen Wochen und Monaten. Direkt am Hauptgebäude der SR am Mittelweg in Rotenburg entsteht ein komplett neuer Eingangsbereich für das Kundencenter. Der soll nicht nur behindertengerecht sein, sondern zugleich helfen, die Kundenströme besser zu lenken und außerdem den Gästen einen Wartebereich anbieten. Entsprechend schaffe man auch Parkplätze, betont Volker Meyer. 700 000 Euro etwa investieren die SR in dieses Projekt. Mitte nächsten Jahres soll es fertig sein. Der Anbau verschafft den rund 100 Mitarbeitern außerdem zusätzliche Büroflächen sowie neue Besprechungsräume, die es dringend brauche.

Die Stadtwerke Rotenburg GmbH ist eine Eigengesellschaft der Stadt Rotenburg und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 45 Millionen. Das Unternehmen ist stark engagiert mit Blick auf die Energiewende und betreibt unter anderem 40 Blockheizkraftwerke für die Produktion von Strom und Wärme. Weitere Infos über die ökologischen Bemühungen der Stadtwerke gibt’s im Internet: www.stadtwerke-rotenburg.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Pyroland: Böllerverbot trifft Unternehmen schon wieder

Pyroland: Böllerverbot trifft Unternehmen schon wieder

Pyroland: Böllerverbot trifft Unternehmen schon wieder
Polizei und Ordnungsamt kontrollieren Corona-Regeln

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren Corona-Regeln

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren Corona-Regeln
Bauausschuss kippt Pläne für Visselhöveder Tagespflege

Bauausschuss kippt Pläne für Visselhöveder Tagespflege

Bauausschuss kippt Pläne für Visselhöveder Tagespflege
Jeddingen bekommt einen Dorfladen

Jeddingen bekommt einen Dorfladen

Jeddingen bekommt einen Dorfladen

Kommentare