Ronolulu startet in die Freibadsaison / Sauna ab Samstag geöffnet

Zug um Zug gegen das Ertrinken

Svenja Gerhardt und Yargo Tangelder nehmen den Kindern die Angst vor dem Sprung ins Wasser.
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Svenja Gerhardt und Yargo Tangelder nehmen den Kindern die Angst vor dem Sprung ins Wasser.

Seit Montag ist das Erlebnisbad Ronolulu in Rotenburg wieder geöffnet. Zunächst startete das Freibad in die Saison. Schon am Wochenende sollen die Sauna und das Restaurant Aloha folgen. Badleiterin Irena Carstens ist erleichtert, dass auch die Nichtschwimmerkurse starten konnten. Sie sagt: „Der Nachholbedarf ist riesig.“

„Die Zeit war für alle unerträglich lang. Wir wollten, dass es endlich losgeht, und standen schon lange in den Startlöchern“, sagt Badleiterin Irena Carstens.

Als das sonnige und warme Frühsommerwetter im Laufe des Tages dann immer mehr Gäste anlockte, nahm sie sich einen Moment, um durchzuatmen. „Eine große Last fiel ab. Der Parkplatz war voll, in den Becken war etwas los. Es war endlich wieder Leben hier. Das war zunächst ungewohnt nach der langen Zeit – aber sehr schön!“ Auch die ersten Angebote laufen seit Wochenbeginn: Am Vormittag leitete Hebamme Ruth Meyer Kurse für Schwangere, am Nachmittag erwarteten die beiden Trainer Svenja Gerhardt und Yargo Tangelder die ersten Kinder im Lehrschwimmbecken. Darüber freute sich Carstens besonders, denn sie weiß: „Der Nachholbedarf ist riesig. Bald beginnt die Badeseesaison, die Menschen fahren ans Meer. Für Kinder, die nicht Schwimmen können, ist dort das Risiko, zu ertrinken, besonders groß. Um das zu verhindern, haben wir unser Kursangebot erweitert.“

Statt drei Kursen wie sonst üblich sind am Montag gleich fünf Nichtschwimmer-Kurse mit jeweils zehn Kindern gestartet, am Dienstag drei weitere. In den kommenden fünf Wochen lernen die 80 Jungen und Mädchen alles, was sie für die Seepferdchen-Prüfung brauchen. Jedes Kind hat pro Woche drei Trainingseinheiten: entweder montags, mittwochs und freitags oder dienstags, donnerstags und samstags. „Dass wir am Wochenende Nichtschwimmerkurse machen, gab es noch nie“, erklärt Carstens.

Es werde trotz aller Bemühungen dauern, den großen Rückstand aufzuholen: „Die Kurse waren schnell voll. Wir bekommen sehr viele Anfragen, auch von Eltern, deren Kinder im vergangenen Jahr Seepferdchen gemacht haben. Wenn die Jungen und Mädchen sieben Monate nicht geschwommen sind, verlernen sie einiges, außerdem wächst zum Teil die Angst vor dem Wasser“, so Carstens weiter.

Die Nachricht über den Saisonstart kam auch bei den Vereinen gut an. „Wir stehen unter anderem mit dem TuS Rotenburg und dem Spaßbus der Lebenshilfe in Kontakt. Wir sind froh, auch diese Angebote wieder machen zu können“, sagt Carstens, die auch die Rettungsschwimmer der DLRG wieder zum Training im Ronolulu begrüßt.

Wer das Freibad besuchen will, der muss keinen negativen Schnelltest vorlegen. Es besteht aber weiterhin die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung außerhalb der Schwimmbecken zu tragen und Abstand zu halten. „Ansonsten steht dem Freibadvergnügen nichts mehr im Wege“, betont Carstens.

Wir hatten an heißen Sommertagen sonst oft mehr als 2 500 Gäste – aber die Verunsicherung ist derzeit noch groß.

Irena Carstens, Badleiterin

Maximal 300 Gäste dürfen laut Hygienekonzept zeitgleich ins Bad. Die Erfahrung aus dem vergangenen Sommer zeigt jedoch: So viele kommen selten. „Wir hatten an heißen Sommertagen sonst oft mehr als 2 500 Gäste – aber die Verunsicherung ist derzeit noch groß“, so Carstens. Die Badleiterin rechnet damit, dass in dieser Saison wieder mehr Besucher kommen werden: „Die Menschen wollen etwas tun. Sie werden das Ronolulu wieder mehr nutzen.“ Sie hofft deshalb darauf, dass spätestens zu den Sommerferien mehr Gäste das Bad besuchen dürfen.

Tickets für das Freibad gibt es an der Kasse sowie online auf der Internetseite www.ronolulu.de. Dort gibt es auch einen Zähler, der die aktuelle Auslastung im Bad anzeigt. In den kommenden Tagen soll auch der Zähler für das Spa aktiviert werden, der aktuell eine große „0“ zeigt. Denn die Sauna ist weiterhin geschlossen. Doch das soll sich schon am Wochenende ändern, verspricht Carstens: „Wir werden die Sauna aller Voraussicht nach am Samstag wieder öffnen und unsere Gäste mit Aufgüssen verwöhnen.“

Zwei Zeitfenster stehen zur Wahl: montags bis samstags von 10 Uhr bis 15.30 Uhr oder 16.30 Uhr bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr bis 14.30 Uhr oder 15.30 Uhr bis 20 Uhr. Schon länger ist es möglich, Massagen zu buchen, die laut Carstens „erfreulich gut“ gebucht sind. Weil diese als körpernahe Dienstleistungen gelten, ist dort jedoch weiterhin ein negativer Coronatest nötig.

Auch das Aloha öffnet ab Samstag wieder: Ein negativer Schnelltest ist nicht erforderlich, aber dort, wo nicht ausreichend Abstand gehalten werden kann, muss eine Mund-Nasenbedeckung getragen werden. Badleiterin Irena Carstens ist glücklich über den Saisonstart: „Wir sind ab dem kommenden Wochenende fast im Normalbetrieb. Ein tolles Gefühl, auch für die Mitarbeiter, denn die sind noch in Kurzarbeit und haben es zu Hause gar nicht mehr ausgehalten.“

Als Folge der Pandemie rechnet sie jedoch erneut mit einem großen Verlust am Ende des Jahres. „Normalerweise liegen wir bei einem Minus von 800 000 bis 900 000 Euro – im Geschäftsjahr 2020 waren es etwa zwei Millionen“, berichtet Carstens.

Von Dennis Bartz

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