Stadtrat beschließt Satzung für Appelhorn und Wittorfer Straße

Bebauungsplan: Mehrheit stimmt für B-Plan

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Eigentümer an der Wittorfer Straße und Appelhorn dürfen nun den hinteren Bereich ihrer Grundstücke bebauen. 

Rotenburg - Von Joris Ujen. Eine monatelange Debatte in den politischen Gremien und in der Öffentlichkeit sowie eine Infoveranstaltung, aus der eine Bürgerinitiative (BI) entstanden ist: Der Bebauungsplan an der Wittorfer Straße und Appelhorn teilte die Gemüter. Das wurde am Donnerstag auch bei der letzten Instanz, dem Rotenburger Stadtrat, deutlich. Mit 18 Ja- und elf Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung fand der Bebauungsplan dennoch eine knappe Mehrheit. Betroffene Anwohner in den Zuschauerreihen schienen davon nicht begeistert gewesen zu sein.

13 Grundstücke zwischen der Wittorfer Straße und Appelhorn können nun im hinteren Bereich bebaut werden, falls der Grundstückseigentümer das möchte. Damit will die Stadt der anhaltend hohen Nachfrage nach Baugrundstücken für Familien beziehungsweise Einfamilienhausbebauung in der Kernstadt entgegenkommen und den Siedlungsflächenverbrauch verringern.

Auslöser für den Bebauungsplan war der Wunsch eines Eigentümers, sein Grundstück im rückwärtigen Bereich mit einem Bungalow zu bebauen. Der großzügige Baukörper entlang der Straße Appelhorn soll insgesamt zwei kleineren Baukörpern weichen. Bei einer Informationsveranstaltung für die Anwohner Anfang Januar hatten weitere Eigentümer Interesse an einem ähnlichen Vorgehen gezeigt, betonte Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bei der Stadtratssitzung am Donnerstag. Die rund 170 Unterschriften von der BI, die sich gegen eine rückwärtige Bebauung ausgesprochen hatten, bewertete Weber: „Wir haben festgestellt, dass von diesen 170 Unterschriften letztendlich 70 Haushalte betroffen sind.“

Viele der gesammelten Unterschriften seien hingegen auch von Bürgern außerhalb des Wohngebietes und der Stadt gekommen. „Von den rund 80 anderen betroffenen Haushalten wurden keine Unterschriften getätigt“, so der Verwaltungschef. Trotz des Protestes der Bauplangegner müsse Rotenburg das städtebauliche Interesse weiterverfolgen, um den Flächenverbrauch weiter zu begrenzen. „Wir haben einen Bebauungsplan entwickelt, der umwelt- und umfeldverträglich ist.“

Die CDU, die sich zuvor im Planungsausschuss der Stadt mehrheitlich gegen den Bebauungsplan ausgesprochen hatte, blieb ihrer Linie während der Stadtratssitzung treu. Fraktionsvorsitzender Klaus Rinck argumentierte bezüglich der Unterschriftensammlung, dass diejenigen, die nicht unterschrieben haben, nicht automatisch Befürworter des Bebaungsplans seien. „Zu den Kommunalwahlen kommen ja auch nicht mehr als 50 Prozent“, so Rinck und sprach sich im Namen seiner Partei für einen Bebauungsplan aus, der die vorhandenen Strukturen festschreibt. Ein erarbeiteter Antrag der CDU soll dafür als Arbeitsgrundlage im Ausschuss für Planung und Hochbau dienen.

CDU-Fraktionschef wettert gegen SPD

Für Rinck sei der Bürgerwille der Anwohner maßgebend für die Zukunft des Wohngebiets. „Ich bin absolut überzeugt, dass Hedda Braunsburger (ehemalige stellvertretende SPD-Bürgermeisterin von Rotenburg, gestorben am 3. September 2016, Anm. d. Red.) sich mit Händen und Füßen gegen diesen Bebauungsplan gewehrt hätte. Ich finde es bedauerlich, dass vonseiten der Sozialdemokraten ihr Erbe in Vergessenheit gerät.“ – „Sie sollten sich schämen, Herr Rinck“, unterbrach ihn Frank Grafe (CDU). Rinck wehrte sich gegen Grafes Kommentar. Ihm sei bestätigt worden, dass Braunsburger diese Meinung vertreten hätte.

Als die Sitzung durch das Wortgefecht beider Ratsherren kurzweilig zu eskalieren drohte, stellte sich Ekkehard von Hoyningen-Huene (Grüne) ans Podium und fand den Weg wieder zurück zum Wesentlichen: „Das Problem ist wahrscheinlich gar nicht so groß, wie es hier diskutiert wird.“ Der Bebaungsplan mit den Einschränkungen sei ein guter Kompromiss. Diese sehen vor, dass die Wohngebiete unmittelbar an den beiden Straßen (Appelhorn und Wittorfer Straße) höchstens mit zwei Wohnungen je Einzelhaus, eine Wohnung je Doppelhaushälfte und im rückwärtigen Bereich eine Wohnung je Einzelhaus zulässig sind. Gilberto Gori (SPD) begrüßte das ebenfalls: „Dadurch können wir vermeiden, dass spätere Generationen dort nicht alles überbauen.“ Die Mehrheit des Stadtrats sah das am Ende auch so – zum Ärgernis der anwesenden Gegner auf den Zuschauerplätzen.

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