In der Welt zuhause, im Landkreis daheim

In der Region um Rotenburg fühlt sich Berufsmusiker Gunnar Riedel sehr wohl

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Berufsmusiker Gunnar Riedel hat sich mit seiner Familie in Heeslingen eingelebt. Bald geht es aber nach Los Angeles. 

Heeslingen - Von Ralf G. Poppe. Gunnar Riedel ist mit seiner Band „Rhonda“ stetig unterwegs. Um Konzerte zu spielen, reist er oft in europäische Metropolen. Nach zwei Alben, die sich in den deutschen Charts platzierten, geht es für ihn im August nun in die USA, nach Los Angeles, um neue Aufnahmen zu realisieren. Die Basis des Künstlers liegt jedoch, unweit der Kreisstadt, in Heeslingen. Bis zum November letzten Jahres lebte der Schlagzeuger der Hamburger Soulband Rhonda mit seiner Familie in einem schmucken Altbremer Haus zwischen Weser und Ostertor. Seit Dezember wohnen die Riedels nun an der Oste, die hinter dem Haus der Familie verläuft.

Riedel: „Meine Frau arbeitet seit elf Jahren in Zeven und wir wollten dem Stress mit dem täglichen Wahnsinn auf der Autobahn 1 entgehen. Nun ist ihre Arbeitsstelle nur noch vier Kilometer entfernt, was natürlich viel besser ist. ,Rhonda‘ ist in Hamburg beheimatet, da ist Heeslingen für mich von der Entfernung her ebenfalls wesentlich besser.“ Die Familie hat sich mittlerweile eingelebt, man ist zum Beispiel einem Sportverein eingetreten und mag die Menschen auf dem Lande. Und auch die Heeslinger sind ihren neuen Nachbarn gegenüber aufgeschlossen. Eventuell werden sie auf dem Areal der Riedels demnächst weitere interessante Menschen antreffen können. Gut isoliert, soll hinten auf dem Gelände ein Übungsraum für „Rhonda“ entstehen.

Riedel ist Mitbegründer der Soulband, die mit ihren bisherigen beiden Alben „Raw Love“ (August 2014) und „Wire“ (Februar 2017) jeweils hohe Platzierungen in den deutschen Album-Charts erreichen konnte. Das Fachblatt „Good Times“ erinnerte zum 50. Todestag von Otis Redding, dem König der Soulmusik, ebenfalls an die beiden „Rhonda“-Alben. Doch das ist noch nicht alles. Nachdem es 2014 der Rhonda-Song „That’s how I roll“ auf den Soundtrack zum Kino-Erfolg „Alles ist Liebe“ schaffte, folgt bald noch eine Steigerung: Im November 2017 wurde ein TV-Film mit Veronica Ferres und Heiner Lauterbach abgedreht. Zu diesem Blockbuster für einen Samstagabend lieferte „Rhonda“ nicht nur die Musik, sondern die Band wird mit zwei Songs direkt im Film selbst zu sehen sein. Im September läuft der Streifen nun im Fernsehen.

„Richtig. Es war eine witzige Aktion, und es ist immer gut, die eigenen Songs in Funk und Fernsehen unterbringen zu können. Besonders aus finanzieller Sicht“, sagt Riedel lachend. TV-Auftritte hat es bereits mehrere gegeben, so zum Beispiel im ZDF-Morgenmagazin.

Doch auch gut geplante Umzüge können Probleme mit sich bringen. Neben dem Wohnortwechsel von Riedel hat sich auch das Umfeld von Sängerin Milo von Bremen über Hamburg nach Los Angeles verlagert. Keyboarder Offer Stock lebt seit Jahren in Köln. Was hat sich durch die Umzüge geändert? Riedel: „Nun, zuerst die Sachlage, dass wir keine Spontanshows mehr spielen können. Wir werden geballt touren, damit sich das Hin- und Herfliegen auch wirklich lohnt. Im Januar und Februar 2019 gibt es eine Tournee, in der wir etwa 20 Shows absolvieren werden. Wir freuen uns sehr darauf. Unter anderem sind Gastspiele in Hamburg, Bremen und Hannover dabei.“

Vorher wird das Repertoire der Band erweitert. „Rhonda“ spielt im August ein neues Album in Los Angeles ein. „Wir fliegen Ende August nach Los Angeles, um neue Aufnahmen für das dritte Album zu machen. Alle sind davon überzeugt, dass es großartig wird. Ein Charterfolg ist uns jedoch nicht so wichtig. Aber natürlich eine schöne Randerscheinung.“ Eine Marginalie, die dazu beiträgt, die eigene Zukunft zu sichern. Denn der Blick nach vorn ist ungleich schwerer, als ein Rückblick. Trägt Riedel eventuell den Wunsch in sich, sein Fachwissen auch an regionale Künstler weiterzugeben, oder sie zu unterstützen? Riedel: „Nun, was ,Rhonda‘ betrifft, so weiß auch ich nicht, was passiert. Ich kann aber sagen, dass wir es lieben, miteinander Musik zu machen. Vielleicht machen wir noch viele Alben – mich würde es freuen. Und, um ehrlich zu sein, habe ich bisher leider noch gar nicht wirklich schauen können, was es an Bands und Künstlern in der Region gibt. Tipps und Ratschläge werde ich auf Wunsch gern weiterreichen. Im Moment gebe ich nur meinem sechsjährigen Sohn sowie seinem siebenjährigen Kumpel Schlagzeugunterricht.“

Riedel lacht abermals. Seine Familie ist für ihn das Größte. Manchmal lässt sich Musik und Familie sogar verbinden. Im August 2017 gehörte „Rhonda“ zum Programm des „A Summers Tale“-Festivals in Luhmühlen. Das Festival richtet sich primär an Familien, die gemeinsam Spaß haben möchten. Der Kreis schließt sich, denn auch die Riedels hatten an dem Festival ihre Freude.

www.rhondamusic.com

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