Es kann losgehen

Grünes Licht für Krebsstudie

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Die Krebsstudie kann starten. Untersucht wird unter anderem der Benzolgehalt im Urin. 

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Sie kann losgehen, die Krebsstudie im Landkreis Rotenburg. Nach Auskunft des niedersächsischen Sozialministeriums haben sich sowohl in der Region Bothel als auch im Nordkreis genügend Personen dafür gefunden. Es können aber auch kurzfristig noch Freiwillige mitmachen. So werden im Raum Bothel noch Raucher gesucht.

Von der Untersuchung erhoffen sich die Initiatoren Aufschlüsse darüber, warum in der Samtgemeinde Bothel und in der Stadt Rotenburg auffallend viele Männer an Blutkrebs erkrankt sind. Im Verdacht stehen die Erdgasförderung ebenso wie die Nähe zu Bohrschlammgruben, wie sie einst vielerorts im Kreisgebiet entstanden. Bei Gasbohrungen entstandene Abfälle wurden dort lange relativ unkontrolliert entsorgt.

Für die Frage, was dran ist an diesem Verdacht, kann die Studie wertvolle Indizien liefern. Gezielt gesucht wurden dafür Teilnehmer aus dem direkt betroffenen Gebiet in der Samtgemeinde Bothel und aus Gebieten im Norden des Landkreises Rotenburg, die jenseits von Bohrschlammgruben und Gasförderstätten liegen. Diese beiden Gebiete sollen dann nach Auswertung der Daten miteinander verglichen werden.

Im Nordkreis lief es zäher

In Bothel hatten sich schon nach wenigen Wochen ausreichend Bürger für die Teilnahme an der Studie gemeldet. Eine Informationsveranstaltung zu dem Thema war gut besucht. Zäher lief es im Nordkreis, wo sich nur wenige Personen bei der Infoveranstaltung verloren und erst nach einem zweiten Aufruf die angestrebte Teilnehmerzahl zumindest knapp erreicht wurde. Dass es im Norden schwieriger würde, war durchaus erwartet worden, weil die Menschen dort nicht unmittelbar betroffen sind. Landrat und Bürgermeister unterstützten die Initiative gleichwohl, auch als Zeichen der Solidarität. Intensiv geworben wurde dafür allerdings kaum. Der Landkreis etwa sah sich dafür nicht zuständig.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, werden nach Auskunft des Sozialministeriums 63 Personen aus dem Nordkreis für die Studie benötigt, wünschenswert seien mindestens 70. Gemeldet haben sich schließlich 60. Kurzfristig können sich noch Probanden beim Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg melden. Knapp 300 Interessenten haben sich aus der Samtgemeinde Bothel gemeldet. Von ihnen werden jetzt etwa 100 für die Studie ausgewählt, wobei hier auf ein bestimmtes Verhältnis von Rauchern zu Nichtrauchern geachtet wird. Um mit einem verkleinerten Untersuchungsraum (Hemslingen/Söhlingen, Bellen, Brockel) arbeiten zu können, werden aus diesen Ortschaften noch 20 Raucher als Probanden gesucht.

Ausgewertet werden die Daten von der Universität Erlangen. Die nimmt zurzeit Kontakt zu den Interessenten auf und stellt dann den Teilnehmerkreis zusammen. Untersucht wird unter anderem der Benzolgehalt im Urin. An zwei Werk- und zwei arbeitsfreien Tagen sammeln die Probanden ihren Urin in speziellen Behältern, die anschließend abgeholt werden. Zeitgleich wird die Luft gemessen. Und zwar sowohl in als auch außerhalb der Wohnung des Probanden. Der führt an den entsprechenden Tagen zudem ein kleines Gerät mit sich, über das Luftwerte gemessen werden. Darüber wird festgestellt, ob er im Laufe eines Tages krebserregenden Stoffen ausgesetzt ist – und gegebenenfalls wo.

Erste Testphase im Juni

Im Juni soll die erste Testphase laufen. Eine zweite, ebenfalls über vier Tage laufende Phase, soll im Oktober oder November stattfinden. Mit Ergebnissen ist laut Ministerium etwa in einem Jahr zu rechnen.

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