Bremer Convivo-Gruppe will in Altenheime investieren

„Rotenburg ist ein guter Standort“

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Auch das Matthias-Claudius-Heim am Berliner Ring in Rotenburg gehört jetzt zur Bremer Convivo-Gruppe. Das 1977 errichtete Gebäude ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Das Alter ist eine Zukunftsbranche. Diese nicht unbedingt ganz neue Erkenntnis führt auch im Bereich der Seniorenresidenzen in Rotenburg zu viel Bewegung. Das bisherige Sparkassen-Gebäude am Pferdemarkt ist nach dem Umzug der Bank in den Post-Neubau als Alteneinrichtung im Gespräch, im innerstädtischen Bereich soll es neue Tagespflege-Einrichtungen geben, und nach der Übernahme der drei Häuser der insolventen Matthias-Claudius-Altenhilfe (MCA) verspricht Betreiber Convivo Investitionen.

Im Oktober hatte die MCA nach jahrelanger wirtschaftlicher Schieflage trotz guter Auslastung Insolvenz angemeldet. Im März hat die Bremer Unternehmensgruppe, die deutschlandweit aktuell 23 Einrichtungen betreibt und stark im Bereich Altenheime expandiert, in Rotenburg das Matthias-Claudius-Heim, das Haus Hemphöfen sowie das Beekehaus in Scheeßel übernommen.

Klaus Rademacher

„Die Einrichtungen haben jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro Minus gemacht“, sagt Timm Klöpper, der stellvertretende Convivo-Geschäftsführer. Zwar sei der Ruf der Häuser gut und die Auslastung der zusammen 240 stationären Pflegeplätze und zwölf Seniorenappartements liege bei rund 95 Prozent, es habe aber an vernünftiger Betriebswirtschaft gefehlt, heißt es von Convivo. Klaus Rademacher, Regionalleiter des neuen Betreibers: „Es wurde an gewissen Stellen Geld ausgegeben, wo es nicht sein musste.“ Convivo als mittelgroßes Unternehmen habe ganz andere Möglichkeiten: „Wir können ein anderes Preisniveau aushandeln.“ Wohlgemerkt, so Rademacher: Es gehe darum, Syn-ergie in der Verwaltung und Struktur, zum Beispiel beim Einkauf, zu nutzen, nicht darum, den Standard der Pflege zu senken oder Mitarbeiter zu entlassen.

Rademacher betont: „Es verliert nicht ein einziger Mitarbeiter seinen Job.“ Das bisherige MCA-Verwaltungsgebäude an der Ecke Berliner/Leipziger Straße werde zwar aufgegeben, die Kollegen erhielten aber andere Arbeitsplätze, unter anderem in der Zentrale in Bremen. Und was das Pflegepersonal angeht: Dort könne und wolle man eh nicht sparen, vielmehr suche man wie alle Unternehmen in der Branche händeringend nach Fachpersonal. Convivo hat, weil der deutsche Markt derzeit „nichts mehr hergibt“, in den vergangenen Monaten bereits in Bosnien für sich geworben. 45 Mitarbeiter von dort durchliefen aktuell ein firmeninternes Schulungsprogramm.

Rund 800 000 Euro Investitionen in die Substanz der Häuser verspricht Rademacher noch für dieses Jahr. So werde im Matthias-Claudius-Heim zum Beispiel neu gestrichen, im Haus Hemphöfen würden neue Brandschutzauflagen umgesetzt, eine bessere Dämmung werde es geben, in Scheeßel sei ein Wohlfühlbad geplant, neue Gartenmöbel bekommen alle Häuser. Rademacher: „Es gibt einen großen Investitionsstau.“ Auch in den kommenden Jahren werde Convivo viel Geld in die Hand nehmen, um die Häuser attraktiver zu machen.

Und das, obwohl man nur Mieter ist. Denn die drei Immobilien selbst gingen aus der Insolvenzmasse zunächst an die Investoren der Bremer Luehrsen Investment Gruppe, und die haben die Objekte im Mai an die luxemburgische „AviaRent Invest AG“ verkauft – für 23,1 Millionen Euro. Aviarent hat die Häuser in einen Sozialfonds für Anleger integriert. Dass unter dieser Spekulation Mitarbeiter oder Bewohner leiden müssten, weil nur Rendite zähle, bestreitet Convivo-Manager Rademacher energisch. Schließlich sei die Zufriedenheit der Menschen die beste Werbung, und man wolle in der Kreisstadt nicht kurzfristig investieren, sondern langfristig bleiben – auch zum Beispiel mit neuen Projekten in der Tagespflege. Rademacher: „Rotenburg ist ein guter Standort.“

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