Neubau in Rotenburg

Mehr Licht und mehr Platz in der Kita am Lönsweg

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Die jungen Besucher der Kita am Lönsweg sind von den neuen Räumlichkeiten und Spielmöglichkeiten begeistert und freuen sich schon darauf, bald im Außenbereich toben zu können.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Seit fast einem halben Jahr können die drei- bis sechsjährigen Besucher der Kindertagesstätte Lönsweg wieder auf dem Flur und im Bewegungsraum toben sowie in den Gruppenräumen malen, basteln und spielen. Und das ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.

„Unsere Kita ist ein gelungener Bau, der den heutigen Standards einer Kindertagesstätte voll entspricht und sogar noch etwas darüber. Neben der Küche haben wir den Luxus einer Cafeteria“, freut sich Kita-Leiterin Hiltraut Schiemang-Ludewigs. In einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung kann sie ihre Freude kaum verbergen: „Endlich ist es mit der Enge in den temporär aufgestellten Containern vor der Realschule vorbei.“

Im August vergangenen Jahres ist der Umzug in den Neubau zurück an den Lönsweg über die Bühne gegangen – ganz zur Freude aller Beteiligten, äußert sie zufrieden. „Wir sind eine kirchliche Kindertagesstätte. Träger der Einrichtung ist der Evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband in den Kirchenkreisen Rotenburg und Verden“, erklärt die Leiterin. Der Abriss des alten Gebäudes am Lönsweg Anfang 2016 sei unbedingt nötig gewesen. „Der Zustand des Kindergartens entsprach sowohl aus energetischer Sicht als auch von der Kapazität her nicht mehr den heute geforderten Standards“, so Schiemang-Ludewigs. Das habe sich mit dem Einzug in den Neubau nun total geändert. Es gibt viel mehr Platz, einen Personalraum mit Erwachsenenmöbeln und eine Cafeteria, zählt sie auf Anhieb die Vorteile auf. „Wir können neben der Morgenbetreuung bis 14 Uhr zudem noch eine Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr bieten.“ Dazu arbeitet das Personal im Schichtdienst. Für die Mittagsruhe der Kinder stehen zwei Schlafräume zur Verfügung.

Platz für vier Gruppenräume

Auf 830 Quadratmetern Grundfläche mit einer Größe von jeweils 55 Quadratmetern sei nun genügend Platz für vier Gruppenräume, ausgelegt für 25 Kinder. „Jede Gruppe hat eigentlich ihr eigenes Haus im Gebäudekomplex. Das ist auch äußerlich an den vier Giebeln zu erkennen“, so Schiemang-Ludewigs. In den Räumen halten sich jetzt die Gruppen „Igel“, „Löwen“, „Wölfe“ und „Delfine“ auf. Betreut werden die Kinder pro Gruppe von zwei Erziehern. Alle vier „Häuser“ sind an den zentralen großen Flur gekoppelt und von dort auch zu erreichen. „Der helle, großzügig gestaltete Flur wirkt sehr befreiend, wenn man ins Gebäude hineinkommt – und das genießen die Erzieher ganz besonders.“

Der Spielbereich und Garten vor dem Komplex hat Thomas Benjes von der Holunderschule geplant.

Die „Eingangshalle“ werde zudem für jegliche Art von Aktivitäten genutzt. „Das haben wir bei größeren Feiern bereits gemacht“, erzählt die Chefin, sodass Veranstaltungen mit viel Publikum nun in der Kita selbst über die Bühne gehen können. Für die Kinder sei es zudem eine gute Ausweichmöglichkeit, sich mit großem Spielzeug zu beschäftigen, einem riesigen Puzzle oder Spielgeräten wie zum Beispiel die Bobby-Cars.

Zwölf Mitarbeiter betreuen Kinder

Hinter einer weiteren Tür auf dem Flur sind laute Kinderstimmen und Gekreische zu hören. Der Grund ist schnell von der Pädagogin erklärt: „Es gibt einen Bewegungsraum, der durch eine Schiebewand von der Halle abtrennbar ist.“ Dort haben die Kinder reichlich Gelegenheit, auch bei schlechtem Wetter herumzutollen. „Wir haben noch zwei Ruhe- und Differenzierungsräume für Kleingruppenarbeit sowie Sanitärräume in den Gruppenbereichen“, zählt sie weiter auf. Insgesamt zwölf hauptamtlich ausgebildete Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl und die Erziehung der Kinder. „Hinzukommen noch der Hausmeister, ein Bufdi (Bundesfreiwilligendienstleistender, Anm. d. Red.), eine Küchenhilfe und drei Reinigungskräfte.“

Eine gravierende Änderung in der Kita sei die Umstellung von geschlossenen auf offene Gruppen. „Früher war in jedem Gruppenraum von jedem etwas. Es gab überall eine Puppen-, Mal- und Bauecke sowie einen Frühstückstisch“, so die Leiterin. „Wir haben gemerkt, dass es für uns immer schwieriger geworden ist, unseren Bildungsauftrag zu erfüllen“, sagt sie und nennt Malen von Bildern mit Tusche als Beispiel. Da konzentrierten sich die Erzieher auf einige wenige Kinder, und wenn dann noch ein Kind gewickelt werden muss und sich an anderer Stelle noch Kinder kabbeln, fehlte eine weitere Kraft. „Die offene Arbeit ermöglicht uns Dinge, die wir sonst nicht bieten könnten.“ Die Kinder haben nach dem „Morgenkreis“ in ihrer Gruppe die freie Entscheidung, was sie machen wollen.

Die Kita des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Rotenburg und Verden.

Nach ihren Interessen suchen sie sich aus, in welche Räume sie gehen wollen. Im Wölfe-Raum gibt es zum Beispiel Spiele und Puzzle, der Delfine-Raum ist der Bauraum. „Die Kinder können hier aus dem Vollen schöpfen.“ Im Kreativraum mit Staffelei und der großen Malwand haben die Kleinen Gelegenheit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Frühstück in der Cafeteria

Gefrühstückt wird übrigens in der Cafeteria und nicht wie früher im Gruppenraum. Das hat den Vorteil, dass der Essengeruch sich nicht mehr im Gruppenraum ausbreitet, und auch das Abräumen des Frühstücksgeschirrs von den Spieltischen fällt flach. Vor dem Frühstück Angefangenes könne nach dem Essen unverzüglich fortgesetzt werden, zählt sie die Vorteile auf. Hiltraut Schiemang-Ludewigs: „Die Gruppenräume sind jetzt reine Funktionsräume.“

Auch im Außenbereich habe sich im Herbst einiges getan. „Wir haben in einer gemeinsamen Aktion mit Eltern und Kindern einen Bachlauf angelegt“, sagt sie. Das gesamte Konzept für die Außengestaltung hat Thomas Benjes von der Holunderschule übernommen. Benjes hat sich auf die Gestaltung der Außenbereiche von Kindertagesstätten und Schulen spezialisiert. „Seine Pläne werden auch in diesem Jahr weiter von uns unterstützt und von der Stadt sowie von Sponsoren umgesetzt.“

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