Noch viele Baustellen 

Sauna-Wiedereröffnung im Ronolulu für April geplant

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Die neue Chefin auf der Baustelle: Irena Rait freut sich darüber, dass die Sauna im Ronolulu nach fast einjähriger Auszeit wegen eines Wasserschadens Anfang April wieder eröffnen soll.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Irena Rait muss sich derzeit um viele Baustellen kümmern. Seit Dezember leitet die 41-Jährige kommissarisch das Rotenburger Erlebnisbad Ronolulu, und vieles von dem, um das sie sich kümmern muss, hat wenig zu tun mit den Aufgaben eines einfachen Schwimmmeisters.

Die Meisterin für Bädertechnik muss ein Team von rund 40 Mitarbeitern koordinieren, den Ausbau auf umweltfreundlichere Betriebstechnik vorantreiben und vor allem die größte Baustelle im Haus zum Abschluss bringen: die Sanierung der Sauna.

Am 29. Mai schlossen sich die Türen zum Wellness-Bereich des Ronolulu. Ein massiver Wasserschaden war entstanden, weil zahlreiche Kupferrohre in den Wänden und im Boden des erst 2010 eingeweihten Areals geleckt hatten. „Wir dachten, wir müssen nur etwas renovieren“, sagt Rait. Doch mit dieser Einschätzung lagen die Verantwortlichen ordentlich daneben. „Es war viel schlimmer.“

Handwerker im Dauereinsatz

Monatelang war unklar, wie oder ob es überhaupt im Saunabereich wieder weitergehen kann. Erst zum Ende des Jahres war die Trocknung abgeschlossen, ein neuer Estrich wurde verlegt. Seitdem sind die Handwerker im Dauereinsatz, um Kabel zu verlegen, Fliesen anzubringen, die Saunatechnik zu erneuern und fast überall kleine und große Veränderungen vorzunehmen. Die Neueröffnung ist für Anfang April geplant. Es gibt ein neues Dampfbad, der Umkleidebereich wird umgestaltet, eine größere Lounge mit Tresen, größere Fenster und dazu die Möglichkeit, unabhängig vom Saunabetrieb in einem separaten Raum Massagen zu bekommen. 

„Private Spa“ heißt das im modernen Wellness-Universum. Rait ist als neue Badleiterin an der Umgestaltung und den Ideen für noch mehr Kundenservice maßgeblich beteiligt. Eine Million Euro wird in die Renovierung investiert. Beim Rundgang über die Baustelle muss Rait kurzerhand Lichtverkleidungen aussuchen. „Da haben Frauen doch einen besseren Blick für“, scherzt der Handwerker. Rait hat die Stelle an der Spitze des Ronolulu übernommen, weil der bisherige Badleiter „Burkhard Oelkers aus familiären Gründen kürzertreten wollte“, so die Aussage von Stadtwerke-Chef Reinhard David.

„Kein Bad in Deutschland verdient Geld“

Das Ronolulu ist eine Tochter der Rotenburger Stadtwerke. Ein eigenständiges Bad funktioniere auch gar nicht mehr, sagt Pressesprecher Hans-Joachim Boschen. „Es gibt in Deutschland wohl kein Bad, das so betrieben werden kann, dass man Geld verdient.“ Rund eine Million Euro müssen die Stadtwerke jährlich für den Betrieb des Ronolulu draufzahlen. Dass zuletzt in der Jahresbilanz der Stadtwerke 2016 trotzdem ein Gewinn von 2,5 Millionen Euro stand, tröstet den Chef zumindest ein wenig. Reinhard David: „Wir arbeiten daran, dass das Defizit geringer wird.“

Die Wiedereröffnung der Sauna dürfte dafür ein Baustein sein. Tatsächlich fehlen in der Jahresbilanz 2017 rund 13.000 Gäste, die sonst im Zeitraum ab Juni noch dort erwartet worden wären. So sinkt die Besucherzahl für das Gesamtjahr auf nunmehr 232.000. Mit der Sauna, so David, hätte man zumindest das Vorjahresergebnis erreicht. „Wir pendeln uns auf niedrigem Niveau ein“, sagt er selbstkritisch. Noch vor 15 Jahren habe die Besucherzahl bei 340.000 jährlich gelegen – in Zeiten ohne Ganztagsschulen, Handys und verändertem Freizeitverhalten der Jüngeren. „Trotz des schlechten Wetters in der Ferienzeit ist es für 2017 zufriedenstellend“, so Sprecher Boschen.

Mit kleinen Schritten soll zudem weiter an der Attraktivität der „größten Touristenattraktion in Rotenburg“ (David) gearbeitet werden. Geplant sind nicht nur weitere Verbesserungen bei der Schwimmbadtechnik, sondern auch attraktivere Kursangebote mit Ermäßigungen für Dauerkarteninhaber sowie Events verschiedener Art. Und, das verspricht David: Es wird 2018 keine Preiserhöhungen geben.

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