Fit für die Zukunft

Rotenburg soll zwei Hochschulen bekommen

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Der RWF-Vorsitzende Heiko Kehrstephan berichtet von den Möglichkeiten einer Hochschule.

Rotenburg soll zwei Hochschulen bekommen und damit fit für die Zukunft gemacht werden. Auf die Idee ist das Rotenburger Wirtschaftsforum (RWF) gekommen und hat innerhalb kürzester Zeit Tür und Tor für das Projekt geöffnet. Details sind am Dienstagabend während der Jahreshauptversammlung bekannt geworden.

Rotenburg – Die noch jungen Pläne, in Rotenburg eine Hochschule zu installieren, nehmen konkrete Formen an. Die Chancen stehen gut, schon im Herbst den ersten Jahrgang im IT-Bereich starten zu lassen. Möglich wird das vor allem durch die große Resonanz interessierter Unternehmen auf die RWF-Idee sowie der offenbar sehr aufgeschlossenen Leibniz Fachhochschule in Hannover. Die private Institution hat bereits im Nachbarlandkreis Verden eine solche Kooperation.

Gemeinsam mit dem Achimer Maschinenbauer Desma und den Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (VIT) in Verden bietet die FH ab dem Wintersemester 2019/20 Duale Studiengänge der Fachbereiche Technik für Wirtschaftsinformatik, Embedded Automation Design und IT-Security an. Letztgenannter Studiengang ist ein neues Angebot. Alle könnte es auch in Rotenburg geben. Der erste Jahrgang soll ab zehn Studierenden ermöglicht werden. RWF-Vorsitzender Heiko Kehrstephan sagt: „Man braucht für einen Studiengang gar nicht so viel, wenn man so eine FH an der Hand hat.“

Nach Kehrstephans Angaben sieht es derzeit so aus, dass laut Professor Norbert Gülke (Vizepräsident Lehre des Fachbereichs Technik) 60 Prozent des Stoffes in Achim vermittelt werden können und für die restlichen 40 Prozent die Studenten zunächst noch nach Hannover müssen. „Aber man könnte sich in so einem Konstrukt auch vorstellen zu sagen: Man macht diese drei Außenstandorte auf, und was einem fehlt, gibt’s im anderem. Wer nämlich auch Interesse hat, ist Verden! Der Vorteil ist, dass wir dann die FH direkt vor der Haustür haben und die Wünsche, die die Unternehmen haben, oder auch schon die Forschungsaufträge, direkt dort hinein tragen und direkt hier vor Ort bearbeiten können – mit dem kompletten Hochschul- und Professorenwissen im Hintergrund. Das wäre natürlich ein unschlagbarer Vorteil für die Unternehmen!“

Da räumlich betrachtet noch nicht viel Platz für zehn Studierende benötigt wird, steht das RWF in Kontakt mit den Rotenburger Werken und einer weiteren Firma. Beide hätten angeboten, vorübergehen Platz zur Verfügung zu stellen. „Mit zehn Studierenden läuft es finanziell natürlich noch nicht rund für Leibniz“, sagt Kehrstephan. Die Hoffnung ist, im Folgesemester 15, dann 20 Studierende und so weiter gewinnen zu können. „Zwei Firmen haben sich als Motor heraus kristallisiert, die gesagt haben, das wollen wir bei uns mit ansiedeln, wir haben Interessen, haben da auch etwas von, ist uns ganz wichtig. Zum einen ist es die Firma Rocon (Rotenburg), und das andere ist die Firma Avides Media (Hemsbünde)“, berichtete der Vorsitzende.

Für Rotenburg werden Verbindungen hergestellt, damit auch IT-Studenten hier lernen und arbeiten können.

Kehrstephan ist fasziniert von Gülkes Beweglichkeit und berichtet über das für das Studium notwendige Forschungslabor: „Da sagt der Professor: ,Ich komme aus der Praxis, ich war früher bei MAN, ich könnte mir vorstellen, wenn das in Achim und Rotenburg läuft, dann kaufe ich von der FH aus einen Gelenkbus, und in den baue ich mein Labor rein’.“ Das könne dann dort stehen, wo er es gerade nach Lehrplan benötigt. Der beim RWF für dieses Thema zuständige Projektmanager Friedhelm Horn: „Da ist eine Dynamik in Gang gekommen, die wir so gar nicht erwartet haben. Wir müssen auf den Zug aufspringen.“

Neben der IT-Hochschule für die Wümmestadt nimmt auch eine Hochschule für das Gesundheitswesen Fahrt auf. Schwerpunkt hier: Pflege und Heilerziehungspflege. Bei den Gesprächen mit dabei und stark interessiert sind das Diakonieklinikum, die Rotenburger Werke und das Reha-Zentrum Gyhum. Mit Blick auf die besondere Situation in Rotenburg, hier behinderte und nicht-behinderte Menschen im medizinischen Bereich betreuen zu müssen, wird laut Kehrstephan ein Studiengang mit dem Namen „Rotenburger Modell“ entstehen. Kehrstephan: „Wir haben so ein paar Überschneidungen erkannt: Pflege und Heilerziehungspflege sind eigentlich zwei unterschiedliche Studiengänge, da gibt es nur eine kleine Schnittmenge, die kann man im Bachelor auch nicht ändern. Man könnte zum Beispiel aber in einem Masterstudiengang genau diesen Rotenburger Weg, dieses Rotenburger Modell, etablieren als neuen Studiengang, der in Deutschland einzigartig ist.“

Einen Fürsprecher hat das RWF nicht nur in den genannten Unternehmen gefunden, sondern auch an der Bremer Hochschule (Gesundheits- und Pflegemanagement) mit Professor Matthias Zündel. „Er ist ein sehr kreativer, gerne querdenkender Mensch, der gerne neue Wege ausprobiert.“ Das RWF versteht sich ab jetzt eher als begleitender Faktor, der aber gerne Werbung für beide Vorhaben macht.

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