Verbandsversammlung wählt 32-jährigen Kirchwalseder

Ralf Heuer übernimmt WVV

Bis Mitte nächsten Jahres grüßt Volker Meyer als WVV-Geschäftsführer, dann wechselt er zu den Stadtwerken. Fotos(2): Menker

Unterstedt – Nachdem Volker Meyer im August seinen Wechsel für Juli kommenden Jahres als Geschäftsführer zu den Stadtwerken Rotenburg (SR) angekündigt hatte, haben den in Unterstedt sitzenden Wasserversorgungsverband (WVV) Rotenburg 16 Bewerbungen für den Chefposten erreicht. Die Verbandsversammlung hat nun im Unterstedter „Waldhof“ eine Entscheidung getroffen: Der 32-jährige Ralf Heuer aus Kirchwalsede soll im Sommer 2020 die Nachfolge von Volker Meyer antreten. Es habe ein einstimmiges Votum gegeben, berichtet der Noch-Geschäftsführer gegenüber der Rotenburger Kreiszeitung.

Ralf Heuer ist zurzeit noch beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in Hamburg beschäftigt, wo er seit sechs Jahren als Referent arbeitet. Der DVGW bezeichnet sich selbst als Kompetenznetzwerk für alle Fragen rund um die Versorgung mit Gas und Wasser. Es gibt ihn seit mehr als 150 Jahren. Im WVV-Verbandsausschuss waren fünf Kandidaten in die engere Auswahl gekommen. Am Ende setzte sich Heuer durch. „Seine Erfahrungen in der Wasserwelt, in der Gremienarbeit sowie in der Präsentation, aber auch seine Persönlichkeit haben letztendlich den Ausschlag gegeben“, erklärt Volker Meyer. Heuer ist verheiratet und hat ein Kind.

Für Volker Meyer – seit zehn Jahren als Geschäftsführer des WVV tätig – war es die letzte ordentliche Verbandsversammlung. Mit Blick auf seinen bevorstehenden Wechsel zu den SR in der Kreisstadt sagt er ganz deutlich: „Es war ein toller Job. Ich habe das immer gerne gemacht.“ Der Verband stehe auf stabilen Beinen – nicht zuletzt auch wegen der Übernahme der Wasserversorgung in der Gemeinde Scheeßel. „Das war eine große Etappe, die dem Verband noch mehr Stabilität verleiht“, ist Meyer überzeugt. Damit das so bleibt, sei es wichtig, mit Blick auf Leitungen, Pumpen und Anlagen auch weiterhin an der stetigen Sanierung und Neuinstallation festzuhalten. Für das kommende Jahr sind Investitionen in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro dafür vorgesehen. Der ebenfalls verabschiedete Haushalt für 2020 habe ein Volumen von rund 5,5 Millionen Euro.

Meyer betont in einem Gespräch mit unserer Redaktion, dass der WVV zugleich auch seinen Beitrag zur Energiewende eingeleitet habe. Zehn Prozent des benötigten Stroms komme inzwischen aus eigenen Fotovoltaik-Anlage. „Wir wollen hierbei schon bald auf 20 Prozent kommen.“ Vor dem Hintergrund des jährlichen Energiebedarfs des Verbandes sprechen diese Zahlen für sich: „Wir reden hier über 3,2 Millionen Kilowattstunden“, sagt Meyer. Der größte Teil der Energie gehe für die Rohwassergewinnung aus der Rotenburger Rinne sowie für die Verteilung des Wassers drauf. Der WVV will auch selbst in die Windstromproduktion einsteigen. Eine Vorplanung gibt es dafür schon.

„Wir können uns wirklich glücklich schätzen, unser Wasser aus der Rotenburger Rinne zu fördern – dabei handelt es sich um urzeitliches Wasser.“ Die Belastung dieses Wassers mit Nitrat liege bei unter einem Milligramm je Liter und damit deutlich unter dem Grenzwert (50 mg/l). Aber auch das ist dem WVV klar: „Wir müssen immer aufpassen, dass das so bleibt.“ Permanente Beprobungen seien eine Pflicht. Diese finden auch in oberflächennahen Bereichen – also in einer Tiefe von sieben bis 20 Metern – statt. In diesem Fall, so Meyer, werden die aktuellen Wert teilweise eben nicht eingehalten. Das Trinkwasser allerdings wird aus einer Tiefe von etwa 200 Metern an die Oberfläche geholt und aufbereitet.

In diesem Zusammenhang wird Volker Meyer nicht müde zu betonen, dass es vom WVV keine Zustimmung geben wird, sollte an Erdgasbohrungen eben auch in (Trink-)Wasserschutzgebieten gedacht werden. Bohrungen dafür könne man nicht zustimmen. Wasserschutzgebiete machten in Niedersachsen etwa 15 Prozent der Landesfläche aus, sagt Meyer.

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