Inzidenzwert im Landkreis über 100

Rotenburg droht die Corona-Notbremse

Frau mit Teststab
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1 000 Corona-Schnelltests pro Tag sind das Ziel von Bürgermeister Andreas Weber für Rotenburg, um auch in Zeiten steigender Infektionen ein gewisses Maß an öffentlicher Freiheit gewähren zu können.

Die Zahlen geben wenig Hoffnung: Am Montag fällt die Entscheidung, ob der Landkreis Rotenburg über Ostern zurück in den harten Lockdown muss.

  • Inzidenzwert steigt über 100.
  • Montag werden weitere Maßnahmen beschlossen.
  • Rotenburg und Visselhövede wollen Test-Modellkommune werden.

Rotenburg – Familienbesuche zu Ostern, vorher noch zum Friseur, zumindest in dem aus den vergangenen Wochen bekannten begrenzten Rahmen noch einmal Einkaufen gehen in den anstehenden Frühlingstagen: Das wird wohl nichts im Landkreis Rotenburg. Am Freitag hat der Landkreis den Corona-Grenzwert von 100 überschritten. Am Montag wird entschieden, ob die in der Landesverordnung festgeschriebene Notbremse gezogen werden muss. Dass das nicht passiert, gilt aber als weitgehend ausgeschlossen.

Harburg ist der erste Nachbarlandkreis, der in den harten Lockdown zurückkehren muss. Dort betrug die Inzidenz am Freitag 110,8 Infektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. In Rotenburg liegt der Wert wegen 38 neu gemeldeter Fälle bei 101. Bleibt die Inzidenz auch übers Wochenende über dem Grenzwert, muss der Kreis am Montag handeln. Landrat Hermann Luttmann (CDU) gibt sich wenig optimistisch: „Es ist alarmierend, dass innerhalb von einer Woche die Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 auf über 100 gestiegen ist. Wenn sich das bis Montag nicht zum Positiven ändert, wovon nicht auszugehen ist, werden wir die Maßnahmen nach der dann geltenden Corona-Verordnung ergreifen und die Notbremse ziehen.“ Zumindest die Schulen betrifft das dann vorübergehend nicht – es sind Osterferien. Die Kinder sind eh zuhause.

Landrat fordert bessere Konzepte

273 Menschen gelten aktuell kreisweit als infiziert, 14 werden im Krankenhaus behandelt, für 660 Menschen gilt die Pflicht zur häuslichen Quarantäne. Das Gesundheitsamt spricht von einem diffusen Geschehen. Es gibt Fälle in allen Kommunen, „Spitzenreiter“ ist Zeven mit 65. Hotspots sind derzeit nicht auszumachen, berichtet Kreissprecherin Christine Huchzermeier. Die Nachverfolgung des Gesundheitsamts weise vor allem auf Ansteckungen im beruflichen und privaten Umfeld hin. Gegen die hochansteckende britische Mutation des Virus’, die nach Angaben des Gesundheitsamts rund 50 Prozent der Infektionen ausmacht, reichten die bislang getroffenen Hygienemaßnahmen nicht mehr aus. Landrat Luttmann appelliert deswegen ausdrücklich an Betriebe, ihre Konzepte zu überprüfen. Eigentlich müsste die Bundespolitik da auch mehr Vorgaben machen. Aber dort läuft aus Luttmanns Sicht derzeit einfach viel zu viel falsch: „Die Menschen haben keine Orientierung mehr, weil ihnen politisch keine vorgegeben wird.“

Wenn sich das bis Montag nicht zum Positiven ändert, wovon nicht auszugehen ist, werden wir die Maßnahmen nach der dann geltenden Corona-Verordnung ergreifen und die Notbremse ziehen.

Landrat Hermann Luttmann

Lob findet der Landrat indes für die Bewerbung Rotenburgs und Visselhövedes als Modellkommunen für Perspektiven in der Coronakrise. 25 soll es davon landesweit geben, so Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Ziel ist es nach dem Vorbild von Tübingen oder Rostock, mit einer hohen Zahl an Coronatests virusfreien Menschen mehr Freiheiten zu geben zum Beispiel beim Besuch von Außengastronomie. Dass mehr Testungen für mehr positive Ergebnisse sorgen, schließt Luttman aktuell aus – zumal die Zahl der bisher durchgeführten Tests im Landkreis noch überschaubar sei. Das Ziel der Kreisstadt ist es, mit einem dritten Testzentrum in Zusammenarbeit mit dem Apotheker René Große im alten Info-Büro im Rathaus bis zu 1. 000 Schnelltests pro Tag durchzuführen. Zuletzt waren es in den bisherigen zwei Testzentren rund 350. Mit einem negativen Ergebnis könnten die Menschen dann auch mehr Angebote in der Stadt wahrnehmen, so Webers Hoffnung. Möglicherweise noch an diesem Wochenende gebe es die Entscheidung in Hannover, ob Rotenburg oder Visselhövede dafür Unterstützung erhalten. Unabhängig davon werde aber das dritte Testzentrum in Rotenburg installiert, verspricht der Bürgermeister.

Kritik am Projekt Modellkommune wiegelt Weber ab. „Wir haben nicht gesagt, dass wir trotz steigender Zahlen alles öffnen wollen.“ Es gehe darum, größere Sicherheiten herzustellen. Man müsse auch mit dem Virus andere Wege finden als alles zu verbieten. Der andere Aspekt sei natürlich das Impfen. Und da sieht sich die Kreisstadt mit den Vor-Ort-Terminen kommende Woche für Über-80-Jährige auf einem guten Weg. 95 Prozent der ältesten Stadtbewohner seien dann geimpft. Die dezentralen Impfmaßnahmen müssten fortgesetzt werden: Weber: „Die hohen Quoten bekommen wir nur so hin.“

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