Rotenburg: Nach Tod eines Vierjährigen

Anklage wegen Totschlags - Kind in die Wümme geworfen

Ein Ausdruck der Trauer auf der Rotenburger Amtsbrücke.
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Ein Ausdruck der Trauer auf der Rotenburger Amtsbrücke.

Nachdem am 5. November vergangenen Jahres ein vierjähriger Junge nur noch leblos aus der Wümme geborgen werden konnte, hat die Staatsanwaltschaft in Verden gegen die 40-jährige Mutter des Kindes Anklage zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden wegen Totschlags erhoben. Das teilt die Staatsanwaltschaft in Verden am Freitag mit.

Rotenburg –  Die Frau soll das Diakonieklinikum in Rotenburg mit ihrem behandlungsbedürftigen Sohn verlassen und ihn wohl aus Angst um die Entziehung des Sorgerechts abends in den Fluss geworfen haben. Darin ertrank er. Anschließend soll sie versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Die Angeschuldigte ist weiterhin einstweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hat mit Anklageerhebung die Umwandlung in einen Untersuchungshaftbefehl beantragt, heißt es abschließend in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft, die keine weiteren Angaben zu diesem Fall macht. 

ORIGINALMELDUNG VOM 10. NOVEMBER 2020: Der vierjährige Junge aus Rotenburg, der in der Nacht zum Freitag von der Feuerwehr tot aus der Wümme geborgen wurde, ist ertrunken. Das ist das Ergebnis einer Obduktion, teilt Staatsanwalt Martin Schanz auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Staatsanwaltschaft in Verden ermittelt nach wie vor gegen die 40-jährige Mutter des Kindes wegen des Verdachts des Totschlags.

Ein Ermittlungsrichter hat für die Mutter noch am Freitagabend die einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Sie hatte sich am Donnerstag mit ihrem behandlungsbedürftigen Sohn im Diakonieklinikum in Rotenburg aufgehalten, war am Abend aber plötzlich mit dem Kind verschwunden, heißt es. Daraufhin informierte das Krankenhaus die Polizei.

Die Frau wurde gegen 22 Uhr im Stadtgebiet angetroffen – ohne den Jungen. Daraufhin gab es eine groß angelegte Suchaktion, die schließlich zum Fundort der Kinderleiche führte. An der Suche waren neben der Polizei die Feuerwehren aus Rotenburg und Unterstedt sowie die DLRG beteiligt. Die Mutter schweigt nach wie vor, so Schanz. Zu den Hintergründen dieses Falles macht die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben. Weder zu der Frage, warum der Junge behandlungsbedürftig war, noch zu den Gründen für das Verlassen des Krankenhauses von Mutter und Kind.

Das Diakonieklinikum hält sich mit Informationen ebenfalls zurück: „Die Geschehnisse haben viele Mitarbeitende des Diakonieklinikums bewegt. Die Geschäftsführung und Betriebsleitung sprechen den Angehörigen ihr tief empfundenes Mitgefühl aus. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen des Datenschutzes und zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte keine Auskünfte über unsere Patienten geben“, wird Unternehmenssprecher Matthias Richter in einer Mitteilung an die Kreiszeitung zitiert.

Die Ermittlungen der Polizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft dauern an. Es könne noch mehrere Tage dauern, bis es weitere Ergebnisse gibt, erklärt Martin Schanz.

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