Referenten der zertifizierten Krebszentren informieren über Fortschritte und Therapieneuheiten

Vorsorge ist so wichtig wie nie

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Die Ärzte der zertifizierten Krebszentren des Diakonieklinikums Rotenburg gaben einen Einblick in das Thema „Krebs und Zuversicht – Krebs und Ernährung“.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Das „Blitzlicht“, das den Krebs auslöscht, gibt es noch nicht. Bisher sind es kleine, wenn auch hoffnungsvolle „Trippelschritte“ auf dem Weg zu einem Sieg über diese Krankheit. Dem Thema „Krebs und Zuversicht – Krebs und Ernährung“ war am Sonnabend der Info-Tag der zertifizierten Krebszentren im Diakonieklinikum Rotenburg gewidmet. Hauptreferent war Dr. André Kleinridders vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Nuthetal.

In ihren Referaten legten die Vortragenden Wert darauf, das Thema „Krebs“ für Laien verständlich aufzubereiten. Zum Thema Schlüssellochchirurgie bei Darmkrebs sprach Oberarzt Dr. Jens Timo Partecke. So erkrankten zirka 72000 Menschen Jahr für Jahr in Deutschland an Darmkrebs. 27000 von ihnen sterben daran. Hier, wie in den folgenden Vorträgen, der dringende Rat an die Info-Tag-Besucher: „Gehen Sie unbedingt rechtzeitig zur vorbeugenden Untersuchung.“

Partecke verglich die „offene Operationsmethode“ mit der anspruchsvollen neueren Schlüssellochchirurgie: große Skalpellschnitte gegenüber 0,5 bis 1,5 Zentimeter kleinen Öffnungen. Ja, in Zukunft solle es eine verfeinerte Schlüssellochoperation geben, nämlich über den Bauchnabel. Partecke: „Die Zukunft ist praktisch narbenfrei.“

Zum Thema Schlüssellochchirurgie bei Gebärmutterkrebs sprach auch Frauenklinik-Oberarzt Sebastian Bauer. An diesem Tumor seien im Kreis Rotenburg von 2008 bis 2012 allein 111 Menschen neu erkrankt. Oft komme es bei übergewichtigen Frauen zu dem Krebs. Um vorzubeugen sei die jährliche Untersuchung wichtig. Außerdem gelte es: Gewicht halten und Sport treiben. Bei der Operation, so Bauer, habe die Schlüssellochchirurgie Vorteile: relativ schnelle Entlassung, geringer Blutverlust und geringe Gefahr einer Wundinfektion.

Die leitende Oberärztin Anneke Wiese informierte in ihrem Referat zu den Fortschritten in der Therapie von Magen- und Darmkrebs: „Wir können die Erkrankung vermeiden, also gehen Sie zur Darmspiegelung.“ Sie kommentierte die verschiedenen Krankheitsstadien mit ihren unterschiedlichen Heilungschancen. Seit gut zehn Jahren gebe es die Antikörper, neue Substanzen, die sich über Jahrzehnte entwickelt hätten. Auch bei Magen- und Darmkrebs sei, gepaart mit geänderten Ernährungsgewohnheiten, die Lebens- erwartung gestiegen.

Über „Fortschritte in der Therapie des Brust- und Eierstockkrebses“ referierte Chefärztin Dr. Maren Krohn. Auch dort werde die Schlüssellochchirurgie praktiziert. Die Brustkrebserkrankung, so Krohn, sei eine individuelle Erkrankung, „die eine individuelle Behandlung erfordert“. Auch dort werde die Antikörpertherapie praktiziert. Die in den letzten 15 Jahren hinzugekommenen Medika- mente seien für Patienten sehr hilfreich gewesen: „Wenn jedes Medikament ein wenig Erfolg bringt, dann ist es insgesamt eine ganze Menge.“

Anschließend referierte Dr. André Kleinridders vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam über das Thema „Gesund leben – gesund ernähren“. Der Wissenschaftler versuchte aufzuzeigen, wie sich durch den Angebots-Dschungel – Supermärkte, Discounter, Lebensmittelfachgeschäfte, Wochenmärkte, Naturkostläden und Reformhäuser – ein sinnvoller Weg finden lässt. Grundsätzlicher Trost: „Gesundes Essen muss nicht teuer sein. Sport ist für die Gesundheit extrem wichtig. Bei chronisch Erkrankten nützt eine gesunde Ernährung.“ Dr. Kleinridders sprach sich angesichts einer hohen Zahl von Übergewichtigen für eine gesunde Mischkost aus.

Kleinridders: „Man kann durch eine gesunde Ernährung die Gesundheit beeinflussen.“ Er plädierte für einen vermehrten Verzehr von Gemüse und Obst bei wenig Fleisch und viel Wasser. Die Devise müsse lauten: „Gesund altern. Egal, wann Sie damit anfangen, es hat immer einen Sinn.“

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