„RollenTausch“ führt Komödie von Ramon Pierson auf

Der Park der Lebensschicksale

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Das Ensemble „RollenTausch“ steckt mitten in den Proben.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Sonnabends in der Aula der Theodor-Heuss-Schule in Rotenburg. Für das Ensemble „RollenTausch“ und seinen Regisseur Heribert Eiden stehen Proben an, ein Intensivwochenende. Sie führen im März die Komödie „Im Park“ von Ramon Pierson auf.

Eiden, in Wattenscheid geboren, hat zwei große Leidenschaften: den Lehrerberuf und das Theater, von dem er schon als Kind besessen war. Beruflich entschied er sich für etwas „Ordentliches“, er studierte in Bochum und Freiburg, zog vor 37 Jahren mit seiner Frau Gabriele nach Scheeßel. Er vergaß aber niemals seine „heimliche Liebe“, das Theater. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete der jetzt 66-jährige Pädagoge an der Scheeßeler Beeke-Schule, an der Eichenschule und schließlich an der Fintauschule in Lauenbrück Deutsch, Geschichte und Religion.

Heribert Eiden begeisterte die Kinder für das Theater, er schrieb selbst Stücke, spielte hin und wieder Rollen mit und entschied sich für den Ruhestand zu einer „Liebesheirat“, dem Aufbau von „RollenTausch“. Zu der aktuellen Komödie „Im Park“ sagt Eiden: „Das reizvolle Stück bietet viele Rollen, mehr als 20. An der Beeke-Schule habe ich vor 20 Jahren das Stück mit sehr großem Erfolg aufgeführt.“ Dass sich das in Rotenburg wiederholt, daran arbeiten er und sein Ensemble bei intensiver Probenarbeit.

„In diesem Park finden sich alle möglichen Lebensschicksale zusammen. Menschen begegnen sich wortlos oder verlieren viele Worte und sagen dennoch nichts. Manche suchen Kontakt, bleiben aber einsam. Wieder andere leben in festen Beziehungen und strahlen Harmonie aus“, beschreibt er.

Eine sehr sparsame Kulissen, nämlich nur zwei Parkbänke, vor der Bühne eine Baugrube, aber, getragen von der Sprache, ein Abziehbild der Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit. Da gibt es den Naturwissenschaftler Dr. Klimmper (Jürgen Cassier), der von niemandem verstanden wird. Die weiteren Charaktäre: Das Duo Alfred (Uwe Goldschmidt) und Manfred (Andreas Winterhalter), den Ordnungsfanatiker, den Parkarbeiter (Jens Kramer) und den Mimen (Kerstin Bade), der Harmonie vermitteln und den Menschen helfen will.

In diesem Stück, in dem die Sprache eine entscheidende Rolle spielt, gibt es zwei Taubstumme, nämlich Andrea (Sofie Stallzus) und Mia (Stefanie Eichwald) – beide Schauspielerinnen haben für ihre Rollen die Gebärdensprache erlernt.

„Dieses Stück ist ein Brennglas des menschlichen Lebens mit Witz und viel Nachdenklichkeit“, sagt Eiden über das Stück. So, als wäre es für „RollenTausch“ zugeschnitten. Dazu gehört eine besondere Roboterpuppe, die Freundmaschine, der Anneliese Börner die Stimme gibt. Die „RollenTausch“-Seniorin ist mit inzwischen 97 Jahren wohl eine der ältesten wenn nicht die älteste Amateurschauspielerin. Die aus Wuppertal stammende Börner lebt seit elf Jahren in Rotenburg. „Im Park“ spielt sie im März kommenden Jahres zum vierten Mal mit.

Die Komödie „Im Park“ wird zu diesen Terminen in der Rotenburger Theodor-Heuss-Schule aufgeführt: am 11./12. und 18./19. März, der Vorhang öffnet sich jeweils um 19.30 Uhr, am 13. März bereits um 18 Uhr. Tickets gibt es in Rotenburg bei Famila und im Info-Büro der Stadt. In Scheeßel sind Karten im Vorverkauf bei der Buchhandlung Wandel erhältlich.

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