Ein eingespieltes Team

Hinter der Bühne des Puppentheaters Lauenburger

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Das Kostüm ist selbst genäht. Die Bemalung im Gesicht hält ein paar Jahre, ehe sie nachbearbeitet werden muss.

Rotenburg - Von Farina Witte. Viel Vorbereitung brauchen die Hauptcharaktere des Lauenburger Puppentheaters nicht. Eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung des Stückes „Räuber Schwarzbart“ liegen die zwölf Puppen bereits fertig kostümiert auf einem Tisch hinter der Bühne und warten auf ihren Einsatz.

Die Kostüme sind selbst genäht, verrät Hubertus Lauenburger. Nur alle paar Jahre werden die Bühnenfiguren neu eingekleidet. Das hölzerne Gesicht muss ebenfalls nur alle paar Jahre in die Maske, um die Farbe im Gesicht wieder aufzufrischen. Pflegeleicht sind sie, die kleinen Handpuppen. Und ihr Regisseur, Puppenspieler Hubertus Lauenburger? Der braucht ebenfalls kaum Vorbereitung. Proben muss er die Stücke nicht. „Ich habe 20 Theaterstücke im Kopf.“ Zumal jede Vorstellung anders sei und er immer auf das Publikum reagiere.

Die Zuschauer, Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern, trudeln langsam ein und suchen sich einen Platz in dem großen, blauen Theaterzelt. Drinnen riecht es nach Karamell, denn direkt am Eingang steht eine Popcornmaschine. Einige Kinder drängeln sich vor den Tresen und überzeugen ihre Eltern davon, ihnen eine Portion zu kaufen.

Im Wald treffen Kaper und Räuber Schwarzbart aufeinander.

Schon kurz darauf geht es los. Hinter der viereinhalb Meter breiten Bühne tut sich langsam etwas. Hubertus Lauenburger verkabelt sich, seine Frau Manuela stellt das Mikrofon ein. Dann läutet der Puppenspieler eine Glocke und begrüßt das Publikum. Er und seine Frau ziehen den Vorhang auf, und die ersten beiden Figuren haben ihren Auftritt. 

Auf die rechte Hand hat Hubertus Lauenburger den Zirkusdirektor gestülpt, Manuela Lauenburger gibt ihm wenig später die zweite Puppe, Hund Wuschel, in die andere Hand. Die beiden Charaktere stellen die anderen zehn Personen des Stücks vor. „Wollt ihr den Kasper sehen“, fragt der Theaterdirektor. Ein lautes „Ja!“ rufen die Kinder im Publikum zurück. „Tri tra tralala, der Kasper ist gleich da“, singt er dann, nachdem der Vorhang noch einmal kurz geschlossen wurde. Die Abläufe hinter der Bühne sind eingespielt. Während Hubertus Lauenburger sich die Kasper-Puppe auf die Hand zieht, legt Manuela Lauenburger den Hund und den Direktor an die Seite, und zieht ihnen eine Schutzhülle aus Stoff über.

Das Lauenburger Puppentheater reist mit mehreren Wagen und einem großen Zelt durch die Region.

Dann betritt Kasper die Bühne und stellt den Kindern einige Fragen. Hubertus Lauenburger scheint hinter der Bühne die Schritte im Schlaf zu beherrschen, während er die Figur mit der langen Mütze vor dem Bühnenbild, einer alten Stadt, hin und her spazieren lässt. Das Puppenspielen lernt man in etwa ein bis zwei Jahren, meint Hubertus Lauenburger. Er hat sich das Handwerk von seinem Vater abgeschaut. „Da wächst man rein.“

Szenenwechsel. Kasper macht sich nun auf die Suche nach Räuber Schwarzbart. Das Bühnenbild wird dafür gewechselt und der Vorhang kurz geschlossen. Sohn David Lauenburger nimmt hinter der Bühne eine Leiter und dreht die Stadtkulisse einfach um. Vor der Bühne zeigt sich nun ein Wald, in dem die Geschichte weiter geht.

Nach der Sonntagsvorstellung wurden die Puppen wieder in ihrer Kiste verstaut, denn das Puppentheater zieht weiter. Am Mittwoch geben sie um 15 Uhr eine Vorstellung in Horstedt hinter der Grundschule, und am Samstag spielt das Theater um 14 Uhr am Alten Kirchweg in Bötersen. An beiden Vorstellungen zeigen es „Räuber Hotzenplotz“.

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