Radfahrer wollen aufrütteln

Mut-Tour macht Halt in Rotenburg

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Mit ihren schwer bepackten Tandems kam die Gruppe in Rotenburg an. 

Rotenburg - Von Farina Witte. Seit 2012 macht sich die Mut-Tour einmal im Jahr auf den Weg durch Deutschland, um Vorurteile gegenüber Depression als Erkrankung abzubauen und anderen Menschen Mut zu machen, offen mit der Krankheit umzugehen. Am Montag ist sie in Bremen gestartet und machte am Abend Halt am Rotenburger Pferdemarkt.

Etwas verspätet kam die fünfköpfige Gruppe mit ihren Tandems in der Kreisstadt an. Der Regen hat es ihr nicht leicht gemacht. „Aber das können wir nicht ändern“, so Peter Krause, einer der Teilnehmer. Nicht nur das Wetter beeinflusst die Zeitplanung. „Wir kommen auf dem Weg oft mit einigen Menschen ins Gespräch“, berichtet Krause, der schon häufiger dabei war.

Mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen, ist auch ein Ziel der Tour, denn die Teilnehmer möchten, dass Betroffene und Nicht-Betroffene angstfrei mit dem Thema Depression umgehen können. Die Außenwahrnehmung der Krankheit sei falsch.

„Das reicht vom verrückten Gewalttäter bis zum Simulanten“, meint Krause. „Meistens ist auch das Wort ,Schuld’ dabei. Es heißt oft, der Erkrankte hat selber Schuld“, berichtet Jutta Gottschalk, eine weitere Teilnehmerin. „Es ist eine schwere Krankheit, aber sie ist behandelbar“, betont sie. Neben der Öffentlichkeitsarbeit ist auch die Tour selbst wichtig für die Depressionserfahrenen. „Sich zu bewegen und draußen zu sein, das tut gut“, findet Gottschalk.

In Rotenburg erreichte die Gruppe ihr Tagesziel. Normalerweise schlägt sie dann ihre Zelte auf, doch wegen des schlechten Wetters wollten die Teilnehmer lieber ein richtiges Dach über dem Kopf haben. Dies ist nicht so einfach, da die Gruppe ein sehr begrenztes Budget hat. Bürgermeister Andreas Weber, der auf die Tour aufmerksam geworden war, bot kurzerhand an, eine Nacht in der Jugendherberge zu spendieren. Für die fünf Tandemfahrer ist das Ziel Hildesheim. Danach fährt eine andere Gruppe die Route weiter, die bis nach Leipzig führt. Insgesamt bewältigen 45 Teilnehmer elf Etappen, auf denen sie 3 200 Kilometer zurücklegen. Noch bis zum 26. August ist die Mut-Tour unterwegs und steuert dann die Ziel-Etappe Leipzig an. Bis dahin besteht für Interessierte jederzeit die Möglichkeit, auch ein Stück bei der Tour mitzufahren.

Mehr Infos auf: www.mut-tour.de

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