RK/VN-Wettermann Reinhard Zakrzewski blickt auf das Jahr 2015 zurück

Viele Extreme, aber nur wenige Unwetter

+
Der November war mir der feuchteste überhaupt.

Rotenburg - Im Wetterjahr 2015 machten extremen Temperaturen, aber auch die sehr unterschiedliche Verteilung der Niederschläge Schlagzeilen. Einer viel zu trockenen ersten stand eine erheblich zu nasse zweite Jahreshälfte gegenüber. Wie bei Sonnenschein glichen sich diese Gegensätze über das Jahr gesehen weitgehend aus, resümiert unser Wettermann Reinhard Zakrzewski.

Der Winter fiel 2015 nahezu komplett aus. Bis auf eine eher harmlose Frostperiode mit wenigen Zentimetern Schnee Ende Januar und Anfang Februar, hatten Winterfreunde im Altkreis Rotenburg wenig zu lachen. Die Frühjahrtrockenheit startete sehr früh im Februar. Ein zähes Hochdruckgebiet verhinderte größere Niederschläge. Nach einem relativ feuchten März verschärfte sich die Trockenheit bis zum Juni immer mehr. In den für den Fortschritt der Vegetation so wichtigen Monaten April und Mai hatten Natur und Landwirtschaft ein monatliches Regendefizit von 30 beziehungsweise 50 Prozent zu verkraften, im Juni sogar bis zu 70 Prozent.

Im Juli wurde die Dürreperiode endlich gebrochen. Von Rekordhitze bis zu einem Sommersturm mit herbstlicher Kühle und ergiebigen Regenfällen hatte der Hauptsommermonat viele Besonderheiten im Angebot. Am 4. Juli räumte eine afrikanische Hitzewelle mit Spitzenwerten über 37 Grad die alten Monatsrekorde flächendeckend ab. In den Wochen danach herrschte recht angenehmes Sommerwetter vor.

Ende Juli nahte mit Tief „Zeljko“ ein Absturz in sogar herbstliche Gefilde. Beim Durchgang des für einen Sommermonat extrem starken Sturmtiefs wurden am 25. Juli zwischen Rotenburg und Visselhövede Sturmböen von über 70 Stundenkilometern beobachtet.

Durch sein strahlend schönes Wetter wird uns der wärmste August seit 2003 in Erinnerung bleiben. Einer der wenigen Ausrutscher ging auf das Konto einer Luftmassengrenze, die zwischen Elbe und Weser pendelte. Sie brachte uns nach Monatsmitte nicht nur mehrere düstere Tage, sondern in zwei Wellen enorme Regenmengen.

Nach einem unaufgeregten September fiel der Oktober durch eine extrem trübe Witterungsphase in der zweiten Dekade unangenehm auf. Ein paar sehr kühle Nächte und extrem niedrige Tagesmaxima von sechs bis sieben Grad verbreiteten Novemberstimmung statt Oktobergold.

Im November sprang die atlantische Wärmepumpe an. Highlights waren unter anderem der nach 2009 zweitwärmste November seit Messbeginn, die wärmste erste und zweite Novemberdekade jemals, Temperaturrekorde an bis zu sieben Tagen mit maximal 17,6 Grad (7. November) sowie einer der feuchtesten November überhaupt.

Das Spektakulärste kommt zum Schluss. In dem zu Ende gehenden absurd milden Dezember werden die alten Monatsbestmarken aus dem Jahr 2006, regional auch 1974, im Altkreis Rotenburg gleich um zwei Grad getoppt. Wie irrwitzig dieser neue Fabelrekord ist, zeigt die Tatsache, dass bislang in keinem Monat jemals die alten Spitzenwerte um mehr als ein Grad übertroffen wurden.

rz

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Klingende Sehenswürdigkeiten: Gescher Glocken im Münsterland

Klingende Sehenswürdigkeiten: Gescher Glocken im Münsterland

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Meistgelesene Artikel

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Open-Air-Disco in Brockel am Samstag

Open-Air-Disco in Brockel am Samstag

Kommentare