Verzögerte Erschließungsarbeiten

„An der Rodau“: Es dauert alles viel länger

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Die Straßen im Neubaugebiet „An der Rodau“ sind fertig, aber damit ist die Erschließung noch nicht abgeschlossen. Es fehlen noch die Versorgungsleitungen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Vorwurf wiegt schwer. „Die Stadt Rotenburg lässt die Bauherren rund um das Baugebiet ,An der Rodau’ im Stich. Keine Informationen und Falschaussagen machen uns das Leben schwer“, sagt einer, der sich dort ein Grundstück gekauft hat.

Die Stadt habe mit einem Baubeginn von Dezember 2017 gelockt. Kaufpreise seien entsprechend bezahlt worden. Daraus geworden ist bislang noch nichts. Und: Seit Anfang des Jahres gebe keine Informationen über den Stand der Erschließungsarbeiten.

Finanzierung und Abstimmung mit den Gewerken seien entsprechend aufgebaut worden und müssten nun wieder kurzfristig umgeplant werden. Der Käufer weist darauf hin, dass er sich vorbehalte, die Mehrkosten der Umplanung, bereits getätigte und auch zukünftige Zinszahlungen – verursacht durch den späteren Baubeginn – von der Stadt Rotenburg zurückzufordern.

„Leider ist dieser Termin 31. März 2018 nicht einzuhalten. Es ist aber auch in den Kaufverträgen zu keiner Zeit ein verbindlicher Termin über den Baubeginn genannt worden“, teilt Hildegard Kulke vom Rotenburger Amt für Finanzen auf Anfrage der Kreiszeitung mit. Es sei immer darauf hingewiesen worden, dass es sich um „voraussichtliche Termine“ handelt, insofern könne die Stadt nicht erkennen, dass ihr gegenüber Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können, so Kulke.

Alle Grundstücksbewerber angeschrieben

Im Juni 2017 seien alle Grundstücksbewerber angeschrieben worden, die Wünsche konnten bis August geäußert werden. „Parallel dazu begannen auch die Ausschreibungen für die Erschließungsmaßnahmen“, schreibt Hildegard Kulke. Die Baustraße und der Schmutzkanal seien Anfang Dezember fertiggestellt worden. Kulke: „Leider hatten sich diese Arbeiten im Vorwege um circa vier bis sechs Wochen verschoben. Anschließend sollten die Arbeiten für das Verlegen der Versorgungsleitungen beginnen. Der Dienstleister der Stadtwerke hielt allerdings einen Beginn der Arbeiten im Dezember wetterbedingt nicht mehr für sinnvoll, zumal insbesondere solche Firmen aufgrund der Weihnachtsfeiertage einen längeren Betriebsurlaub einlegen.“ Ähnlich äußert sich auch Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard David: „Wir hätten eine Woche vor Weihnachten beginnen können, aber das hätte keinen Sinn ergeben.“ Hinzugekommen seien die Witterungsprobleme – erst jede Menge Wasser, dann der Frost. David: „Da kann man dann nichts machen.“ Die Stadtwerke sind für die Verlegung der Versorgungsleitungen (Gas, Wasser und Strom) zuständig.

Probeschachtungen durch die Stadtwerke

Im Januar seien seitens der Stadtwerke Probeschachtungen ausgeführt worden. Dabei stieß man bereits nach 60 bis 80 Zentimetern auf Grundwasser, die Leitungen müssen jedoch 1,30 Meter im Boden verlegt werden, heißt es. Im Februar erfolgte dann ein Kälteeinbruch, der wiederum ein Verschieben der Arbeiten zur Folge gehabt habe. Zwischenzeitlich habe es vor Ort Gespräche mit Vertretern der Stadtwerke gegeben, und man geht jetzt davon aus, dass die Arbeiten Ende April abgeschlossen sein werden. Reinhard David wird allerdings etwas deutlicher: „Wir haben den Abschluss dieser Erschließung für den 30. April festgelegt. Am 3. April geht es los.“

Erste Bauanträge sind vom Landkreis schon bearbeitet worden – allerdings mit dem Hinweis, dass „eine Inbenutzungsnahme (...) erst zulässig ist, nachdem die Stadt in einem gesonderten Schreiben die Erschließung bestätigt hat.“ Die Käufer hoffen nun, dass das bald der Fall ist.

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