Reformationsjubiläum: Ausstellung in Rotenburg 

Ganz im Zeichen Luthers

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Der Arbeitskreis Lutherausstellung war fleißig. Mit von der Partie sind Andreas Weber (v.l.), Michael Burgwald, Dorothee Gräf, Susanne Briese, Susanne Schenck-Nekarda und Peter Handrich. Die Ausstellung beginnt am 2. Mai im Rathaus. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die beiden Lutherstädte Eisleben und Wittenberg in Sachsen-Anhalt sind bereits im Luther-Fieber. Viele Touristen besuchen das Geburtshaus Martin Luthers und allen voran die Schlosskirche, an deren Tür er vor 500 Jahren seine 95 Thesen zu Ablass und Buße angeschlagen haben soll. Das 500. Reformationsjubiläum wirft also seine Schatten voraus. Und auch in der Stadt Rotenburg steht das Jahr aus Sicht der Kirche ganz im Zeichen des großen Reformators. „Von Apfelbaum bis Kantaten-Zirkel“ ist das Veranstaltungsprogramm des Kirchenkreises Rotenburg überschrieben – und die Ausstellung „Bilder von Luther“ vom 2. bis zum 29. Mai in der Kreisstadt ist ein Teil davon.

Bereits im April vergangenen Jahres hat sich der Arbeitskreis Lutherausstellung in Rotenburg gebildet, um die Werkschau des Berliner Künstlers Harald Birck vorzubereiten. „Von da an haben wir uns alle vier bis sechs Wochen getroffen“, sagt Superintendentin Susanne Briese. Denn auf keinen Fall sollte es bei der Werkschau allein bleiben. Vielmehr war es den Mitgliedern des Arbeitskreises ein Anliegen, diese mit zusätzlichen Veranstaltungen anzureichern, um Martin Luther, aber auch seine Zeit und sein Leben etwas genauer in den Fokus zu nehmen. Ganz bewusst spricht Briese von der „historischen Dimension“ und einem dementsprechend „faszinierenden Programm“, das die Menschen im Kirchenkreis erwartet.

Hinter „Bilder von Luther“ steckt eine Wanderausstellung, die 2010 mit einer Lutherstatue aus Bronze für das Lutherhotel in Wittenberg ihren Anfang genommen hat. Im Vorfeld zu dieser Auftragsarbeit habe Harald Birck mit unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksmitteln versucht, sich dem Menschen Martin Luther anzunähern, heißt es auf der Internetseite des Berliners. Aus einem Werk von etlichen Lutherköpfen, Maquetten, Tuschen und Zeichnungen würde eine Auswahl an den unterschiedlichsten Stationen der Wanderausstellung gezeigt. 

Zusammengehalten würden die Skizzen, Porträtstudien und Skulpturen des Künstlers durch Texte von prominenten, teils weniger bekannten Zeitgenossen, die den berühmten Reformator und sein Wirken aus verschiedenen Perspektiven in den Blick nehmen. Diese Zusammenstellung von Bild und Text unterstreiche die Faszination von Bircks Werk und vermittele den Ausstellungsbesuchern und Lesern Wissenswertes wie Vergnügliches, Hochpolitisches wie Alltägliches rund um Luther, heißt es weiter.

An die Tür der Wittenberger Schlosskirche soll Martin Luther vor 500 Jahren seine 95 Thesen zu Ablass und Buße angeschlagen haben. 

Es wird während der Ausstellung vom 2. bis zum 29. Mai also einiges zu sehen geben. Darüber hinaus garnieren eine Reihe von zusätzlichen Veranstaltungen das, was Harald Birck geschaffen und was nicht nur im Rathaus, sondern auch in der Stadtkirche, im „Kaufhaus Rotenburg“ (Karo) am Neuen Markt, im Kantor-Helmke-Haus sowie in der Kirche „Zum Guten Hirten“ gezeigt wird. Doch zunächst ist für den 2. Mai von 18 Uhr an eine Ausstellungseröffnung im Rathaus vorgesehen, an der Birck selbst ebenfalls teilnehmen wird.

