Richtfest für sozialen Wohnungsbau in Rotenburg / Planung für Gewerbegebiet

79 Wohnungen für den schmaleren Geldbeutel

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Zimmermann Hans-Joachim Norden hielt den Richtspruch, dem die Gäste gebannt lauschten.

Und Matthias Röhrs - Von Michael Krüger. Der Ausschuss für Planung und Hochbau der Stadt Rotenburg hatte es am Montagnachmittag eilig. Neun Tagesordnungspunkte in einer halben Stunde, dann geschlossen zum Richtfest am Stockforthsweg, und anschließend noch gemeinsam mit dem Schulausschuss ein Vortrag über das, was eine gute Lehranstalt ausmacht. Alles zusammen ein Beweis dafür, dass sich Rotenburg bewegt – und etwas Neues bereits steht.

Ein leichtes Schmunzeln konnte sich der eine oder andere Gast beim Richtfest in Rotenburgs umstrittensten Neubaugebiet nicht verkneifen. Die Planungsgemeinschaft Nord (PGN) hatte geladen. Es galt, die ersten 33 der insgesamt mit den Häusern an der Brockeler Straße entstehenden 79 Sozialwohnungen im Stadtbild zu begrüßen. Die Grußworte hielt Bürgermeister Andreas Weber (SPD), einst ausgemachter Gegner der Neubaupläne in Rotenburgs Süden. Dass er nun aber doch bekennen konnte, dass er sich „freue“, liege insbesondere daran, dass er stets dafür gekämpft habe, dann in diesem Gebiet wenigstens auch sozialen Wohnungsbau zu realisieren. Ein kleines Raunen blieb dennoch nicht aus, übrigens in Anwesenheit seines Vorgängers Detlef Eichinger, bekanntermaßen ein großer Fan des Stockforthswegs.

Politik spielte beim Richtfest, zu dem neben den Ausschussmitgliedern Handwerker, Unternehmensvertreter und weitere Gäste aus Politik und Verwaltung geladen waren, aber nur am Rande eine Rolle. Denn es galt das zu feiern, was den Rotenburger Wohnungsmarkt laut Weber in Bewegung bringen werde. „15 Jahre ist es her, dass wir solche Neubauten realisiert haben“, so der Verwaltungsc-hef. Entsprechend groß sei das Interesse potenzieller Mieter, die mehr auf den Geldbeutel achten müssten, an den Objekten. Sechs Euro Miete seien fällig, Ende des Jahres sollen die ersten Mieter einziehen. Ein ehrgeiziger Zeitplan, aber Hans Christian Malik versprach, dass alles realisiert werden könne. Für die PGN-Tochter Wohn- und Gewerbebau (Woge) koordiniert er die sozialen Bauvorhaben am Stockforthsweg und an der Brockeler Straße. „Ein Heimspiel zum Jubiläum“, freute er sich und spielte auf 25 Jahre Firmengeschichte an. Auch wenn der Mieter in subventionierte Wohnungen ziehe, müsse er bei der Qualität keine Abstriche machen, versprach Malik. Eine sehr energieeffiziente Bauweise mit entsprechend niedrigen Heizkosten, Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung, Aufzüge, Fußbodenheizung und absolute Barrierefreiheit seien nur einige Punkte, die dies verdeutlichten. „Der Mieter macht unser Image aus“, sagte Malik. Nur wenn dieser zufrieden sei, könne die Woge weiter für die Stadt oder in der Region Projekte realisieren.

An der Brockeler Straße werde man Ähnliches schaffen wie am Stockforthsweg, so Malik. Dort sollen die 46 Sozialwohnungen Ende 2016 bezugsfertig sein.

Bewegung gibt es aber nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, sondern auch beim Thema Gewerbe. Denn bevor es zur Erbsensuppe beim Richtfest ging, hatten sich die Mitglieder des Planungsausschusses für eine Erweiterung des Gewerbegebiets Hohenesch ausgesprochen. Die dort noch verblieben fünf zu verkaufenen Grundsstücke seien nur für kleine Betriebe interessant, beziehungsweise die Stadt befindet sich bereits in Verhandlung mit potentiellen Käufern. Der neue Bebauungsplan 42c sieht eine Erweiterung des Gebiets um etwa 18 Hektar auf der nördlichen Seite der B75 in Richtung Waffensen vor. Damit würde die Stadt ungefähr zwölf Hektar neue Baufläche erschließen. Am dann neuen westlichen Ende des Gewerbegebiets soll der bereits vorhanden Weg, der zur Straße Lerchenberg führt, als Zufahrtsstraße ausgebaut werden.

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