Nabu weiht historisches Gebäude ein

Schafstall an neuem Standort

In der Ausstellung können sich die Besucher ein Bild über die hiesige Landwirtschaft im Wandel der Zeit machen.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Ein Wahrzeichen mit Patina hat sich der Rotenburger Nabu für seinen Mitmach- und Erlebnisgarten am Hartmannshof gewünscht – und es gefunden. In Bremervörde. Dort stand bis vor Kurzem noch ein historischer Schafstall in der für die Geest typische Krummsparren-Bauweise. Ursprünglich stammt das Gebäude, das am Sonnabend an seinem neuen Standort eingeweiht wurde, vom Hof Michaelis aus Basdahl.

1978 musste der Stall dort der neuen Ortsdurchfahrt weichen und wurde erst in Bremervörde wieder aufgebaut. Ein Baujahr des Gebäudes, das aus gleichartig gebogen gewachsenen Hölzern, Feldsteinen, Lehm und Reet gebaut ist, kennt niemand. Auch Klaus Michaelis, der auf dem Hof heute eine Hannoveraner-Zucht betreibt, war mit seiner Schwester Margret Pape zur Einweihung auf den Hartmannshof gekommen.

Roland Meyer, Vorsitzender des Rotenburger Nabu, verriet: „Als wir vor fast genau zwei Jahren den Mitmach- und Erlebnisgarten eröffneten, hatten wir den Schafstall mit einer Fotoausstellung als Nachfolgeprojekt schon in der Planung.“ Aus den veranschlagten 700 Stunden ehrenamtliche Arbeit seien am Ende 1 200 geworden. Meyer dankte den 41 „Mitmachern“ von ganzem Herzen.

Das tat auch Pastorin Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke: „Das ist ein Zeichen, dass wir Naturschutz und Umweltbildung ernst nehmen. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Wer weiß, was uns noch so alles einfällt.“ Journalistin und Nabu-Mitglied Anette Meyer habe „mit viel Aufwand, Wissen und Recherche Fotos gesichtet, Interviews geführt, die Ausstellung gegliedert, getextet und gestaltet“.

Nabu-Vorsitzender Roland Meyer und Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, geben den Schafstall für die Öffentlichkeit frei. - Fotos: Diercks

Meyer sagte zu ihrer Arbeit in den vergangenen Monaten: „Ich habe versucht, ein Bild der Landwirtschaft im Landkreis zu zeichnen.“ An die Stifter der Fotos gewandt meinte sie: „Sie haben mir so einiges erzählt, ich erhielt Einblicke in Situationen, landwirtschaftliche Familien, abgebrannte Höfe, Tiere, die in Gefechten durch Schüsse starben. Von Menschen, die gerne in der Landwirtschaft arbeiten und solchen, die niemals den Hof übernehmen wollen. Von Neuanfängen der Flüchtlinge aus dem Ostgebiet im Zweiten Weltkrieg.“

Bei Fotos von Kühen habe sie oftmals deren Namen hinter dem Bild gefunden. „Wissen Sie, wie der Favoritenkuhname um 1950 lautete? – Lena!“

Ihren Worten nach erhebe die Ausstellung keineswegs den Anspruch, ein vollständiges Bild der Landwirtschaft abzugeben. Aus dem Jahr 1903 stammt das älteste Motiv, das jüngste ist 1986 entstanden.

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