Am 8. Mai von 19.30 Uhr an beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Frauke Reinke-Wöhl mit den „Auswirkungen der Reformation auf die Kunst“. Sie spricht darüber im Kantor-Helmke-Haus, der Eintritt kostet fünf Euro. „Kein Licht unterm Scheffel“ lautet die Überschrift für 10. Mai von 19 Uhr an in der Kirche „Zum Guten Hirten“. Pastor Peter Handrich wirft einen nicht nur ernsthaften Blick auf die Geschichte der deutschen Bibelübersetzungen von Luther bis heute, und Stephan Orth macht das Gleiche mit dem Liedgut und seinem Akkordeon. Dazu gibt es Thüringer Würstchen, Senf, Bier und Wein.

Jugendwerkstatt ist mit von der Partie

„Luther war ein Blogger“ behauptet der Kabarettist Sebastian Schnoy in seinem Solo-Programm am 17. Mai von 20 Uhr an im Auditorium der Volkshochschule unter dem Dach des Kantor-Helmke-Hauses. Dahinter stecke ein humorvolles Kabarettprogramm über Martin Luther – Bestseller, Blogger und Keynote Speaker der Frühen Neuzeit. Die Tickets zum Preis von zwölf Euro sind in der VHS-Geschäftsstelle sowie im Info-Büro der Stadt Rotenburg im Rathaus erhältlich.

Auch die Buchhandlung Müller an der Goethestraße in Rotenburg beschäftigt sich mit dem Reformator und lädt unter der Überschrift „Luther aktuell“ zu einem Abend am 19. Mai ab 19 Uhr ein. In dieser Veranstaltung werde ein Überblick über die spannendsten neuen Bücher und ihre jeweiligen Schwerpunkte gegeben. Der Eintritt in diesem Fall kostet vier Euro – Anmeldungen unter der Telefonnummer 04261 / 2822 sind unbedingt erforderlich.

„Reformation – Das Leben ist Veränderung“ heißt es am 24. Mai von 15 Uhr an im „Kaufhaus Rotenburg“. Die Teilnehmer der Jugendwerkstatt aus unterschiedlichen Kulturen setzen sich mit der Reformationszeit auseinander und präsentieren an diesem Tag die Ergebnisse.

Nur eine Stunde später beginnt eine Lesung im „Karo“. „Wenn Engel lachen“ heißt das Buch von Fabian Vogt, das auf humorvolle Art die Liebesgeschichte von Martin Luther und Katharina von Bora als Symbol dafür beschreibt, dass vermeintlich kleine Dinge, die auf wahren Gefühlen beruhen, Großes bewirken.

Und zu guter Letzt gibt es am 1. Juni von 19 Uhr an ein Konzert vom Duo „Zia“ featuring Temye Tesfu in der Rotenburger Stadtkirche. Der Eintritt kostet zehn Euro, heißt es in dem Veranstaltungsprogramm, das als Flyer an vielen Stellen in Rotenburg ausliegt.

Gottesdienste, Konzerte, Lesetheater, Musical, Vorträge und Lesungen

Das Programm ist umfangreich, und die Vielfalt ist groß. Der Kirchenkreis Rotenburg hat mit Blick auf das Reformationsjubiläum jede Menge Veranstaltungen geplant. „Der Thesenanschlag war der Startschuss zu großen Veränderungen sowohl im kirchlichen Denken als auch im gesamten gesellschaftlichen und kulturellen Leben“, schreibt Superintendentin Susanne Briese auf Seite 3 des 40 Seiten umfassenden Programmheftes, das den Menschen einen Überblick über das verschaffen soll, was für das Jahr im Zeichen Luthers so alles geplant worden ist. Die Palette reicht dabei von zahlreichen Gottesdiensten und Konzerten über Lesetheater, Musical und Vorträge bis hin zu Lesungen. Und auch die Ausstellung „Bilder von Luther“ mit Arbeiten von Harald Birck vom 2. Mai an ist ein Teil dieser Reihe, betont der eigens dafür zusammengestellte Arbeitskreis in einem Gespräch mit der Presse.

„Lassen Sie sich einladen und feiern und gestalten Sie mit uns gemeinsam das Reformationsfest als Christusfest – dem Grund, auf dem wir stehen“, sagt Briese voller Vorfreude auf das, was zum Jubiläum organisiert worden ist. Viele Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, viele weitere folgen noch. Die Broschüre dazu ist in den Gemeindebüros und auch im Info-Büro der Stadt sowie auf der Internetseite des Kirchenkreises erhältlich. Übrigens: Im Luther-Jubiläumsjahr wandert eine Thesentür durch den Kirchenkreis, auf der die Menschen Ideen zur Gestaltung der Kirchenzukunft formulieren können.

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