200 Bauwillige stehen auf der Warteliste

Rotenburg plant weitere Bauplätze an der Brockeler Straße

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Rechts neben dem Neubaugebiet an der Brockeler Straße könnten mehr als 30 weitere Baugrundstücke entstehen. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Bauplätze in Rotenburg sind nach wie vor sehr begehrt. Auf einer von der Stadt geführten Warteliste stehen zurzeit rund 200 Namen – und das, obwohl die neuen Baugebiete am Stockforthsweg und auch an der Brockeler Straße für etwas Entspannung gesorgt haben. „Die Vormerkungen sind so zahlreich, dass eine Planung für ein neues Baugebiet sinnvoll ist“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses für Planung und Hochbau, der am Dienstagnachmittag getagt und die Aufnahme von Grunderwerbsverhandlungen empfohlen hat.

Im Blick haben Politik und Verwaltung einen Bereich, der an das nahezu ausverkaufte neue Baugebiet an der Brockeler Straße anschließt. Dort, so Planungsamtsleiter Clemens Bumann, könnten nach erster Einschätzung 36 Grundstücke für Einfamilienhäuser sowie auch Platz für den Geschossbau geschaffen werden. Was die Grundstücke betrifft, hat es die Stadt dort mit drei Eigentümern zu tun, die allerdings schon Verkaufsbereitschaft signalisiert haben, so Bumann.

Bei der Frage, wo sich eine kurzfristige bauliche Umsetzung ergeben kann, sind eine Reihe von Gebieten in der Stadt Rotenburg beleuchtet worden. Grafel Mitte, eine Fläche westlich der Knickchaussee, eine Fläche zwischen dem Kalandshof und Ebbers Kamp, das Rathsmann-Gelände am Glummweg, ein Gelände nördlich der Soltauer Straße sowie eben die Fläche an der Brockeler Straße. Letztere biete am ehesten eine relativ zeitnahe Realisierung.

Schießstand in der Nähe

Und das dürfte so manche Rotenburger wundern, denn wegen des Schießstandes in der Nähe war davon bislang nämlich nicht auszugehen. Ein Schallgutachten für den Schießstand sei beauftragt und eine grundsätzliche Umsetzung der angedachten Planung in Aussicht gestellt worden, teilt die Verwaltung mit. Am Schießstand seien passive Lärmschutzmaßnahmen zu vertretbaren Preisen umzusetzen. 

Die Kosten würde sich die Stadt mit den Rotenburger Werken teilen. Grund: Die Werke besitzen genau gegenüber des angedachten neuen Baugebietes ein Grundstück, auf dem sie eine Fachpflegeeinrichtung bauen möchten. Dadurch seien die Überlegungen auch für ein mögliches neues Baugebiet erst in Gang gebracht worden. Nun startet die Stadt erste Verhandlungen mit dem Ziel, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Schlechte Erfahrungen

Fast wäre der Tagesordnungspunkt allerdings gestrichen worden. Gunter Schwedesky (FDP) hatte genau das vorgeschlagen, weil er auf Nummer sicher gehen möchte, wenn an der Brockeler Straße ein weiteres Baugebiet in Angriff genommen werden soll. Seine Skepsis hat ihren Ursprung in den schlechten Erfahrungen, die die Stadt und die Käufer im jüngsten Baugebiet an der Brockeler Straße gemacht haben. 

Moorlinsen im Boden sorgten auf mehreren Grundstücken für erhebliche Probleme und vor allem für zusätzliche Kosten. Einige Käufer entschieden sich schließlich sogar für eine Rückabwicklung – sie gaben ihr Grundstück wieder an die Stadt zurück. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) unterstrich daher, dass es bei der Beratung in dieser Sache noch nicht um eine Vorentscheidung gehe. Zunächst sei angezeigt, mit den Eigentümern der Fläche die Verhandlungen aufzunehmen. Vor einem möglichen Kauf soll der Boden untersucht werden.

Planungsamtsleiter Clement Bumann geht davon aus, dass die infrage kommenden 3,5 Hektar sehr effizient bebaut werden könnten. Details zur Planung gibt es aber noch nicht. Auch nicht hinsichtlich der Erschließung. Die Nachbarn hoffen derweil, dass diese nicht über den kleinen Weg zwischen den beiden Baugebieten erfolgt.

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