Dominik Reuter gewinnt Landeswettbewerb – und will mehr

Der beste Nachwuchsbäcker

Dominik Reuter  steht vor einem Regal mit Broten.
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Dominik Reuter

Zum besten Nachwuchsbäcker ist der 26-jährige Dominik Reuter beim Landeswettbewerb gekürt worden. In diesen Tagen tritt der Rotenburger beim Bundeswettbewerb in Weinheim an. Schafft er es auch dort aufs Treppchen, reist er im kommenden Jahr zur Weltmeisterschaft. 

Rotenburg – Für den 26-jährigen Dominik Reuter hätte dieses Jahr kaum besser laufen können: Im Frühjahr hat er seine auf zweieinhalb Jahre verkürzte Ausbildung zum Bäcker mit einem derart guten Ergebnis abgeschlossen, dass er im Sommer als Innungsbester ausgezeichnet wurde. Damit aber nicht genug: Am Ende reichten die 97 Prozent im praktischen Teil sowie die 95 Prozent in der Theorie auch für den Titel des Kammerbesten.

Dann folgte noch das Sahnehäubchen: Beim Landeswettbewerb setzte sich der Rotenburger, der jetzt in Posthausen zu Hause ist, ebenfalls an die Spitze. Seit Samstag nun backt er mit den Nachwuchsbesten dieses Jahres aus den anderen Bundesländern um den Sieg im Bundeswettbewerb.

Klar, ich bin stolz, meine Familie ebenfalls und auch mein Chef Paul Dittmer“, sagt Reuter zwei Tage vor der Abfahrt zum Bundeswettbewerb in Weinheim. Wir treffen ihn in seinem Ausbildungsbetrieb an der Verdener Straße in Rotenburg. Hier in der Stadtbäckerei Freitag ist nicht nur seine Mutter seit mehr als 20 Jahren schon im Verkauf beschäftigt, sondern hier hat er zuletzt selbst zweieinhalb für ihn spannende Jahre verbracht.

Eigentlich habe ich zwei linke Hände.

Dominik Reuter

Dabei hatte die berufliche Planung für Dominik Reuter mit dem erweiterten Realschulabschluss in der Tasche zunächst ganz anders ausgesehen. „Zuerst habe ich eine Ausbildung in den Badenhop Fleischwerken als Groß- und Außenhandelskaufmann angefangen. Aber immer nur im Büro, das war nichts für mich.“ Nach anderthalb Jahren hat er daher hingeworfen, aushilfsweise bei McDonald’s und schließlich auch als Fahrer der Stadtbäckerei gearbeitet. „Irgendwann hat mich der Chef dann gefragt, ob ich bei ihm nicht eine Ausbildung machen möchte“, erinnert sich Reuter. Der junge Mann schlug ein – und legte einfach mal los.

„Eigentlich habe ich zwei linke Hände“, urteilt der frischgebackene Bäcker-Geselle über sein handwerkliches Vermögen. Aber: „Als Bäcker ist das nicht so schlimm.“ Kann es auch nicht sein, denn sonst hätte er nicht schon in der Zwischenprüfung ein so gutes Ergebnis erzielt, das ihm eine Ausbildungsverkürzung ermöglichte. Das war eine 2.

Anders als im Büro war für den Lehrling schnell deutlich, was ihm an dieser Arbeit so gut gefällt: „Sie ist kreativ, und man sieht hinterher, was man gemacht hat.“ Nicht zuletzt deshalb könne er jungen Leute, die auf der Suche nach einem guten Beruf sind, eine solche Ausbildung nur empfehlen. Eine Ausbildung zudem, aus der die Absolventen noch viel mehr machen können. Dominik Reuter hat gleich nach dem Abschluss der Lehre mit seiner Meisterausbildung in Hannover angefangen – in Vollzeit. „Dann brauche ich dafür nur ein halbes Jahr.“

Dominik Reuter ist landesbester Bäcker-Geselle dieses Jahres.

Am Tag vor seiner Abfahrt nach Weinheim in Richtung Bundeswettbewerb hatte er in der Landeshauptstadt noch eben seine erste Prüfung zu erledigen. Da bleibt nicht viel Zeit, um in Aufregung zu verfallen. „Das kommt bestimmt am Samstag“, vermutet er.

Ähnlich wie beim Landeswettbewerb muss er auch in Weinheim ein straffes Programm absolvieren. Im praktischen Teil sind Kleingebäck, ein Brot, ein Plunder, eine Torte sowie ein sogenanntes, essbares Schaustück zu vollenden. Die Bewertung übernimmt die Jury.

Nach der Anreise am Samstag stand für die Teilnehmer ein Treffen auf der Bowlingbahn auf dem Programm. Alle sollten sich kennenlernen, heißt es auf der Facebook-Seite der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim, ehe sie am darauffolgenden Tag dann in den Wettbewerb einsteigen.

Für eben diesen Wettbewerb in Weinheim gibt es vorab eine für alle Teilnehmer wichtige Information: Das Thema wird „Natur“ sein. Das ist einer jener Punkte in diesem Beruf, die Kreativität und Ideenreichtum erforderlich machen, um sich von der Masse abzuheben. Dominik Reuter zeigt sich ehrgeizig und will mehr – im Wettbewerb und in Verbindung mit seiner anstehenden Meisterprüfung. „Sehr gerne hätte ich irgendwann meinen eigenen Laden“, sagt er. Doch so weit ist es für ihn noch nicht.

Zunächst einmal plant er, für vielleicht ein Jahr erst einmal woanders hinzugehen. „Vielleicht nach Süddeutschland. Dann kann ich noch einiges für mich Neues kennenlernen“, ist er überzeugt. Möglich sei mittelfristig, dass er noch einmal in die Rotenburger Stadtbäckerei Freitag zurückkehrt. „Wir haben schon mal darüber gesprochen.“ Gut möglich aber auch, dass der junge Bäcker-Geselle im kommenden Jahr zunächst einmal an der Bäcker-WM teilnimmt, denn sollte er es beim Bundeswettbewerb aufs Treppchen schaffen, also unter den drei Besten landen, würde dies das Ticket für die Nationalmannschaft bedeuten.

Für seine bisherigen beruflichen Erfolge gab es Urkunden und Eventim-Gutscheine. Ein kleines Stipendium für eine Weiterbildung wäre ihm sicher gewesen, wenn er noch unter 25 Jahren gewesen wäre. War er aber nicht.

Ganz spannend ist es, von Dominik Reuter zu erfahren, wie er in der Ausbildung mit den Arbeitszeiten klargekommen ist: „Kein Problem“, sagt er. Morgens um 3 Uhr ging es für ihn und die bis zu zwölf Bäcker-Kollegen in der Backstube an der Verdener Straße los. Etwa um 10 Uhr, manchmal auch etwas später, hatte er Feierabend.

„Es ist ganz wichtig, nachmittags etwas zu schlafen“, weiß er. Sonst sei es schwierig, gut durch den Tag zu kommen. Abends habe er meistens gegen 22 Uhr im Bett gelegen. Freitags etwas früher, denn dann begann für ihn die Schicht bereits um 1 Uhr. So oder so: Es sei schön, zu sehen, wenn die Qualität die Kunden überzeugt, sie die Produkte gerne kaufen und mögen. Das sei am Ende dann auch ein Teil des Lohns. 

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