Cansat-Wettbewerb auf dem Flugplatz

Raketen am Rotenburger Himmel

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Immer drei Satelliten passen in die Trägerrakete, die vom Organisator Louis Schreyer bestückt wird. 

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Was saust denn da mit einer Affengeschwindigkeit und einem langen Rauchschweif gen Himmel? Das haben sich sicherlich einige Leute gefragt, die sich am Freitagmittag in der Nähe des Rotenburger Flugplatzes aufgehalten haben. Der Grund war schnell geklärt: Teilnehmer des europäischen Cansat-Wettbewerbes schossen mit Trägerraketen Satelliten in den Himmel – und das nicht nur zum Spaß.

Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen war gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) Ausrichter des Europäischen Cansat-Wettbewerbes, der in den Jahren zuvor unter anderem bereits in Portugal, Norwegen und der Niederlande organisiert worden war.

15 Schülerteams, die sich bei nationalen Wettbewerben qualifiziert hatten, nutzten die Möglichkeit, ihre selbst ausgetüftelten Miniatursatelliten in der Größenordnung einer Getränkedose mit einer Rakete auf bis zu 1000 Meter in den Himmel zu befördern, um dort ausgeworfen zu werden. Die Teilnehmer kamen aus ganz Europa: aus Belgien, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Polen, Rumänien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien sowie erstmals aus der Schweiz und Ungarn.

Raketenstarts beim Cansat-Wettbewerb

Zuvor hatten die Jugendlichen ab 14 Jahren die Aufgabe, ein Raumfahrtprojekt praxisnah zu durchlaufen. Dabei entwickelten die Schüler nicht nur die Idee für die wissenschaftliche Funktion des Satelliten, sondern übernahmen auch die Konstruktion und Integration der Bauteile in das Cansat-Modul. Höhepunkt war dann der Raketenstart auf dem Rotenburger Flugplatz. Mit dabei war unter anderem das Bremer Team „Recognize“ des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ließ es sich nicht nehmen, den internationalen Forschernachwuchs in der Kreisstadt zu begrüßen. Fasziniert schaute er zu, wie die Schüler mit Richtantennen die vom Satelliten gesendeten Messergebnisse auf einem Computer dokumentierten. 

Während der Fallphase am Fallschirm mussten die Schüler Temperatur und Luftdruck messen und zudem eine selbstbestimmte wissenschaftlich-technische Mission durchführen. Das Organisationsteam um Dr. Ertan Göklü von der Uni Bremen wertete die Ergebnisse aus, und am Samstagabend standen die Siegerteams fest. Platz eins belegte die Schüler aus Spanien „La Burgoneta Espasial“ vor der Mannschaft aus Irland „Canny Potter“ und den jungen polnischen Tüftlern „CANpernicus“. Das Siegerteam hat vom ZARM den Eintrit für den IAC-Kongress (International Astronautical Congtess) 2018 in Bremen geschenkt bekommen – weltweit die größte Konferenz zum Thema Raumfahrt.

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