Angebot überzeugt Landesschulbehörde

Ratsgymnasium erhält Auszeichnung als Europaschule

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Dezernentin Christine Hartmann (v.l.) überreicht die Urkunde an Schulleiterin Iris Rehder und Lehrerin Susanne Rohde. 

Rotenburg - Von Joris Ujen. Im südlichen Landkreis ist das Rotenburger Ratsgymnasium die einzige Schule mit einem Sprachenkonzept. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal und vielen weiteren Kompetenzen hat sie es geschafft, das Qualitätssiegel Europaschule zu erhalten. Die Dezernentin der Landesschulbehörde, Christine Hartmann, überreichte am Donnerstag eine entsprechende Urkunde der weiterführenden Schule.

Dass sich das Ratsgymnasium neben den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rotenburg nun auch so betiteln darf, ist dem Europa-Team um Susanne Rohde zu verdanken. Die Gymnasiallehrerin ist zuständig für Sprachen- und Auslandsangelegenheiten und hatte den Antrag an die Niedersächsische Landesschulbehörde gestellt. „Ein hoher Aufwand, doch du hast es immer wieder geschafft, uns zu motivieren“, sprach Schulleiterin Iris Rehder in Richtung ihrer Kollegin. Rohde koordiniert die Förderung der Mehrsprachigkeit und des Fremdsprachenprofils des Ratsgymnasiums. 

Bedeutet: Nach Englisch als erster Pflichtfremdsprache bietet die Schule Latein oder Französisch im sechsten Jahrgang als zweite an. Allerdings, und hier kommt das Alleinstellungsmerkmal, können Schüler ab der achten oder elften Klasse zusätzlich Spanisch als Wahlpflichtsprache dazu wählen. Somit werden alle vier Sprachen in der Oberstufe angeboten, was im Sinne des europäischen Gedankens und der Globalisierung für künftige Schüler erhalten bleiben soll. Zudem ist es am Ratsgymnasium möglich, Vorbereitungskurse für internationale Sprachdiplome zu belegen. Schüleraustausche mit Frankreich, Ungarn, Mexiko und Polen sowie die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ lieferten weitere Argumente für den Ehrentitel. Der hat fünf Jahre Gültigkeit, eine erneute Bewerbung ist absehbar, „denn Europa ist eine ganze Sache des Ratsgymnasiums“, so Rehder.

„Mit ihrem Engagement habe Sie die notwendigen Bedingungen für den Titel Europaschule erfüllt“, sagte Hartmann, auch im Namen der anwesenden Europakoordinatorin der Niedersächsischen Landesschulbehörde, Sylvia Onstein. Europa sei noch immer ein Projekt, fuhr die Dezernentin fort. Gerade in jüngster Zeit entstehe der Eindruck, dass der europäische Gedanke immer mehr droht, zu zerfallen. Beängstigende Bewegungen hin zum rechten politischen Rand und die weltpolitische Lage seien mehr als bedenklich. „Der Keim für Frieden und Verständigung liegt in dem Wissen um den anderen und seine Lebensweise. Toleranz und Demokratie gilt es zu vermitteln und zu leben.“ Kriterien, die eine Schule für die Auszeichnung vorweisen muss und für die das Ratsgymnasium nun offiziell steht.

Die BBS Rotenburg, die mitunter viele Partnerschaften mit ausländischen Schulen pflegen, tragen diesen Titel schon seit fast 20 Jahren. Schulleiter Wolf Hertz-Kleptow sowie Abteilungsleiter und EU-Koordinator Erwin Eggers gratulierten dem Gymnasium. Der Landkreis als Schulträger wurde vertreten durch Stefan Raatz, Leiter des Schulverwaltungs- und Kulturamts.

Ein Chor der Klassen 6c und 5m sowie die Streicherklasse 7m – unter der Leitung von Astrid Mujica Alvarado und Frank Domhardt – umrahmten die Feier und sangen und spielten eine etwas abgeänderte Fassung von „Freude, schöner Götterfunken“, die den europäischen Gedanken aufgriff.

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