Beratung ist wichtig

Bauern benötigen Hilfe durch ein komplexes System

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Landwirte benötigen heute in vielen Fällen Beratung. Das Dickicht von Verordnungen und Gesetzen ist für sie alleine fast undurchdringlich.

Rotenburg - Von Ulf Buschmann. Düngeverordnung, Grünprämie, Blühstreifen – wer heute sein Geld als Landwirt verdient, muss theoretisch ziemlich viel wissen. Allerdings: Das System aus Gesetzen und Verordnungen ist heute so kompliziert, dass sich viele Landwirte Hilfe suchen. Bei der Düngeplanung zum Beispiel. 

Erst in der vergangenen Woche hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zudem auf die Möglichkeit hingewiesen, dass sich die Landwirte das ganze Jahr in Sachen Europäischer Wasserrahmenrichtlinie (WRR) coachen lassen können.

„Das kommt ja noch oben drauf“, sagt Bianca Hinck von der Landberatung Rotenburg. Der Verein mit Sitz am Rotenburger Flugplatz ist als Verein organisiert. Wer dort als Landwirt Mitglied ist, der bekommt sozusagen das ganze Paket an Hilfe. Die Palette reicht vom klassischen Pflanzenbau und -schutz über das Thema Wasserschutzgebiete bis zur Düngeverordnung. Aber auch spezielle Angebote zur Aufzucht von Schweinen und Rindern und der Bioenergie gehört zum Portfolio der Landberatung Rotenburg.

Für die ganzjährige WRR-Begleitung sind separate Ingenieurbüros zuständig. Sie teilen sich elf Beratungsgebiete in ganz Niedersachsen, die in bestimmten Abständen neu ausgeschrieben werden. Hintergrund: Diese spezielle Dienstleistung kostet die Erzeuger nichts. Die Kosten tragen das Land Niedersachsen und die Europäische Union jeweils zur Hälfte. Die Fäden laufen beim NLWKN zusammen. Auch die Landwirtschaftskammer steht mit Rat und Hilfe zur Seite. Wer dieses, wie es in der NLWKN-Mitteilung heißt, „kooperative Angebot“ annimmt, ist in der Regel ziemlich zufrieden. Abgesehen davon, dass durch die fünfmalige Beprobung jedes Ackerschlages der Einsatz von Nitrat, sogenannter mineralischer Dünger, meistens minimiert wird, sparen die Landwirte Geld – weniger Dünger bedeutet weniger Betriebskosten.

Landberaterin Bianca Hinck findet, dass Landwirte „sehr offen“ sind, sprich: Sie nehmen Ratschläge gerne an; dies alleine schon wegen der hochkomplexen Gemengelage. Sie erschließe sich den meisten Menschen nicht oder nur zu einem geringen Teil, ergänzt Bianca Hinck. Dies gelte ebenso für den ständig steigenden bürokratischen Aufwand, der die Bauern schlicht „nervt“, weiß die Spezialistin von der Landberatung. Sie macht es an einem Beispiel deutlich: Noch vor einigen Jahren habe die Düngeplanung eines landwirtschaftlichen Betriebes sechs Seiten einer ausgedruckten Excel-Tabelle für alle Ackerschläge umfasst. Heute seien es 100 Zettel, weil die Landwirte verpflichtet sind, jeden Schlag zu beplanen.

Sinn und Zweck der im Jahr 2010 in Kraft getretenen Düngeverordnung ist es, die Belastung des Trinkwassers mit Nitrat zu verringern. Dass das Land Niedersachsen damit ein Problem hat, streitet niemand ab. Allerdings sind die Fachleute von Ingenieurbüros, der Landwirtschaftskammer und anderer Einrichtungen wie der Landberatung der Auffassung, dass das aktuell diskutierte Problem die Auswirkungen des Dünger-Einsatzes von vor zehn, 20 oder auch 30 Jahren sind. Weitere Informationen im Internet.

www.landberatung-rotenburg.de.

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