Rotenburg Race Days starten mit freiem Training in ein rasantes Wochenende

402,34 Meter Vollgas

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Rennstrecke auf der Landebahn: Egal ob auf zwei oder vier Rädern, schon am Freitag wurde mächtig über den Asphalt gepflügt.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Es qualmt auf der Landebahn. Quietschende Reifen, dröhnende Motoren. Die Viertelmeile der Wahrheit liegt vor den Fahrern, 402,34 Meter Vollgas. Am Freitag rasen die ersten PS-Boliden im freien Training über den Rotenburger Flugplatz, am Samstag wird es ernst: Die Rotenburg Race Days sind eröffnet.

Es ist eine Mischung aus Motorsport und Schauspiel, viel Muskelspielerei, Tattoos, harter Gitarrenmusik und Outlaw-Mentalität, die schon am Freitag hunderte Besucher auf den Rotenburger Flugplatz lockte. Das gemeinsame Fahrer- und Fanlager wuchs ab dem Nachmittag zu stattlicher Größe heran, beim Smalltalk über Pferdestärken und Tuning-Technik feierte die eingeschworene Dragster-Szene nach einem Jahr Pause ein Wiedersehen in der Kreisstadt.

Am Sonnabend beginnen die reguläre Wettfahrten auf der Landebahn. In verschiedenen Klassen auf zwei oder vier Rädern gilt es, möglichst in die Nähe des Streckenrekords von Dragster-Ikone Gerd Habermann zu kommen. Der hatte mit einem Turbinen-Renner vor drei Jahren in nur 7,145 Sekunden die Viertelmeile hinter sich gelassen. 345 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit! Möglicherweise ist diese Top-Zeit in Gefahr, prophezeien die Veranstalter um „Haus am Luhner Forst“-Gastwirt Matthias Müller. Heißester Kandidat: Paul Dziubek mit seinem Nissan GT-R R35. Der hat satte 1 600 PS unter der Haube und unglaublicherweise sogar eine Straßenzulassung. „Wir haben hier ein fett aufgestelltes Feld“, sagt Müller.

Rotenburg Race Days: Freies Training

Am Freitagnachmittag nutzten auch viele Tuning-Freunde aus der Region die Möglichkeit, ihre aufgerüsteten Fahrzeuge mal auf der Rennbahn unter Beweis zu stellen. Durchaus respektable Zeiten um die zehn Sekunden konnten dabei beobachtet werden. Wenn es noch lauter aus der Warteschlange dröhnte, wurde aber schnell klar, dass wieder ein hochgezüchtetes Rennauto an der Reihe war. Darunter sind bei den Race Days in diesem Jahr auch zwei Nascar-Wagen, die aus der Schweiz und England nach Rotenburg reisen.

Überhaupt ist das Teilnehmerfeld ein internationales: Holland, Dänemark und viele andere Nachbarstaaten waren am Freitag auf den Nummernschildern zu erkennen. Rund 180 Teilnehmer bei den Ausscheidungsrennen werden erwartet, mehrere tausend Besucher könnten es zudem am Rande der Rennstrecke werden. Mit durchaus berechtigter Sorge blicken Müller und sein Team allerdings auf die Wettervorhersage. Denn Tief „Zeljko“ könnte der Open-Air-Veranstaltung mit seinen befürchteten Sturmböen und Starkregen einen Strich durch die Rechnung machen. Müller: „Bei Regen kann nicht gefahren werden.“

Auch für das Konzert mit Iron Priest, Ohrenfeindt und Knorkator am Samstagabend dürfte dann erhöhte Vorsicht geboten sein. Dabei ist kurzfristig noch ein besonderer Gast mit ins Bühnenprogramm gerutscht: „Ski King“ bringt als Solokünstler noch eine abgefahrene Show aus Country, Rock und Rockabilly mit nach Rotenburg und wird die Umbaupause bis zum Headliner, der passend zum großen Feuerwerk um 22.30 Uhr beginnen soll, den Fans kurzweiliger gestalten. Tickets für die Race Days und das Open Air am Abend sind noch an der Tageskasse erhältlich.

Zwei Tage volles Programm:

Nach dem offenen Training am Freitag geht es ab Samstag auf dem Rotenburger Flugplatz in die Vollen. Samstag: Um 10 Uhr beginnen die Race Days mit einer Fahrerbesprechung, auch das Publikum darf ab dann aufs Gelände.
Um 11 Uhr beginnen die Qualifikationsläufe aller Klassen. Von 13 bis 14 Uhr ist eine Rennpause angesetzt. Ab 14 Uhr ist „Rabatz auf dem Platz“ mit Rennen, Dragster-Schaufahrten und allerlei anderen Programmpunkten angekündigt. Um 21.45 Uhr beginnt ein Nachtrennen, um 22.30 Uhr gibt es ein Feuerwerk. Parallel dazu öffnen sich ab 18.30 Uhr die Tore zum Race Days Open Air. Dort spielen ab 19.30 Uhr die Lokalmatadoren Iron Priest, um 20.45 Uhr folgen Ohrenfeindt, Knorkator stürmen um 22.30 Uhr auf die Bühne.

Sonntag: Einlass ab 10 Uhr, Ausscheidungsläufe ab 11.30 Uhr. Nach der einstündigen Mittagspause gehen die Wettbewerbe und Schauläufe um 14 Uhr weiter, auch die Sieger des „Show & Shine“-Wettbewerbs werden gekürt. Die Pokalvergabe für die Rennen ist ab 17 Uhr.

www.row-racedays.com

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