Großes Interesse

Mehr als 200 Angebote bei Jobmesse der Agentur für Arbeit

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Ulrike Brunkhorst (r.) ist gelernte Floristin und sucht bei der Jobmesse nach einem neuen Arbeitsplatz. Vielleicht kann ihr dabei Anja Beggerow von der Firma Arwa helfen, denn sie ist flexibel und interessiert an einer ausfüllenden Arbeit.

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Interesse ist groß. Auf den Fluren im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss drängen sich die Besucher vor den Stellwänden. Einige steuern direkt die teilnehmenden Firmen an, andere suchen erst einmal das kurze Gespräch mit den Arbeitsvermittlern der Rotenburger Agentur für Arbeit. Rund 180 ihrer Kunden hat die Agentur für Mittwochvormittag zur Jobmesse ins Haus an der Nordstraße eingeladen. Dort treffen sie auf fünf Arbeitgeber aus den Bereichen Lager und Logistik, Personaldienstleistung, Hauswirtschaftliche Dienste und Pflege.

Mehr als 200 Jobangebote sind auf den Stellwänden zu finden. Es sind eher niederschwelligere Arbeiten, um die es geht. Pflegehelfer beispielsweise werden gebraucht, aber auch Helfer, die im Lager mit anpacken können und wollen. Wer flexibel ist, hat gute Chancen, einen neuen Job zu finden. Das sagt Oliver Lemke, der Leiter der Rotenburger Agentur für Arbeit.

Zum vierten Mal schon bietet Lemke zusammen mit seinem Team eine Jobmesse in dieser Form an. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Auch in der vergangenen Woche in Bremervörde“, sagt er. Mit einer solchen Veranstaltung öffneten sich für die Kunden neue Horizonte. Sie haben die Möglichkeit zu erkennen, was für sie infrage kommt. Lemke: „Ein Tischler, der arbeitslos ist, sucht in der Regel erst einmal nach einer neuen Tischler-Stelle. Aber mit seiner Qualifikation bieten sich ihm auch andere Möglichkeiten – so muss man sich das hier vorstellen.“

Facharbeiter finden schnell neue Jobs

Um dieses Prinzip, das auf Flexibilität beruht, geht es auch an diesem Vormittag. Facharbeiter haben keine Einladung bekommen. „Wir haben so gut wie keine in unserem Bestand“, sagt Lemke. Wer als Fachkraft seinen Job verliert, findet zurzeit recht problemlos eine neue Stelle.

Die Kunden, die an diesem Vormittag zur Jobmesse gekommen sind, haben oftmals zwar eine Ausbildung, aber können aus verschiedenen Gründen in ihrem eigentlichen Beruf nicht mehr arbeiten. Mal spielen gesundheitliche Aspekte dabei eine Rolle, mal ist die Ausbildung nicht mehr dem heutigen Markt angepasst. Da gilt es, sich neu zu orientieren.

Ulrike Brunkhorst ist ausgebildete Floristin. Sie sucht den Stand der Firma Arwa auf, sucht das Gespräch und macht deutlich: „Ich bin für alles offen, aber mir ist es wichtig, dass ich acht Stunden ordentlich was zu tun habe.“ Eine Mitarbeiterin des Personaldienstleisters nimmt sich ihr an. Die beiden Frauen führen ein Gespräch – und vielleicht kommt am Ende des Tages tatsächlich etwas für die Job suchende Frau dabei heraus.

Auch Informationen zu Weiterbildung und Umschulung

Diese Hoffnung haben sie alle, die sich in der Agentur umschauen, den direkten Draht zu den Firmen suchen und sich auf einer Liste all jene Jobangebote notieren, die sie an den Stellwänden finden. „Bevor sie dann nach Hause gehen, können sie sich alle Informationen zu diesen Angeboten von unseren Mitarbeitern ausdrucken lassen“, erklärt Oliver Lemke, bevor er die nächsten Neuankömmlinge im Besprechungsraum im zweiten Obergeschoss über alles informiert, was sich an diesem Tag in der Agentur für Arbeit abspielt. Orientierungshilfe für die Jobmesse. Jeder soll sich zurechtfinden. 

Und: „Es liegt an jedem selbst, was er daraus macht“, fügt Lemke hinzu. „Einige können sich mit der Messe gar nicht anfreunden und verlassen nach wenigen Minuten wieder das Haus, andere bleiben anderthalb Stunden und nutzen alle Möglichkeiten.“ Es geht in erster Linie um einen Job, aber manchmal hilft es auch, sich mit dem Thema Weiterbildung oder gar Umschulung auseinanderzusetzen. Auch darüber informieren mehrere Experten.

In diesen Gesprächen lassen sich viele Fragen klären und Unsicherheiten beiseiteschieben. Lemke: „Viele Kunden wissen nicht, ob sie auch eine Arbeit beispielsweise in der Pflege übernehmen können. Hier erfahren sie, ob es geht oder nicht.“ So viel ist klar: Die Kunden, die eine Einladung zu dieser Jobmesse bekommen haben, sind marktfähig. Welche Alternativen sich ihnen bieten, lasse sich in so einer Veranstaltung viel besser klären, als bei der einsamen Suche im digitalen Jobportal oder bei einem Besuch beim Arbeitsvermittler. Die Jobmesse führt ihnen nämlich vor Augen, welche Möglichkeiten der Arbeitsmarkt bietet.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt

• Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Rotenburg ist im vergangenen Monat wieder leicht gesunken. Das teilt die Agentur für Arbeit in Stade mit. Demnach liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent. Im Januar hatte sie noch 4,3 Prozent betragen. 3 786 Männer und Frauen waren im Februar ohne festen Job. Das waren 31 weniger als noch im Januar. 

„Nach der saisonbedingten Zunahme der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Monaten gab es im Februar einen leichten Rückgang. Die aktuelle Zahl der Arbeitslosen bewegt sich erneut deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Wie schon in den beiden Vormonaten, waren überwiegend Männer von den witterungsbedingten Entlassungen in den Außenberufen betroffen und abermals haben sich viele junge Fachkräfte nach Ende ihrer dreieinhalb jährigen Ausbildung vorübergehend arbeitslos gemeldet“, erläutert Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade. Aktuelle Konjunkturprognosen ließen eine optimistische Stimmung erkennen. Froelich: „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen die Frühjahrsbelebung einsetzt und die Arbeitslosenzahlen weiter sinken werden. Ein Indikator dafür ist der hohe Zugang an Stellenangeboten im vergangenen Monat.“ 

Im gesamten Agenturbezirk Stade waren im Februar 15 956 Menschen arbeitslos gemeldet – damit beträgt die Arbeitslosenquote in den Landkreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg zusammen 5,3 Prozent.

• Die Entwicklung aus Sicht des Rotenburger Jobcenters fällt übrigens etwas anders aus. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Februar um 30 Personen gestiegen. Zählten im Januar noch 5 331 erwerbsfähige Kunden zum Bestand des Jobcenters, so waren es im Februar 5 361 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. 

Auch die Zahl der Arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger stieg im Februar an – von 2 330 auf 2 373. Das sind 43 Arbeitslose mehr als noch im Vormonat, aber 73 weniger als im Vorjahr. Aber: Nach wie vor liegt die Arbeitslosenquote für den Bereich des Jobcenters im Landkreis Rotenburg mit 2,6 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Im Südkreis Rotenburg leben zurzeit 1 123 Arbeitslose von Hartz IV. Das teilt das Jobcenters der Presse mit. - men

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