Möglichkeiten und Herausforderungen des Fahrradwegeausbaus

Polittalk in Rotenburg: Mehr Mobilität gefragt

AGFK-Vorsitzender Axel Priebs (l.) findet, dass „Fahrradfahren auch volkswirtschaftlich gesehen Sinn macht“. J Foto: Heyne

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Was hat Rotenburg mit Osnabrück, Oldenburg oder Nordhorn gemeinsam? Alle sind fahrradfreundlich – das hat zumindest die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) befunden. Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen zeichnet der 2015 gegründete Verband zur Förderung des Radverkehrs jedes Jahr vorbildliche Gemeinden und Städte aus, in Niedersachsen derzeit 44. Für Rotenburg hatte es nicht ganz gereicht. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) möchte das ändern und lud am Dienstag zum Polittalk ein.

Immerhin waren die Juroren damals bei ihrem Besuch so beeindruckt von den Bemühungen im Rathaus, allen voran Weber, dass es für eine Belobigung reichte. Dabei wollte es der Verwaltungschef jedoch nicht belassen und lud am Dienstag zu einem Polittalk in das Auditorium der Volkshochschule Rotenburg (VHS). 

Dort warb er mit AGFK-Vorstand Axel Priebs für den Ausbau des Radwegenetzes und das Fahrrad als gleichberechtigtes Mobilitätsmittel. Dass Ersteres die Kommunen nicht nur Geld kostet, machte Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, in seiner Einführung deutlich: „Fahrradfahren macht nicht nur Spaß, fit und gesund, sondern volkswirtschaftlich gesehen auch Sinn.“ So führe eine Studie in der Vorreiterstadt Kopenhagen einen geringeren Krankenstand und somit weniger Erwerbsausfall auf die sportliche Betätigung zurück.

Wirgefühl beim Radeln 

Weber, der häufig auch dienstlich mit dem Rad unterwegs ist, habe im Rahmen des Stadtradelns mit rund 700 Teilnehmern festgestellt: „Radfahren fördert Netzwerke.“ Dieses Wirgefühl, das brauche man bei Herausforderungen wie Flüchtlingsaufnahme. In der Talkrunde vor gerade mal zwei Dutzend Zuhörern ging es aber auch um Konkretes: Planungs-Fachfrau und Keynote-Sprecherin Anne Mechels stellte anhand von Fotos und Filmsequenzen Beispiele für sichere Radnetze vor. So könne, wie die Podiumsteilnehmer mit Vertretern der Fraktionen am konkreten Beispiel der Verdener Straße erörterten, das subjektive Sicherheitsgefühl durch Verlegung des Radwegs auf die Straße eingeschränkt sein. Die Unfallstatistiken würden jedoch belegen, dass durch erhöhte Wahrnehmung der Radfahrer das Gegenteil der Fall sei.

Fraktionsübergreifend bestand Einigkeit, dass weitere konkrete Maßnahmen wie der Ausbau des Rönnebrocksweges für Fahrräder, die Umgestaltung vom Brockmannswiesenweg zum reinen Fußgänger- und Radweg und später auch die Umgestaltung der Gerberstraße zur Fahrradstraße verfolgt werden sollen.

Schon viel erreicht 

Die Vertreter des AGFK zeigten sich schon jetzt beeindruckt, was Rotenburg als kleine Stadt in kurzer Zeit erreicht habe: „Das Konzept für ein Radwegnetz, Rahmen- statt Vorderradbügel in der Innenstadt, aber auch der sehr präsente ADFC Rotenburg ist aktiv, und das merkt man auch.“ Die Abstellanlage am Bahnhof verdient nach Anne Mechels das Prädikat „Weltklasse“.

In puncto Mobilisierung von noch mehr Bürgern schlug Ekkehard von Hoyningen-Huene (Grüne) vor, die Schulen stärker einzubinden, nicht nur in der Mobilitätserziehung, sondern auch durch Befragungen: „Vielleicht haben die ja noch Tipps für Abkürzungen, die wir radfreundlicher gestalten können.“

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