Umsetzung erst Ende 2019

Finanzbedarf für neues HVV-Beitrittsmodell steht

Ab Ende 2019 soll es an den Fahrkartenautomaten im Landkreis auch vergünstigte Tickets für die Fahrt nach Hamburg geben. - Archivfoto: Menker
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Ab Ende 2019 soll es an den Fahrkartenautomaten im Landkreis auch vergünstigte Tickets für die Fahrt nach Hamburg geben.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Zugfahrt von und nach Hamburg aus dem Landkreis Rotenburg wird erst Ende des kommenden Jahres subventioniert. Der Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) verzögert sich wegen der aufwendigen Planungen, aber nach jetzigem Stand wird es für die Kommunen mit Bahnanschluss günstiger als bislang berechnet. In der kommenden Woche soll der Kreistagsausschuss für Wirtschaft und Verkehr die abschließenden Vertragsverhandlungen zur Ausweitung des HVV-Tarifs auf den Weg bringen.

Auf gut 1,4 Millionen Euro beziffert der von den beteiligten Bundesländern beauftragte Gutachter die jährliche Deckungslücke allein im Landkreis Rotenburg, wenn Zug-tickets nach dem HVV-Modell vergünstigt angeboten werden. Rund 358.000 Euro will Hamburg übernehmen, Niedersachsen hat 388.000 Euro zugesagt. Die restlichen gut 670.000 Euro muss die Region aufbringen – nach dem Kreistagsbeschluss vom März 2016 je zur Hälfte der Landkreis und die neun Bahnhofskommunen. Je nach Frequenz, Art der Tickets und Fahrgastzahlen wurde in den vergangenen Monaten dann ein genaues Kostenmodell erstellt.

Es geht um vergünstigte Zeitkarten an allen Bahnhöfen; in Hesedorf, Bremervörde, Oerel, Heinschenwalde, Lauenbrück und Scheeßel zudem um Einzeltickets. Die neuen Kostenberechnungen lassen laut der Kreisverwaltung erstmals eine präzise Zuordnung zu den einzelnen Bahnhöfen im Kreisgebiet zu. Im Vergleich zu den bisherigen behelfsmäßigen Schätzungen ergeben sich demzufolge „nicht unerhebliche Abweichungen“. 

Kreispolitik entscheidet über Verteilung der Landesmittel

So steigen die Finanzierungsanteile für Bremervörde und Geestequelle, während die Kommunen im Südkreis nicht so stark belastet werden wie zunächst befürchtet. Die Kreispolitik muss sich nun noch entscheiden, nach welchem Schlüssel die zugesagten Landesmittel in Höhe von 388.000 Euro verteilt werden – entweder ausschließlich für die Zeitkarten oder für alle Tickets inklusive der Einzelfahrscheine. Wozu diese unterschiedliche Verteilung führen könnte, wird am Beispiel der Kreisstadt deutlich.

Geht der Landeszuschuss nur ins Zeitkartenmodell, müsste Rotenburg statt der einst vorhergesagten 100.000 Euro nur noch 45.000 Euro pro Jahr zuschießen. Fließt das Geld aus Hannover hingegen in die Subventionierung aller Tickets, müsste Rotenburg 76.000 Euro jährlich zahlen. Wenig überraschend, dass sich Bürgermeister Andreas Weber (SPD) deswegen schon mit einem Appell an die Kreispolitiker wendet und die Unterstützung nur für Zeitkarten fordert: „So war das gesamte Modell auch ursprünglich gedacht.“ Rotenburg bezahle schon jetzt durch die hohe Zahl auswärtiger Pendler von dort nach Hamburg für umliegende Kommunen mit – da sollte man nicht noch mehr be- beziehungsweise durch weniger Förderung weniger entlastet werden.

In Fintel stehen die Zeichen mittlerweile auf Zustimmung

Für Sottrum sehen die Berechnungen nunmehr 4 800 oder 8 100 Euro Zuschuss vor, für Scheeßel 97.100 oder 91.300, für Lauenbrück 57.200 oder 53.200 und für Visselhövede 237 oder 396 Euro – wobei die Kreisverwaltung jetzt schon betont, dass durch steigende Kosten und höhere Pendlerzahlen künftig mit Beitragssteigerungen zu rechnen sei.

Offen war lange Zeit, ob Scheeßel Einzelkarten anbieten kann. Zwar ist die Gemeinde politisch bereit, die knapp 100.000 Euro jährlich für seine Pendler aufzubringen, allerdings ist der Ticketverkauf an das Mitziehen der Samtgemeinde Fintel gebunden – weil es auf der Strecke nach Hamburg sonst in Lauenbrück eine Lücke im Tarifgebiet gegeben hätte. Sträubte man sich in Fintel lange Zeit noch vor den hohen Kosten, stehen die Zeichen mittlerweile auf Zustimmung.

 Am Donnerstag berät der Samtgemeinderat dort das Thema. Und es gibt eine Tischvorlage mit der Empfehlung: „Es wird beschlossen, den hälftigen Anteil der kommunalen Kosten für das Modell ,Zeit- und Einzelkarten’ für den Bahnhof Lauenbrück zu übernehmen und somit die Aufnahme in den Hamburger Verkehrsverbund zu erreichen.“ Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger sendet positive Signale ins benachbarte Scheeßel: „Aufgrund der geringeren finanziellen Belastung hoffe ich, dass eine breite Mehrheit der Beschlussempfehlung zum vollständigen HVV-Beitritt folgen wird.“

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