Szene existiert auch in Rotenburg

„Reichsbürger“ auch im Landkreis im Visier

Ein Mann posiert mit seinem „Deutsches Reich Reisepass“. - Foto: Patrick Seeger/Archiv

Rotenburg - Von Corvin Borgardt. Nach den tödlichen Schüssen eines sogenannten Reichsbürgers bei einer Razzia im mittelfränkischen Georgensgmünd, bei der ein 32-jähriger Polizist gestorben ist, steht die rechte Gruppierung plötzlich im Fokus. Wie viele es bundesweit von ihnen gibt, ist unklar. Fest steht aber: Auch im Landkreis Rotenburg gibt es „Reichsbürger“.

„Wir wissen, dass es welche bei uns im Landkreis gibt – allerdings nicht viele“, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg, Heiner van der Werp. Laut van der Werp sei es „eine Hand voll“ Personen über den gesamten Landkreis verteilt. Durch Straftaten seien die „Reichsbürger“ bislang nicht aufgefallen, sondern durch „Schriftstücke“ an Behörden – die die „Reichsbürger“ nicht anerkennen.

Nicht erst seit den Schüssen eines 49-Jährigen auf Polizisten in Bayern am Mittwoch habe man die „Reichsbürger“ im Landkreis Rotenburg im Blick. Die Staatsschutzabteilung des Fachkommissariats 4 der Polizeiinspektion Rotenburg habe in der Vergangenheit bereits „den ein oder anderen“ sogenannten Reichsbürger überprüft, so van der Werp.

Nach den tödlichen Schüssen vom Mittwoch versuche man nun jedoch, die Szene weiter aufzuhellen. „Wir gucken zurzeit noch intensiver hin und überprüfen die uns bekannten Reichsbürger erneut“, erklärte der Polizeisprecher. Aktuell liege jedoch nichts vor. Mindestens einer der polizeibekannten „Reichsbürger“ sei früher Jäger gewesen. „Offiziell hat zurzeit aber keine der uns bekannten Personen Waffen oder eine Waffenbesitzkarte“, so van der Werp. Dennoch sei die Polizei „höchst sensibilisiert“.

Sobald das Ordnungsamt erfährt, dass ein Waffenbesitzkarteninhaber zu den „Reichsbürgern“ gehört, werde ein Zuverlässigkeitsverfahren nach Waffenrecht gegen die Person eingeleitet, teilt Kreissprecherin Christine Huchzermeier mit. „Es steht den Leuten aber nicht auf die Stirn geschrieben, sodass eine Überprüfung nicht so einfach ist.“ 

bz

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