Rotenburgs Landschaftswart stellt jüngste Beobachtungen vor

Radtke rät zu mehr Sorgfalt beim Baumschnitt

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Am Reithenbach in Unterstedt ist klar erkennbar, was falsch gelaufen ist: Vom einst üppigen Bewuchs ist nicht mehr viel zu sehen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Rotenburgs Landschaftswart Manfred Radtke soll auch künftig „den Finger in die Wunde“ legen. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) lobte am Dienstag im Umweltschutzausschuss des Stadtrats das Engagement des BUND-Kreisvorsitzenden und ehemaligen Grünen-Politikers für den Naturschutz in der Stadt.

Anstöße wie die von Radtke seien notwendig, um Verbesserungen herbeizuführen. Die Ausschussmitglieder stimmten dem geschlossen zu: Radtkes „Amtszeit“ als Landschaftswart der Stadt wird bis Juni 2020 verlängert. In 82 Fällen sei er in seiner Funktion im vergangenen Jahr um Hilfe gebeten worden, sagte Radtke im Ausschuss bei der Vorstellung seines Jahresberichts. 37 Mal sei es um Rotenburger Angelegenheiten gegangen, 22 Mal fiel der Sachverhalt in die Zuständigkeit des Landkreises, 23 Mal lag die Zuständigkeit in anderen Kommunen. Bemerkenswert: Deutlich weniger Anfragen als vermutet betrafen die Landwirtschaft – nur insgesamt 16. Und auch nicht hinter jeder Anfrage habe eine „Schweinerei“ gesteckt, betonte er. Das Spektrum der Vorfälle reiche vom nicht abgedeckten Misthaufen bis zu Schutzvorkehrungen für Wildbienen.

Vor allem aber stellte Radtke am Dienstag Versäumnisse des städtischen Bauhofs vor. Der habe sich durch falsche Baumschnittmaßnahmen und rabiate Gewässerreinigungen hervorgetan. Exemplarisch berichtete er vom Reithenweg in Unterstedt, wo der Bauhof angewiesen worden war, nach zwölf Jahren den Graben am Weg wieder zu räumen. Das tat er – mit entsprechendem Kahlschlag und der Auskofferung des Gewässers. Das sei nicht nur planungsrechtlich unzulässig, sondern auch für die Umwelt fatal. Radtke: „Das kann sich die Stadt nicht erlauben.“ Auch an anderen Stellen im Stadtgebiet seien Bäume „ohne Sinn“ beschnitten worden, zudem während der Frostperiode. „Da wird gedankenlos rumgeschnibbelt.“

Bürgermeister Weber nahm die Kritik an und forderte, dass die Verwaltung bei entsprechenden Beobachtungen stets frühzeitig informiert werde, um gegensteuern zu können. Die Ausschussvorsitzende Elisabeth Dembowski (Grüne) hatte dann auch einen ganz praktischen Tipp parat: Baumschnittkurse für Bauhofmitarbeiter und Landwirte.

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