Treffen im August in der Kreisstadt

Rathausspitze schiebt Partnerschaft mit Aalter an

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (l.) mit Aalters Stellvertreter Patrick Hoste.

Rotenburg - Sieben Stunden Autofahrt hin, satte neun zurück – und gut 1 100 Kilometer mehr auf dem Tacho. Die kleine Ausflugsfahrt der Rotenburger Verwaltungsspitze am Donnerstag und Freitag nach Belgien war kein Zuckerschlecken, und doch ist der Bürgermeister begeistert: „Es hat sich gelohnt“, sagt Andreas Weber (SPD) nach dem Kurztrip in Rotenburgs Partnerstadt Aalter.

Schließlich war der Besuch so etwas wie ein Rettungsversuch, um die formelle Freundschaft trotz negativer Signale in den vergangenen Monaten aufrecht zu erhalten. Jetzt sagt Weber: Mission gelungen!

Im Juni 1966 hatte die Stadt Rotenburg ein Brief von Georges van de Woestijne erreicht. Dieser war von 1943 bis 1945 auf dem Rotenburger Flugplatz – wie andere Flamen auch – dienstverpflichtet. Seine Kameraden und er hatten in dieser Zeit in Rotenburg Freunde gefunden, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg wiedersehen wollten. 

Georges van de Woestijne verzieh und half, den tiefen Graben zwischen den Völkern mit einem Akt der Herzlichkeit wieder zuzuschütten. Er wollte Rotenburg besuchen und versprach, ein Geschenk mitzubringen. Acht Jahre später war die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Rotenburg und Aalter perfekt, Georges van de Woestijne erhielt 1996 vom damaligen Bürgermeister Bodo Räke die Rotenburger Bürgermedaille.

Partnerschaften lahmten zuletzt

Über Jahrzehnte hielten Vereine und Verbände die Partnerschaft aufrecht, zuletzt hakte es allerdings. Der Nachwuchs zog nicht mit, der letzte offizielle Besuch aus Belgien datierte aus dem Jahr 2014, die finanziell klamme Gemeinde in Ost-Flandern, 25 Kilometer von der Nordseeküste entfernt, strich die Haushaltsmittel für das Bündnis.

Dem wollte man aus dem Rotenburger Rathaus entgegenwirken. Weber, Erste Stadträtin Bernadette Nadermann, Hauptamtsleiter Uwe Radtke und dessen Mitarbeiter Luke Schoßau machten sich auf den Weg nach Aalter, wo sie am Donnerstagabend von den dortigen Amtsleitern empfangen wurden.

Erste Reise in die Partnerschaft

Für alle war es die erste Reise in die Partnerstadt. Es gab ein Festessen, viele gegenseitige, lobende Worte und das Bekenntnis, dass die Partnerschaft unbedingt wieder mit Leben gefüllt werden müsse. Schon im August sei dazu ein Treffen der Feuerwehren aus beiden Kommunen in Rotenburg geplant. 

„Gerade in der jetzigen Zeit mit Abgrenzungstendenzen ist die Pflege des europäischen Gedankens wichtig“, betont Weber. Dass man das auf belgischer Seite nicht anders sehe, habe der Besuch bewiesen. Nadermann: „Man hat gleich gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.“ So seien auch schon weitere Kooperationen lose angesprochen worden – zum Beispiel über Schulen oder die Kreismusikschulen.

mk

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