RK/VN-Wetterfrosch Reinhard Zakrzewski: Hoffnungen nicht zu hoch schrauben

Frühling wartet noch bis Ostern

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Väterchen Frost ist immer noch im Einsatz.

Rotenburg - Nach dem Winter der kein richtiger war, warten wir nun alle sehnlichst auf den Frühling. Meteorologisch startet die schönste Jahreszeit mit dem morgigen Monatswechsel. Doch unsere Hoffnungen sollten wir nicht allzu hoch schrauben, sagt der RK/VN-Wetterfrosch Reinhard Zakrzewski. Denn auf wohlige Frühlingsgefühle werden wir wohl noch eine Weile warten müssen.

Nach dem freundlichen Wochenende weitet sich zum Frühlingsanfang ein Tief von Norditalien nach Polen aus. Damit stehen dem Südosten Deutschlands am Montag und in der Nacht auf Dienstag kräftige Schneefälle ins Haus, von denen wir aber verschont bleiben. Aber auch so werden geringe Plusgrade, ein eisiger Nordostwind und der fehlende Sonnenschein den Frühlingsauftakt zu einer ungenehmen Sache machen. Damit nicht genug: Auf der Rückseite des Tiefs reißt der Strom nasskalter Luft aus nördlichen Richtungen nicht ab. Wiederholt ziehen Wetterfronten mit Schnee, Schneeregen und Regen durch, sodass immer wieder mit glatten Straßen zu rechnen ist. Dass sich das Wetter in der zweiten Märzwoche erholt und die Sonne häufiger zum Zuge kommt, ist nach Lage der Dinge unwahrscheinlich.

Das wäre auch nichts Besonderes. Denn der März ist durchaus für heftige Kälterückfälle (Märzwinter) bekannt. Wegen der rasch höher steigenden warmen Märzsonne ist das Schlimmste am Ende des zweiten Monatsdrittels gewöhnlich überstanden. So heißt es auch im Volksmund: „Wenn’s erst einmal Josefi (19. März) ist, so endet auch der Winter g’wiss.“

In Einzelfällen kann Väterchen Frost aber auch später noch massiv angreifen. Für ein Szenario mit Dauerfrost und Schneegestöber bis Anfang April wie im Jahr 2013 fehlen aber alle Anzeichen.

Eher im Gegenteil. Wagt man einen relativ spekulativen Blick in die langfristigen Wetterkarten des Amerikanischen Wetterdienstes, sieht es insbesondere für das letzte Märzdrittel ziemlich gut aus. Dann könnte sich nämlich hoher Luftdruck über weiten Teilen Europas breitmachen und uns sonnige und vielleicht sogar frühlingswarme Ostertage bescheren.

Doch Achtung: Durch ein kurzzeitig großes Ozonloch über Nordeuropa wird die UV-Strahlung und damit Sonnenbrandgefahr voraussichtlich schon im März ungewöhnlich hoch sein.

Nach den Jahreszeitentrends verschiedener Wetterdienste deutet sich ein normal bis leicht zu warmes und insgesamt normal feuchtes Frühjahr an. Aber wie fast im jeden Jahr, werden auch wieder längere Trockenperioden ein Thema sein. Anfällig dafür scheinen diesmal die zweite Märzhälfte, der April und – wegen der zeitlichen großen Entfernung mit Fragezeichen – der Juni zu sein. So wird es bei vielen Landwirten wohl wieder heißen: „Zähne zusammenbeißen und – wenn vorhanden – die Feldberegnung laufen lassen.“

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