Wärmerekorde in Norddeutschland

Historische Hitze leitet Sommer ein

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Die historische Hitzewelle toppt die bisherigen Mai-Wärmerekorde wie am Fließband. 

Rotenburg - Von Reinhard Zakrzewski. Eine für Norddeutschland historische Hitzewelle toppt die bisherigen Mai-Wärmerekorde wie am Fließband. Das gilt sowohl für das Monatsmittel, die Tageshöchstwerte, als auch die Anzahl der so genannten Sommer- beziehungsweise heißen Tage mit 25 Grad respektive 30 Grad und mehr. Und mit unverändert sonnigen 22 bis 24 Grad geht’s am Wochenende im Altkreis Rotenburg in den meteorologischen Sommer.

Ursache für den traumhaft sonnigen und warmen Mai ist die großräumige Luftdruckverteilung im atlantisch-europäischen Raum, die schon seit Wochen eine große Erhaltungsneigung zeigt. Immer wieder kann sich im Seegebiet südlich von Grönland ein großes Tiefdruckgebiet etablieren. Auf seiner Ostseite wird ein Hochdruckrücken gestützt, der überwiegend in Richtung Nordeuropa weist. Von ihm lösen sich einzelne Hochdruckzellen ab, die über Skandinavien nach Osten wandern und Norddeutschland bis zu den Mittelgebirgen den anhaltenden Frühsommer bringen.

Die zunehmende Stabilität von Zirkulationsmustern zu allen Jahreszeiten führen Klimaforscher zumindest teilweise auf die Klimaerwärmung zurück. Durch die überproportionale Erwärmung der polaren gegenüber den tropischen Breiten schwächen sich die atlantischen Westwinde tendenziell ab und begünstigen damit die Bildung stationärer Großwetterlagen.

Es bleibt weiterhin sehr heiß

Bei Höchstwerten um 25 Grad werden Sommer, Sonne, Badespaß und Dürre auch in der kommenden Woche das Motto sein. Die gewöhnlich zwischen dem 10. und 20. Juni auftretende Schafskälte dürfte eher harmlos ausfallen. Folgt man den Klimatrends des amerikanischen Wetterdienstes NOOA werden sich übernormale Wärme und Trockenheit bis Ende Juni halten und könnten sich, ein Horrorszenario für Natur und Landwirtschaft, sogar bis in den Juli hinziehen. Wer diesen noch weit entfernten Glaskugelbereich anzweifelt, muss sich bis zum Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni (Siebenschläfertag) bis etwa 10. Juli gedulden. Denn der Wettercharakter dieser Tage ist in acht von zehn Jahren schon ein gutes Abbild des Hochsommers. Erfahrungen und Statistiken zeigen: Nach viel zu warmen April- und Maimonaten im Doppelpack – wie diesmal – schlägt das Pendel im Sommer meisten deutlich zurück. Bestes Beispiel dafür ist das Jahr 1993, als auf einen superwarmen April und Mai ein kühler Regensommer folgte. Einziger Gegenentwurf war das Jahr 1947. Damals zog der Sommer nach einem sehr schönen Frühjahr bis September voll durch.

Fazit: Am warmen bis heißen und insgesamt viel zu trockenen Wetter mit einzelnen Gewittergüssen wird sich im Juni nicht viel ändern.

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