Wasserverbrauch steigt deutlich an

Die Schattenseiten des Sommerwetters

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Der Wasserverbrauch hat im Zuge der vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Viele Menschen wässern zurzeit ihre Gärten, weil es einfach nicht ausreichend regnet. Der Wasserverband bittet allerdings darum, das einzuschränken. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Meldungen aus dem Bereich Harsefeld über die Probleme in der Trinkwasserversorgung verunsichern auch die Menschen im südlichen Teil des Landkreises Rotenburg. „Inzwischen bekommen wir die ersten Anrufe“, sagt Volker Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes (WVV) Rotenburg-Land. Aber Meyer kann die Anrufer beruhigen: „Im Moment kommen wir mit der Situation noch klar.“

Die Situation: Mit der zunehmenden Dauer der aktuellen Trockenperiode rücken die Wasserversorger näher an die Kapazitätsgrenzen heran. Es ist nicht so, dass das Wasser an sich knapp wird, sagt Meyer. Vielmehr gehe es um die Kapazitäten bei der Förderung und der Aufbereitung des Wassers, das der WVV aus der Rotenburger Rinne herausholt. Vor allem in der Zeit zwischen 17 und 22 Uhr schnellen die Verbrauchszahlen der rund 22 500 Hausanschlüsse in die Höhe.

„Die Menschen kommen nach der Arbeit nach Hause und sprengen ihren Rasen und die Pflanzen im Garten“, weiß der WVV-Geschäftsführer. Das ist die Schattenseite des zurzeit herrlichen Sommerwetters. Meyers Bitte daher: „Die Gartenbewässerung sollte momentan auf ein Minimum beschränkt werden.“ Auch zum Befüllen von Pools könne er angesichts des fehlenden Regens nicht raten. „Abends knartscht es schon bei uns, auch wenn wir auf unsere Trinkwasservorratsbehälter zurückgreifen können.“ Momentan sei das alles noch zu bewältigen, „aber es darf zu keiner Havarie kommen – dann wird es eng.“

Der WVV versorgt die Menschen in der Samtgemeinde Sottrum, in Rotenburg und den Ortsteilen, Bothel, Visselhövede, Fintel und Scheeßel sowie in Neuenkirchen mit Trinkwasser. Auf das Jahr gerechnet, liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 13 150 Kubikmeter pro Tag – zurzeit jedoch laufen etwa 24 000 Kubikmeter durch die Leitungen.

Seit etwa vier Wochen müssen die Wasserwerker mit der Trockenheit kämpfen. „Eine ähnlich lange Trockenheitsperiode hatten wir zuletzt 2010“, erinnert sich Meyer. Die derzeitige Lage sei wirklich ungewöhnlich, und deshalb liefen die Förderpumpen und Filteranlagen auf Hochtouren. „Das ist mit einem Motor im Auto vergleichbar – irgendwann gerät er an sein Leistungslimit.“ Genau das könne mit den Anlagen passieren, wenn sich die Wetterlage nicht bald entspannt. Doch schon jetzt sei es hilfreich und ratsam, den Wasserverbrauch möglichst in Grenzen zu halten, sagt Meyer. „Vor allem bei der Bewässerung im Garten“, meint Meyer. Durchschnittlich 120 Liter Wasser verbraucht jede Person pro Tag – das sind unter dem Strich 45 Kubikmeter pro Jahr. Über die rund 22 000 Hausanschlüsse im Bereich des Wasserversorgungsverbandes Rotenburg-Land gelangen etwa 65 000 Menschen an ihr Wasser. festzustellen sei, dass die Zahl der Hausanschlüsse auch hier in der Region steigt. Das hat Folgen: Die Versorgung wird damit mehr in Anspruch genommen, und es stellt sich die Frage, inwieweit die Anlagen des WVV diesem Verbrauch noch entsprechen. „Zurzeit reichen sie noch aus, aber auf lange Sicht müssen wir reagieren, wenn es häufiger zu derartigen Trockenphasen kommt, wie wir sie in diesen Wochen erleben.“

Es ist also gut möglich, dass der Wasserversorgungsverband in den kommenden Jahren tatsächlich einen noch größeren „Motor“ einbauen muss.

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